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Der Untergang des Römischen Reiches (Deluxe Edition, 2 DVDs)
 
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Der Untergang des Römischen Reiches (Deluxe Edition, 2 DVDs)

Sophia Loren , Stephen Boyd , Anthony Mann    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Sophia Loren, Stephen Boyd, Sir Alec Guinness
  • Regisseur(e): Anthony Mann
  • Komponist: Dimitri Tiomkin
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 2
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Koch Media GmbH - DVD
  • Erscheinungstermin: 21. August 2009
  • Produktionsjahr: 2004
  • Spieldauer: 162 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B002AOUQP8
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 24.294 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

VideoMarkt

Im zweiten Jahrhundert nach Christi: Marc Aurel ist Herrscher über das Römische Reich. Da er seinen Sohn Commodus nicht als seinen Nachfolger benennen will, setzt er Tribun Livius, der in seine Tochter Lucilla verliebt ist, als Erben ein. Lucilla wird gegen ihren Willen mit dem König von Armenien vermählt. Als Commodus nach einem Attentat auf Marc Aurel Kaiser von Rom wird, führt er das Römische Reich wie befürchtet ins Chaos. In einem dramatischen Kampf gegen Livius stirbt Commodus. Doch Livius lehnt die Krone ab.

Produktbeschreibungen

Untergang des römischen ReichesDeluxe Edition DV

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ivan TOP 500 REZENSENT
Format:DVD
Der Titel übertreibt ein wenig. Zum Zeitpunkt zu dem die Handlung spielt, sollten noch Jahrhunderte vergehen bis das Römische Reich im Westen zumindest untergehen sollte. Zur Zeit des römischen Herrschers Marc Aurel, lädt dieser in seine Alpenfestung Fürsten und Prokonsule aus allen Teilen seines Reiches ein um Ihnen seinen Nachfolger zu präsentieren. Dieser soll nicht sein Sohn Commodus werden, sondern der Feldherr Livius. Nach einer Schlacht mit den Barbaren, wird Marc Aurel ermordet und Commodus wird zum Cäsar ausgerufen. Doch Commodus ist größenwahnsinnig ...

Der Film war seinerzeit ein finanzieller Flop und trug wohl auch dazu bei, dass so große Monumentalepen eine Zeit lang nur mehr spärlich und vorsichtig produziert worden sind. Ridley Scotts Gladiator erinnert stark an diesen Klassiker. Der Untergang des römischen Reiches überzeugt weniger mit seinen historisch wenig akkuraten Inhalt, als mehr durch seine prachtvollen Bauten und Ausstattungen. Schön und eindrucksvoll sind die Bilder man zu sehen bekommt von einem Rom wie es sich Hollywood vorstellt. Schlachten, Schwertkämpfe, Wagenrennen etc... tragen noch so einiges an Unterhaltung bei. Ebenfalls überzeugend sind die Darsteller von Sophia Loren, Alec Guinness, Christopher Plummer, James Mason, Omar Sharif und Stephen Boyd. Marc Aurel mit seiner Darstellung des Philosophenkaisers Marc Aurels sticht dabei hervor. Die ohrenbetäubende Musik wurde von Dimitri Tiomkin, der so vielen Klassikern schon den Soundtrack verschaffte, komponiert. Der Regisseur Anthony Mann sollte dem Klassikerfreund auch kein Unbekannter sein. Leider ist trotz toller Dekorationen die Handlung nach der Intermission nicht wirklich packend und es ist schwer einen Sympathieträger auszumachen. Die Gründe für den Untergang Roms sind vielfältig und in dem Film wird versucht einige aufzugreifen und in die Handlung einzuflechten. Sicher eine gute Idee, doch so verliert man als Zuschauer rasch den Überblick. Der Film selbst endet für einen Hollywoodfilm recht untypisch. Detailreiche Massenszenen, monumentale Bauten und eine Sophia Loren in schönen Kostümen entschädigen dafür.

Die Bild- und Tonqualität sind jedenfalls hervorragend. Der Film liegt in der ungeschnitten Fassung (mit Overtüre, Intermission und Exit) vor, daher sind einige Szenen im Originalton mit Untertiteln. Das Bonusmaterial auf den zwei Discs ist sehr umfangreich: Dokumentationen, Audiokommentar (leider ohne Untertitel) etc.... Das Wendecover nicht zu vergessen. Da ist man schon eine Zeit lang beschäftigt, bis man mit allen durch ist. Für Fans von historischen Epen eine glatte Empfehlung.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tristram Shandy TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:DVD
Und sie werden wohl nicht, so wie im Script vorgesehen, über den von Christopher Plummer gespielten Commodus gelacht haben, sondern eher über Stephen Boyd, dessen Livius noch hölzerner als Pinocchio wirkt.

