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Der Untergang des Morgenlandes. Warum die islamische Welt die Vormacht verlor
 
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Der Untergang des Morgenlandes. Warum die islamische Welt die Vormacht verlor [Gebundene Ausgabe]

Bernard Lewis
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: 2., Aufl. (9. September 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785721080
  • ISBN-13: 978-3785721087
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,1 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 507.379 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Während sich das nicht nur von Oswald Spengler düster beschworene Menetekel vom Untergang des Abendlandes bis heute nicht erfüllt hat, ist der Untergang des Morgenlandes eine unübersehbare Tatsache. Und dies, obwohl die islamische Welt dem Westen bis ins späte Mittelalter sowohl kulturell als auch militärisch und machtpolitisch überlegen war.

"Der Islam verfügte über die größte Militärmacht weltweit -- seine Armeen fielen gleichzeitig in Europa, Afrika, Indien und China ein. Er war die bedeutendste Wirtschaftsmacht der Welt und unterhielt ausgedehnte Handelsbeziehungen und Verbindungen zu Asien, Europa und Afrika. Der Islam hatte im Hinblick auf die Künste und Wissenschaften das höchste kulturelle Niveau in der Geschichte der Menschheit erreicht. Man hatte das Wissen und die Fertigkeiten des antiken Nahen Ostens, Griechenlands und Persiens übernommen und außerdem wesentliche Innovationen von außen eingeführt, so zum Beispiel aus China die Herstellung und Verwendung von Papier und aus Indien das Dezimalsystem."

Und dennoch: "Irgendwann ging auf einmal alles schief", heißt es ebenso flapsig wie überaus treffend im Klappentext zu Bernard Lewis' luzider Studie. In ihr zeigt der britische Historiker und Princeton-Emeritus die überraschenderweise gar nicht so vielfältigen Gründe dafür auf, warum die islamische Welt ihre Vormachtstellung verlor, und zugleich, worin die Ursachen für den Aufstieg des Abendlandes liegen. Als einen der zentralen Unterschiede zwischen der islamischen und der christlich geprägten politischen Kultur macht der Autor das vollkommen anders geordnete Verhältnis von Religion und Politik aus.

Was mancher als Stärke des Islam missdeuten mag -- dass nämlich geistliche und weltliche Macht nicht voneinander zu trennen sind und im Zweifelsfall nach wie vor das Primat der Religion als unumstößlich gilt -- markiert Lewis zufolge in Wirklichkeit die entscheidende Schwachstelle der islamischen Kultur. Umgekehrt ist für ihn die entscheidende Stärke der christlich geprägten Kultur des Westens das Primat der Politik und die Trennung von Staat und Kirche sowie von Kirche und Wissenschaft -- beides eine (schon früher gesäte) Frucht der blutigen Religionskriege des 16. Jahrhunderts.

Bernard Lewis' neues Buch zeigt einmal mehr, weshalb er zu den literarischen Großmeistern der Historikerzunft gehört. Seine glänzend strukturierte Analyse besticht durch ihre Klarsicht ebenso wie durch ihre wohl temperierte Sprache. --Andreas Vierecke

Kurzbeschreibung

Während sich Karl "der Große" noch mit den Sachsen und anderen "Hüttenbewohnern" herumschlug und mühsam das Addieren, nie jedoch das Schreiben lernte, standen im Nahen und Mittleren Osten prachtvollste Residenzen und grandiose Städte, blühten Literatur, Medizin, Mathematik und Astronomie. Die islamische Welt strebte zu einem glänzenden kulturell-zivilisatorischen Höhepunkt. Muslimische Herrscher eroberten den Mittleren Osten bis nach Indien, besetzten ganz Nordafrika, die Hälfte Spaniens, fassten in Sizilien Fuß, schlugen die Kreuzritter zurück, stürzten das Byzantinische Reich mit Konstantinopel und standen vor den Toren Wiens. Doch irgendwann ging auf einmal alles schief. Denn spätestens mit den Niederlagen gegen Prinz Eugen, Anfang des 18. Jahrhunderts, wurde auf einmal unübersehbar: Die Führungsrolle war auf den ehemaligen Schüler – den christlichen Westen – übergegangen. Wie konnte das geschehen? Mit einer Fülle von Beispielen beschreibt Lewis, wie das Abendland einerseits Anregungen des Morgenlandes aufgriff und andererseits durch einen völlig neuartigen Denkansatz eine dynamische Bewegung auslöste, durch die es den stagnierenden Osten schließlich weit hinter sich ließ: Systematische experimentelle Wissenschaft, Trennung von Staat und Kirche, schrittweise Emanzipation der Frauen und Neuerungen wie exakte Uhren oder präzise Landkarten waren sowohl Zeichen dieses neuen Denkens als auch selbst Motoren, die diese Ent-wicklung vorantrieben. Bis der Westen die zivilisatorische Führung übernahm. Mit der Konsequenz einer sich immer mehr vertiefenden Entfremdung zwischen Orient und Okzident. Lewis geht in seiner Darstellung den Wurzeln der gegenwärtigen Ost-West-Spannungen nach. Doch während andere Autoren nur beschreibende Historiker bleiben, zieht Lewis aus seinen Beobachtungen Schlüsse: Er macht unmissverständlich deutlich, wer was zur Lösung der lebensbedrohlichen Probleme zu tun hat. Jetzt! Und nicht nur der Westen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Das Werk von Bernard Lewis ist weniger eine Abhandlung der derzeitigen Konflikte wie dem 11. September. Vielmehr ist es eine Darstellung der Begegnungen zwischen der islamischen Kultur (vorwiegend in Gestalt des Osmanischen Reiches) und dem christlichen Abendland. Diese Begegnungen, die oft kriegerischer Natur waren, werden etwa ab den Kreuzzügen dargestellt. Sie zeigen den Verlauf der für den Westen prägenden Epochen wie Mittelalter, Renaissance und Moderne und zeitlich parallel die Entwicklung des islamischen Kulturkreises auf. Die Bedeutung einschneidender Ereignisse im Westen (wie zum Beispiel die Französische Revolution oder die Reformation) für die wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Weiterentwicklung wird anhand zahlreicher Beispiele und Details behandelt, parallel dazu wird gezeigt, wie das Fehlen ähnlicher Umbrüche in der islamischen Welt für Stagnation gesorgt hat.
Für jemanden, der sich für die historischen Wurzeln der heutigen Situation interessiert, wärmstens zu empfehlen.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Templer
Bernard Lewis gilt als sehr einflussreicher Kenner des Nahen Ostens.

