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105 von 122 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einer der wenigen ganz großen deutschen Filme!!!, 4. Oktober 2004
Nach dem nunmehr dritten Kinobesuch möchte ich auch gerne einige Eindrücke zum Besten geben und diesen Film rezensieren: "Der Untergang", dessen Regisseur Oliver Hirschbiegel im wahrsten Sinne des Wortes untergegangen ist - alles redet nur über Eichinger und Bruno Ganz, - ist ein in höchstem Maße beeindruckender Film. Er enthält Szenen, die - völlig ohne Worte - unglaublich dicht dargestellt und sehr bewegend sind. Die gewaltige Bunkeranlage mit ihrem Tunnelsystem bietet viel Atmosphäre, während in den Außenszenen der Häuserkampf von Berlin tobt. Doch Kampfszenen sind auf ein Minimum zurückgefahren, wichtigster Bestandteil des Films sind die unglaublichen schauspielerischen Leistungen; zwar wird Bruno Ganz es womöglich mit einer Oscarnominierung schwer haben, aber verdient hätte es diese Leistung auf jeden Fall!! Er zeigt Hitler als Menschen, ja, aber dieser Mensch bleibt einem unentwegt fremd: Das dramatische Verlusterlebnis, das es immer beim Tod von Hauptfiguren gibt, setzt in seinem Fall nicht ein! Und dennoch spielt Ganz sich in Hitlers cholerischen Wutausbrüchen wortwörtlich die Seele aus dem Leib. Daneben spielt die 25-jährige Alexandra Maria Lara einen entscheidenden Part, nämlich Traudl Hums (die spätere Traudl Junge), Hitlers Sekretärin: Durch ihre Augen nehmen wir ihre Sorgen, die Wirren, die letzte Hoffnung, die Faszination Hitlers, aber auch ihren Überlebenswillen wahr. Corinna Harfouch in der Rolle der Magda Goebbels spielt sensationell; sie redet nur wenige Worte, vermittelt aber eine eisige erhabene Kälte, eine ganz beeindruckende Präsenz vor der Kamera. Es ist allerdings fast schon unfair, nur diese Rollen hervorzuheben - alle, wirklich alle spielen ausgesprochen gut und eindringlich; ein in jeder Hinsicht erstklassiges Ensemble!!!! Der Film selbst basiert auf Joachim Fests Buch "der Untergang", das die letzten Tage des Regimes beschriebt, sowie Traudl Junges Lebensbericht "Bis zur letzten Stunde". Allerdings hat Bernd Eichinger ein fantastisches Drehbuch daraus gemacht und mit Hirschbiegel einen Regisseur verpflichtet, der ein gutes Gefühl für dunkele "Kelleratmosphäre" hat, was er in "das Experiment" bewiesen hatte. Die in einigen Fällen nicht allzu positive Kritik an diesem Film erscheint völlig unverständlich, man fragt sich, ob diese Stimmen den Film tatsächlich in voller Länge gesehen hatten, ich möchte es bezweifeln. Der grausame Nihilismus der feigen Naziführung ist allerbestens dargestellt. Die Schauspieler füllen die Rollen mit Leben, sie werden dennoch nicht greifbar und bleiben einem in ihrer Grausamkeit (Hitler), in ihrer Kälte (Magda Goebbels), in ihrem Wahn (Joseph Goebbels) und in ihrer Verblendung (Eva Braun) doch sehr fremd. Trotz aller unermesslicher Schandtaten waren dies Menschen und man darf der Geschichtsaufarbeitung Eichingers dankbar sein, dass ihm ein Maß an Psychologie gelungen ist und der Film in kein Schwarzweißgemälde verfällt. Endlich mal wieder ein wirklich hervorragender DEUTSCHER Film, endlich ein Beitrag aus diesem Land zu seiner eigenen Geschichte, der in guten Einblick in die Führungsriege erlaubt. Es ist schön zu wissen, dass auch in Deutschland noch große Filme gemacht werden können.