Anthony Mann hatte sich mit seinem dritten epischen Film "The Fall of the Roman Empire" (1964) die Aufgabe gesetzt, à la Edward Gibbon die Geschichte vom Niedergang eines der größten Reiche der Menschheit filmisch nachzuzeichnen, und bereits die Stimme des Erzählers im Prolog sinniert darüber, daß ein großes Reich wie Rom freilich nicht aus einem einzigen Grunde den Weg alles Irdischen geht, sondern daß hierfür eine Reihe von Faktoren verantwortlich sind. Multikausalität und, damit einhergehend, strukturelle und nicht so sehr von Einzelpersonen abhängige Gegebenheiten sind für den Geschichtswissenschaftler grundlegende Denkkategorien, die sich - wie jeder weiß, außer vielleicht Guido Knopp - nur schwer im Medium Film visualisieren lassen. Deshalb wählte Mann als Ausgangspunkt der von ihm erzählten Geschichte den Tod des Philosophenkaisers Marc Aurel (im Film gespielt von Alec Guinness), der mit der Tradition der Adoptivkaiser brach und statt dessen seinen eigenen Sohn Commodus auf den Thron hob. Im Film allerdings plante Marc Aurel, seinen Adoptivsohn Livius zu seinem Nachfolger zu bestimmen, doch konnte er infolge eines gegen ihn gerichteten Mordkomplotts seinen Plan nicht mehr in die Tat umsetzen.

Commodus - anders als Livius, der sein persönliches Schicksal gegenüber dem Wohl des Imperiums zurückstellt und sogar aus Gründen der Staatsräson auf eine Ehe mit der von ihm geliebten Schwester des Commodus, Lucilla (Sophia Loren), verzichtet - lebt ganz seinen eigenen Bedürfnissen und Eitelkeiten und bricht zunächst einmal mit der maßvollen und auf Friede ausgerichteten Politik seines Vaters, wodurch er schon bald die mächtigen Provinzen im Orient gegen sich aufbringt.

Mein sehr geschätzter Filmfreund Tonio Gas hat bereits eine sehr ausgewogene und kritische Einschätzung dieses Monumentalfilms geschrieben, deren Tenor der ist, daß der Film zu oft die menschlichen Einzelschicksale aus den Augen verliere und sich zu sehr im Monumentalen verzettele, und er führt für diese Sichtweise äußerst überzeugende Beispiele an. Auch Mann-Kennerin Jeanine Basinger geht recht kritisch mit "The Fall of the Roman Empire" ins Gericht. [1] Ich für meinen Teil bin allerdings geneigt, diesen Film weitaus positiver zu sehen, vor allem nachdem ich auf folgenden Ausschnitt eines Interviews gestoßen bin, das der Regisseur mit Christopher Wicking und Barrie Pattison geführt hat: "... he [Commodus] tries to kill his father's image, because this image is greater than his own. This is the story underneath the Oedipus drama. I don't know of any great man who ever had a great son. This must have been a terrible thing for the son - to live with the image of his father, for although this is a love-image, it can also be a hate-image. This theme is recurrent, because it is a very strong one and, consequently, I like it - it reaches to heights and depths beyond more mundane stories." [2]

