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Untergrundkrieg. Der Anschlag von Tokio
 
 
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Untergrundkrieg. Der Anschlag von Tokio [Taschenbuch]

Haruki Murakami
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: DUMONT Literatur und Kunst Verlag; Auflage: 1 (28. Januar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832156976
  • ISBN-13: 978-3832156978
  • Größe und/oder Gewicht: 24 x 16,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 761.553 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Wie Murakamis Romane lässt 'Untergrundkrieg' seine Leser erschüttert zurück." (The Economist)

Kurzbeschreibung

Haruki Murakamis Antwort auf den Giftgas-Anschlag in der U-Bahn von Tokyo: Gespräche mit Angehörigen der Toten, mit Überlebenden und mit Mitgliedern der Sekte, die den Anschlag verübt hat. 'Untergrundkrieg' fragt nach der Angst im Angesicht des Terrors.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von junior-soprano TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Drei Ereignisse erschütterten Japan in den 1990er Jahren. Eines davon, das Erdbeben von Kobe, hat Haruki Murakami literarisch in seiner Kurzgeschichtensammlung Nach dem Beben" verarbeitet. In Untergrundkrieg", einem Sachbuch, wird das Sarin-Attentat von Tokio verarbeitet. Der dritte Schock, das Platzen der Wirtschaftsblase, taucht in beiden Büchern, wenn auch eher am Rande auf.

Untergrundkrieg" erschien in Japan ursprünglich in zwei Bänden. Die zwei Teile unterscheiden sich ganz erheblich. Im ersten Band kommen die Opfer zu Wort. Murakami weist darauf hin, daß er nur einen Bruchteil der Gesprächspartner, unter den Tätern als auch unter den Opfern, für ein persönliches Gespräch gewinnen konnte. Viele wollten lieber nicht mehr an den Anschlag erinnert werden. Und für viele unverheiratete Frauen sei es unangebracht alleine mit einem fremden Mann zu sprechen. Das Buch bietet also auch einen interessanten Einblick in den japanischen Alltag.

Obwohl Murakami nach einigen Interviews den Text etwas abwechslungsreicher gestaltet, in dem er weitere Hintergründe der Tat schildert, so ist der erste Teil des Buchs stellenweise doch etwas ermüdend. Immer wieder wird der gleiche Tag, mit sehr ähnlichen Beobachtungen aus der U-Bahn und Alltagsbeschreibungen der Opfer beschrieben. Dabei ist es oft interessanter was die Interviewten über ihren Alltag zu erzählen haben, als ihre Beobachtungen des Attentats. Dennoch ist es reizvoll viele verschiedene Beteiligte zu Worten kommen zu lassen, um ein größeres Bild des Anschlags zu bekommen.

Annähernd rund wird dieses Bild dann im zweiten Band, in dem die Täter, Mitglieder der buddhistischen Weltuntergangssekte Aum Shinrikyo, zu Wort kommen. Über sie wurde zwar bereits im ersten Band berichtet, aber nun kommen sie selbst zu Wort. Die Schilderungen des Alltags in Shoko Asaharas Gemeinschaft erinnert an das, was man bereits von anderen Sekten gehört hat. Die Anhänger werden bedrängt, zum Eintritt und Verbleib in der Sekte genötigt, müssen ihren weltlichen Besitz der Sekte spenden, müssen Flugblätter verteilen und gehorchen. Ungewöhnlich mag vielleicht sein, daß einige Mitglieder gefoltert und für Menschenversuche mißbraucht und unter Drogen gesetzt wurden. All diese Opfer nahmen viele Anhänger aber gerne in Kauf, weil sie in der Sekte endlich eine spirituelle Heimat, eine Bestimmung und noch mehr fanden, das sie in der Welt außerhalb von Aum schmerzlich vermißt hatten. Manche Beobachter waren verblüfft, daß fast alle Attentäter und auch Asahara selbst zu der vermeintlichen Elite der Gesellschaft gehörten, wie auch bei vielen der Terrorpiloten des 11.9.2001. Und das ist dann auch ein sehr bemerkenswerter Satz eines der Opfer des Sarin-Anschlags: Trotz all dieser brillanten Köpfe hat Aum auch nichts Besseres zustande gebracht, als sich in eine Art Massenterrorismus zu stürzen.". Wo sind die Alternativen für eine bessere Welt?