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54 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Guter Film - Schlechte DVD, 18. Dezember 2005
Über den Film braucht man keine Worte zu verlieren, eine ganz ausgezeichnete, historisch korrekte Darstellung der letzten zehn Tage im Führerbunker mit einem in einem brillianten Ensemble über sich hinauswachsenden Bruno Ganz. Dem Film gelingt es in beeindruckender Weise, die apokalyptische Atmosphäre dieser "letzten Tage" authentisch wiederzugeben. Pauschallob dafür an Regie, Kamera, Musik und Produktionsdesign. Jetzt zur Downside, und das ist die Bild- und Tonqualität dieser Extended Edition DVD, die weit unter der der DVD mit der Originalkinofassung liegt. Die Extended Version DVD entspricht nicht annähernd dem Qualitätsniveau, das von DVD Veröffentlichungen neuer Filme erwartet werden kann. Das Bild ist durchgehend verrauscht, was vor allem bei dunklen Szenen ausgesprochen störend wirkt. Man hat hier offensichtlich die ARD Abtastung fürs Fernsehen 1:1 übernommen anstatt die neueingefügten Szenen auf ähnlich hohem Niveau zu mastern, wie die ursprüngliche Kinofassung. Der Ton ist ebenfalls auf Fernsehniveau im schlechtesten Sinn. Das liegt nicht nur am Format (Dolby Digital 2.0 anstatt DD 5.1. bzw dts 5.1). Man kann auch mit Stereosurround einen sehr guten Ton machen, da gibt es viele Beispiele dafür. Hier ist der Ton wie tot, das liegt in erster Linie an der Abmischung und nicht am Format. Ich habe beide Versionen auf DVD und es tut mir auch nicht leid, dass ich zusätzlich zur Originalfassung auch noch die Langfassung gekauft habe. Allerdings sei Leuten, die das Geld nur einmal ausgeben wollen und die auf Bild-und Tonqualität wert legen, die DVD mit der Kinofassung ans Herz gelegt, zumal die zusätzlichen Szenen den Film nicht wirklich aufwerten, teilweise stören sie sogar das Pacing des Films, etwa die Szene mit den Rotarmistinnen. Die DVD mit der Originalfassung bietet exzellente Bild- und Tonqualität und auch bei den Extras braucht die 2-Disk Ausgabe den Vergleich mit der 3-Disk Extended Version nicht zu scheuen. Fazit: Dem Käufer sei die Kinofassung empfohlen
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63 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Harter Tobak, 19. März 2005
Mir stellte sich spontan die Frage: Kann man Hitler überhaupt verfilmen? Ist es möglich, diese Bestie in Menschengestalt glaubhaft zu spielen? Ein begründete Frage, wegen der Hitler in bisherigen filmischen Auftritten meist nur kurz oder von hinten zu sehen war. Ich persönlich habe es bisher nur sehr selten erlebt, dass ein Schauspieler derartig mit seiner Rolle verschmolz, dass ich nur noch die Figur und nicht mehr den Schauspieler sah. Was Bruno Ganz hier jedoch abliefert, raubt einem schier den Atem und stellt die Leistungen seiner Kollegen um Längen in den Schatten. Sein Hitler ist in Punkto Aussehen, Verhalten und Sprechweise nicht mehr vom seinem Vorbild zu unterscheiden. Wenn man es sich nicht ständig vor Augen halten würde, man könnte glatt vergessen, dass es sich um einen Schauspieler handelt. Kein Wunder, dass Ganz die Dreharbeiten zwischendurch abbrechen wollte, da die notwendige Identifikation mit der Rolle, soweit das in diesem Zusammenhang überhaupt möglich ist, für ihn zu stark geworden war: Man kann niemanden spielen, den man nur hasst. Dennoch, trotz der grenzenlosen Nähe durch das „Was", die hier auf diese Weise gegeben ist, besteht weiterhin eine grenzenlose Distanz zu Hitler, denn das „Warum" kann auch Ganz nicht beantworten. Einige werden dem Film ankreiden, er lasse zu viele zu wichtige Dinge aus, z.B. die Judenvernichtung werde völlig außen vor gelassen. Doch genau das will der Untergang nicht sein, ein weiterer Film, der das Leiden der Opfer zeigt. Trotzdem gibt es zumindest eine Anspielung: Wenn Magda Goebbels (unbeirrbar fanatisch gespielt von Corinna Harfouch) kaltblütig Mord an ihren sechs unschuldigen Kindern begeht, weil sie sie nicht in einem Land ohne nationalsozialistischen Gedanken aufwachsen lassen möchte, dann ist das Holocaust im Kleinformat. Begeistern konnte mich der Untergang auch auf technischer Ebene: Die meisten deutschen Filme erkennt man bereits an ihrer Bild - und Tonqualität, die IMO einfach nicht mit der der Traumfabrik mithalten kann. Ganz anders hier: Ich habe selten eine nicht-amerikanische Produktion gesehen, die mit soviel Aufwand daherkam. Und auch Bild und Ton lassen nichts zu wünschen übrig, bei dem permanenten Donnergrollen im Hintergrund und den vielen Kulissen zerstörter Gebäude habe ich mich streckenweise an Der Soldat James Ryan erinnert gefühlt. Den Kritiken, Produzent Bern Eichinger habe hier zu vieles zu verarbeiten versucht und somit am Ende viel halbes, aber nichts ganzes erzielt, kann ich in keinster Weise zustimmen. Meiner Ansicht nach wird der Film in jeder Hinsicht seinem Titel gerecht und zeigt zudem noch den Wahnsinn „hinter den Kulissen", von der beispiellosen Darstellung Hitlers ganz zu schweigen. Fazit: Ein Must-Have für jeden!!!
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