Man kann sagen, daß Mann die Darstellung des Gegensatzes zwischen Marc Aurel und Commodus wirklich ausgezeichnet gelungen ist, was sicherlich nicht zuletzt daran liegt, daß er mit Alec Guinness und Christopher Plummer zwei hochkarätige Darsteller zur Verfügung hatte. So ist zum einen die Szene, in der Guinness über seinen bevorstehenden Tod nachdenkt - er wähnt sich in den Fängen einer unheilbaren Krankheit und kann doch nicht ahnen, daß der Tod in ganz anderer Gestalt an seine Tür klopfen wird - von solcher intimen Eindringlichkeit - das oft eher schlechte Drehbuch stützt sich hier auf Passagen aus des Kaisers "Selbstbetrachtungen" -, daß selbst Starkomponist Dimitri Tiomkin, der immerhin eine 150minütige Symphonie als Score komponierte, ratlos war, wie er diesen würdevollen Monolog musikalisch untermalen sollte. Auf der anderen Seite brilliert Christopher Plummer als am Rande des Wahnsinns tänzelnder - in einer Szene tänzelt er übrigens buchstäblich über ein Bodenmosaik des italienischen Stiefels, ganz von seiner Macht berauscht - Commodus, dem man sehr deutlich anmerkt, daß hinter dem Gebaren des selbstbewußten Gebieters sein Wissen um die eigene Unzulänglichkeit im Vergleich zum Wirken seines Vaters steht. Dies macht Plummer für mich zum eigentlichen Star dieses Filmes und seine Rolle zur heimlichen Hauptfigur, ganz im Gegensatz zum Commodus des späteren "Gladiator" (2000) von Ridley Scott.

Die Stärke des Mann'schen Schurken, gegenüber dem der positive Held verblaßt - eine Konstellation, die sehr untypisch für Mann ist, in dessen Filmen sich Held und Antiheld doch für gewöhnlich in Sachen Charisma die Waage halten -, ist denn auch dafür verantwortlich, daß der Untergang des Reiches eher als Folge personenbezogener Fehlentscheidungen erscheint, denn schließlich ist es - im Film - der egozentrischen Politik Commodus' zu verdanken, daß die östlichen Provinzen aufbegehren und daß man die den befriedeten Germanen gegebenen Versprechen nicht hält. Nur gegen Ende des Filmes spielt auch die Verführbarkeit der tumben Masse und die allgemeine Korruption und Prinzipienlosigkeit, die dazu führt, daß der Cäsarentitel meistbietend versteigert wird, eine Rolle. Doch wer wirklich etwas über Geschichte lernen will, muß eben zu einschlägiger Literatur greifen; das galt damals wie heute.

Rein künstlerisch hat "The Fall of the Roman Empire" trotz allem viel zu bieten. Es hat ein wahrhaft beeindruckendes Set - zu einer Zeit, in der man Filme noch nicht per Computertechnik aufmotzen konnte - mit bis zu 1.000 Komparsen. Es hat einige sehr gute Darsteller - neben den bereits erwähnten gibt es noch James Mason als maßvoller griechischer Philosoph, Omar Sharif als armenischer Fürst, Anthony Quayle als rechte Hand des Commodus und Mel Ferrer als blinden Intriganten. Es hat beeindruckende Szenen, wie die Totenfeier zu Ehren Marc Aurels im Schnee, das von Stuntman Yakima Canutt inszenierte Wagenrennen, oder die erhitzten Debatten im Senat, und nicht zuletzt den Zweikampf auf Leben und Tod zwischen dem Kaiser und seinem Ziehbruder. Und es hat einen atemberaubenden Score von Dimitri Tiomkin, dessen Verwendung dunkler Orgelmusik sogar das Anschauen von Vorspann, Intermission und Ausgangsmusik gewinnbringend macht.

Hätte Charlton Heston, wie ursprünglich vorgesehen, die Rolle des Livius gespielt, wäre der Film zweifellos noch besser geworden, doch hätte dies nichts an den Gründen geändert, aus denen heraus ich diesem Film die Höchstpunktzahl gebe.

[1] Vgl. hierzu Basinger, Jeanine, Anthony Mann, Middletown, Connecticut 2007, 160-63. Die fehlende Begeisterung für den Film wurde übrigens auch vom Darsteller Alec Guinness geteilt, der beteuerte, nicht mehr als 20 Minuten des Filmes an einem Stück gesehen zu haben.

[2] Die genaue Fundstelle werde ich in einem Kommentar nachreichen.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tonio Gas TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:DVD
Regisseur Anthony Mann hat einen recht uneinheitlichen Film abgeliefert. Hinter den großen amerikanischen Monumentalwerken seiner Zeit wie "Ben-Hur", "Spartacus" und "Cleopatra" muss er zurückstehen, aber er hat seine starken Seiten, die ihn locker auf drei Sterne heben, mit Tendenz zu vieren. Die soll es wegen der Qualität und Sonderausstattung der DVD geben - den Film neu herauszubringen hat sich gelohnt, das ist nicht so eine wirklichwirklichallerletzteultimativecollectorsdeluxeedition als Mogelpackung. Gleich die ersten Bilder offenbaren eine modern-düstere Schönheit, wie man sie in Sandalenfilmen eher selten sieht, zumal in älteren. Bewölkte, verschneite, unwirtliche Landschaften in Farben ganz ohne Patina und falschen Glanz, in denen die Menschen tatsächlich frieren (erkennbar am bei der Konkurrenz oft fehlenden Atemhauch) und in denen die Sonne ohne verstärkenden Rotfilter auf- und untergeht. Der Film wird seinen Schauplatz zwar nach etwa einer Stunde wechseln und auch einmal im sonnigen Rom und in wüstenheißen Ostgebieten spielen, aber die exzellente Bildqualität und Fotografie wird ihn immer auszeichnen.

