Kennenlernen, lieben, Boot selbst bauen. Heiraten, gut bezahlten Job aufgeben, Freunde, Familie, losfahren.
Segeln, streiten, abwaschen, Wäsche waschen, Hausfrauenarbeit, Segeln. Unglücklichsein mit der Beziehung, sich wieder vertragen, neue Leute, reisen: Hannover- Pinneberg- Oldenburg- Bingum- Spanien- Portugal- Kapverdische Inseln- Brasilien- Karibik.
Bootsreparaturen, kaputte Beziehung, Vater im Sterben, füreinander da sein, Traum: Segeln.
Dieses Buch erzählt von einem Paar in der Jahrtausendwende und von der Rastlosigkeit des Konsumlands Deutschland, in dem die Journalistin und der Diplom-Physikingenieur ihre gutbezahlten Arbeiten aufgeben, weil sie mehr vom Leben erwarten als Karriere und Geld.
Zu erfahren, dass die Menschen, bei denen sie Arbeit finden, oftmals genau das anstreben, was in Deutschland aufgegeben wurde, gehört zur Freiheit des Segelns und des Reisens.
Der Leser nimmt an Höhen und Tiefen des Bootsbaus, der Beziehung und am Abenteuer Segeln teil.
Besonders die Schilderungen der kleinen Unzulänglichkeiten des Alltags schaffen beim Lesen eine Vertrautheit, bei der man das Buch nur sehr ungern aus der Hand legt.
Um die Reisekasse aufzubessern und die Landessprache zu erlernen, arbeitet die Autorin u.a. in Brasilien in einer kleinen Kneipe: „Natürlich machen sich manche auch ihren Spaß mit mir, fragen zum Beispiel, ob wir Suppe vom jungen Hund, ensopa de cachorro, haben, und ich laufe brav in die Küche und frage nach, weil ich keine Ahnung habe, dass cachorro junger Hund bedeutet."
Ein tolles Buch, das neben Tips zum Bootsbau und wunderbaren Fotos, Einblicke in fremde Länder und eine mutige Art zu leben gewährt.