Murakami ist auch ein medienkritisches Buch gelungen. Zahlreiche Opfer stellten fest, daß die Fernsehbilder und Zeitungsartikel einen völlig anderen Eindruck von dem Anschlag vermittelten.

Mit Kritik an den zuständigen Katastrophenschutz-Behörden wird im übrigen auch nicht gespart. Obwohl es bereits vor dem tragischen Tag in Tokio ein Sarin-Attentat von Aum gegeben hatte, waren die Zuständigen nur unzureichend vorbereitet.

Was Untergrundkrieg" fehlt, damit es ein vollends abgerundetes Werk zum Thema wäre, ist ein objektiverer Blickwinkel. Interviews mit Wissenschaftlern, insbesondere Psychologen und Sektenforschern wären interessant gewesen, um mehr über die Täter herauszuarbeiten. So bleibt es eben doch das Buch eines Schriftstellers, der besonders vom Tokioter Attentat fasziniert war, weil er sich auch in seinen Romanen, gerne mit unterirdischen Parallelwelten beschäftigt. Im übertragenen Sinne zeigten die Vorfälle in der U-Bahn für Murakami wohl, welche Gefahren, unverarbeiteten Komplexe und welche Grausamkeit unter der Oberfläche der nach außen so heilen, friedlichen, geordneten und vermeintlich perfekt funktionierenden japanischen Gesellschaft brodeln. Das Erdbeben von Kobe brachte die Auswirkungen der unterirdischen Erdaktivitäten zu Tage. Der Anschlag von Tokio legte offen, daß die japanische Gesellschaft mit ihrer uneingeschränkten Hinwendung zum Materialismus und der totalen Unterordnung des Individuums selbst Teilen der Privilegierten zuwider ist.

Ein lehrreiches Buch über Japan und über das weltweit brisante Thema Terrorismus.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Herz für die Opfer 3. April 2002
Format:Taschenbuch
Wer wissen will, wie terroristische Killer- und Selbstmördersekten funktionieren, wie sie ihre Anhänger und Soldaten rekrutieren und ausbilden, der sollte dieses Buch lesen. Überraschend ist die Banalität des Bösen, die hier dokumentiert wird. Die Anhänger des Aum-Kultes kamen aus allen Bevölkerungsschichten, und vielfach waren sie schon dankbar dafür, daß ihnen jemand das Denken abnahm.

Murakami kennen wir sonst als genialen Romanschriftsteller mit Vorlieben für Exzentriker - in diesem Buch erweist er sich als einfühlsamer Interviewer, der ein Herz für die ganz gewöhnlichen Leute - die Opfer des Terrors - entwickelt. Ein einzigartiges Dokument mit Tiefgang aus der Feder eines der ganz großen Schriftsteller des 21. Jahrhunderts!

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von J.G.
Format:Taschenbuch
Murakami ist fuer mich eher durch seine herrlichen Romane bekannt, um so mehr war ich erstaunt, dass er auch ein dokumentarisches Buch ueber den Sarin-Anschlag in Tokyo verfasst hat.

Das Buch ist eine Sammlung von Interviews mit den Opfern des Anschlages. Viele subjektive Erinnerungen reihen sich so zu einem Bild zusammen und zeigen die sinnlose Abscheu dieses Terroraktes.

Ich lebe in Tokyo und ich selbst fand es beeindruckend wie sehr sich die japanische Menatlitaet in den Berichten wiederspiegelt und wie fremd sie mir aus diesem Blickwinkel immer noch ersccheint. Japaner haben eine peristente Haltung gegenueber ihrer Umwelt, totzen mit stoischer Gelassenheit allem solange nicht der Gruppenzwang sie aus dieser Haltung reist. Ist der Gruppenzwang da, dann verhalten sich die meisten wie Marionetten, die sich dem momentanen Leitgedanken unterordnen ohne ihn zu hinterfragen. Das ist nicht nur eine Folge des Sarins wie andere Leser vermuten, es ist ein Grundprinzip des japanischen Geistes.
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