Bildqualität und Fotografie - klar wäre das beste Remastering nichts, wenn es das Material nicht lohnte, und bildgestalterisch leisten Anthony Mann und sein Kameramann Robert Krasker Beeindruckendes. Es hieß in der FAZ einmal, niemand fülle die Breitwand so gut wie Mann (gegenüber Regisseuren wie Wise und Wyler ist das etwas ungerecht), und in der Tat lohnt sich hier ein Blick an die Seiten und eine Beobachtung von Kameraschwenks. Gerade bei der Festung zu Beginn ist das überwältigend, die Kamera erschließt sich die komplexe Anlage in traumwandlerischer Sicherheit, wandert von hier nach dort, immer zeigend, dass sich an ungeahnten Stellen im äußeren Hintergrund schon wieder Personen befinden, die nur scheinbar zufällig gerade dort sind. Das ist wirklich eine optisch wie personen-verflochtene Geschichte, wechselseitige Interessen bedingen und beeinflussen einander, es wird mit Rom bei dem ganzen Kuddelmuddel kaum gut gehen können. Auch vor extremen, tiefenscharfen Gegensätzen zwischen Nähe und Distanz im selben Bild scheut Krasker nicht zurück, uns immer schon mehr von der Komplexität der Intrige(n) ahnen lassend als die Protagonisten.

Indes ist das ja nur einer von vielen Aspekten, und andere sind deutlich schwächer. Vielleicht ist die folgende Szene symptomatisch: Die Zieh-Brüder Livius (Stephen Boyd) und Commodus (Christopher Plummer) liefern sich in erbittertem Streit ein privates Wagenrennen, handwerklich gut gemacht, aber müssen wir unbedingt noch lang und breit dabei zusehen, wie der eine der Wagen einen Hang herabstürzt, nachdem klar ist, dass sich der Fahrer auf den Wagen des anderen geschwungen hat und der Kampf dort weitergehen wird? Hingegen blendet der Film schnell ab, als die Kontrahenten raufend zum Stehen gekommen sind und von Legionären auseinandergezerrt werden müssen. Hätten wir da nicht umgekehrt mehr über diese Entladung eines zuvor schon angedeuteten Konflikts in den Protagonisten erfahren? So etwas macht der Film öfter. Er ist zu sehr Ausstellungsstück seiner eigenen logistischen, technischen und gestalterischen Potenziale, aber er vernachlässigt mitunter den einzelnen Menschen, ohne den schließlich keine noch so schöne Massenszene und keine interessante Geschichte möglich wäre. Gerade in der ersten Hälfte wird er dadurch zu lang und langatmig: Wenn etwa Kaiser Marcus Aurelius (Alec Guinness) seine Tribune und Statthalter der Provinzen empfängt und sich die einzelnen Namen kaum merken kann, hätten wir das bereits anhand weniger Beispiele begriffen, müssen aber die gesamte Parade in ihrer ermüdenden Länge aussitzen. Weitere Beispiele könnten genannt werden.

Insgesamt fügt sich alles zu einem teilweise unbefriedigenden Bild zusammen, gerade weil man sowas ja mit den Vorbildfilmen dieser Epoche vergleicht, das müssen die Macher doch gewusst haben! Vieles hat man schlicht schon mal gesehen, auch wenn der Streit um die Fortführung der Politik Markus Aurelius' allemal eine interessante geschichtliche Epoche ist, die bis dato noch nicht in Hollywood adaptiert wurde. Es gibt ein Wagenrennen, wie in "Ben-Hur", nur bescheidener. Es gibt Massenkämpfe, wie in so ungefähr allen dieser Sandalenfilme. Es gibt ein Schaulaufen der Stars, wie insbesondere in "Spartacus". Es gibt die Geschichte zweier Männer, die zunächst Freunde und gefühlsmäßig (wie hier auch rechtlich) Brüder sind und die zu Feinden werden - hier insbesondere an "Ben-Hur" erinnernd. Ob sie nun fröhlich Speere in die Balken werfen ("Ben-Hur") oder um die Wette saufen, so wie hier, man denkt immer, alles schon mal dagewesen, alles schon mal gesehen.