Bernard Lewis hat zweifellos eine sehr gute Kenntnis der islamischen Welt. Allerdings macht er auch Fehler...

In diesem Buch erklärt er weshalb die islamischen Staaten gegenüber dem Westen aber auch gegenüber China bzw. Japan den Anschluss verloren haben.

Er fusst dies auf die fehlende Trennung zwischen Staat und Religion sowie die fehlende Emanzipation der Frauen.

Lewis hat damit durchgehend Recht.

Er erklärt auch was zur Lösung der Probleme nötig wäre.

Er erkennt auch das es Zeit für die islamischen Länder ist aus der ewigen Opferrolle herauszukommen.

Schwächen des Buches sind die Wiederholungen und das Fehlen von Quellen die Lewis wohl nicht interessiert haben.

Er vergisst sehr wichtige Anhänger der Trennung zwischen Kirche und Staat wie den Literaturnobelpreisträger Nagib Mahfus und andere.

Es gibt den moderaten Islam schon sehr lange.

Lewis Lösungen gehen auch an einigen wichtigen Punkten vorbei.

Er vernachlässigt den Punkt Bildung, Pakistan von wo der radikal-idiotische Islam herkommt und gefördert wird usw.

Kurzum das Buch ist empfehlenswert, reicht aber noch nicht für eine endgültige Erklärung.

Es wäre aber schon mal sehr empfehlenswert für Araber und Türken (die auf einen Atatürk mehr denn je stolz sein können)
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Was lief schief? 30. Januar 2004
"What went wrong?" ist der amerikanische Titel dieses Buches und beschreibt deutlich besser um was es sich eigentlich in diesem Buch handelt: Der Islam wurde wurde als dominierende Zivilisation in den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Militär durch den Westen abgelöst. Die Frage "Was lief schief?" stellen sich seitdem die Menschen im nahen Osten. Bernard Lewis, einer der bedeutesten Orientalisten unserer Zeit, versucht genau diese Frage zu erörtern.

Er beschreibt extrem fachkundig die Unterschiede der beiden Kulturen und erklärt sehr eindrucksvoll, wie es dazu kommen konnte, dass der Westen nahezu unbemerkt von der islamischen Welt, sich zur dominierenden Macht entwickeln konnte. Mag sein, dass der Stil nicht der beste ist und dass der Inhalt üppiger sein konnte, aber dieses Buch eignet sich hervoragend als Einstieg in das Themengebiet und der Leser erhält eine Fülle von Ideen und Anregungen rund um das Thema.

Besonders interssant fand ich z.B., dass Lewis betont es sei nicht nur die Stärke des Westens, sondern auch der inneren Schwäche des Islams zu verdanken, dass der Nahe Osten in fast allen Bereichen der Modernen Welt hinterherhinkt. Ein eindrucksvolles Argument hierfür bietet der Vergleich mit anderen Ländern, die auch vom Westen kolonialisiert wurden, wie z.B. Singapur oder Korea: Diese Länder können dem Westen in vielen Belangen mittlerweile das Wasser reichen.

Alles in allem eine sehr lesenswerte Lektüre, vor allem für diejenigen, die immer noch glauben, dass die schlechte Lage der islamischen Länder durch die Kolonialzeit und die Globalisierung bedingt ist.

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