Und weil der Akzent manchmal zu sehr auf der Gruppe und dem Arrangement und zu wenig auf den Personen liegt, sagt man sich, dass man das nicht nur kennt, sondern auch besser kennt. Gerade in der ersten Hälfte sind die Massenszenen eher Ornament und Arrangement, es ist nichts weiter als das übliche Schwertgeklirre. Es hätte ein bißchen mehr Blut, schweiß und Tränen ausnahmsweise einmal gutgetan, so wie beispielsweise diese erschreckende Kaltschnäuzigkeit eines Laurence Olivier beim Mord an einem Sklaven in Kubricks "Spartacus". Gerade Kubrick, dem gelegentlich zu kühle, fast geometrische Brutalität nachgesagt wird, zeigt, dass mehr direkte Gewalt auch mal mehr statt weniger sein kann. Er macht nicht nur das menschenverachtende Kalkül von Schlacht-Anordnungen deutlich, sondern auch, was das für einzelne Menschen bedeuten kann. "Der Untergang..." hingegen ist oftmals blutleer. Und er ist teilweise kein Schauspielerfilm. So etwa jeder lästert über die mangelnde Überzeugungskraft von Stephen Boyd, und in der Tat, das schmerzt, weil es auch andere herunterzieht. Die Liebesszenen mit Sophia Loren wirken aufgesagt, die Chemie stimmt nicht, in den Schlachten fehlt das Blut und im Intimen das Herzblut. Die Loren wirkt - vielleicht deswegen - zumeist einfach nur wie die Loren, das typische sinnliche Temperamentbündel in Römerkleidung gesteckt, die ihr fast nie eine zweite Haut wird. Wenn sie gerade im Moment des Todes ihres Vaters Marcus Aurelius laut aufheult, hätten wir doch gerne wieder eine Darstellerin der stillen Stärke und des stummen Entsetzens zurück, wie das beispielsweise Jean Simmons in "Spartacus" vermochte - und in einem modernen Stoff ("Die dritte Dimension") auch die Loren selbst!

Es ist nicht durchgängig so uninteressant. Wie sich auf Alec Guinness' Gesicht der titelgebende Untergang des Römischen Reiches schon abzeichnet, hat Andreas Kilb in der FAZ mit Recht gerühmt. Christopher Plummer als Commodus gelingen mit seinem schmallippigen, bedrohlichen Grinsen einige Highlights, ohne dass er dabei zu sehr chargiert. James Mason als Philosoph hat starke Einzelszenen, und man merkt, dass bei seiner Figur die Macher auch mehr bei der Sache waren und diesen Mann ernst nehmen. Die letzten gut 30 Minuten des Filmes sind allgemein stark und liefern nach, was zuvor schmerzlich zu vermissen war: Eine hübsche Parallelität von degenerierenden Massen und der Zuspitzung der individuellen Konflikte. Wenn Komponist Dimitri Tiomkin die Chuzpe hat, zu einer trunken feiernden Masse italienische Tarantella (sogar mit Mandolinen, die das Orchester zwar nicht ersetzen, aber auffällig verstärken) erklingen zu lassen, und wenn Sophia Loren verzweifelt durch diese Masse irrt, bereits optisch "gegen den Strom schwimmend", dann gelingt endlich einmal eine Symbiose der verschiedenen Elemente (Bildgestaltung, Schauspielstil, Individuum und Masse, Musik etc.). Und das Ende ist so herrlich pervers. Dass die Volksmasse wie auch der gesamte Senat in diesem Film ständig in Sekundenschnelle zu jubelnden oder protestierenden Idioten herumgebogen werden kann, passt endlich einmal in einen Kontext völliger Degeneration. Der Cäsarentitel wird für immer astronomischere Summen Geldes einem bisher eher wenig in Erscheinung getretenen Mann angeboten. So kann der Untergang Roms beginnen und der Film enden. Er soll viele historische Fehler haben, aber als Drama funktioniert er hier. Leider nicht die ganze Zeit.
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