Ein aktueller Klassiker. 1991 zum ersten Mal erschienen liegt das Werk inzwischen mehrfach aktualisiert seit 2002 in der fünften Auflage vor.
Vom Modebegriff Coaching verabschiedet sich Loos schon gleich im Vorwort. Für ihn ist es „Einzelberatung für Führungskräfte", es ist „personenzentrierte Arbeit mit Führungskräften entlang der Frage, wie die Managementrolle von der Person bewältigt wird". Dies ist eine begriffliche Präzisierung, die lohnt, übernommen zu werden. Diese Einzelberatung von Führungskräften erläutert Loos systematisch und aus unterschiedlichen Perspektiven.
Aus der Schilderung des Berufsalltags von Managern und seinen Besonderheiten wird klar, warum für diese Berufsgruppe Einzelberatung eine sehr geeignete Beratungsform ist. Einzelberatung ist für Loos aber nicht die automatische Antwort auf die Problemstellungen des Managerberufs. So stellt er der Einzelberatung Alternativen gegenüber.
Der mittlere Teil beschäftigt sich ausführlich mit dem Ablauf der Beratung. Die Reflexionen des Autors zu den Phasen und Umständen einer Beratung mit Führungskräften zeigen seine umfassende und langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet, die natürlich auch in den übrigen Kapiteln deutlich wird.
Im Schlussteil widmet sich der Autor ausführlich dem Dreieckverhältnis Berater, Auftraggeber und Klient. Es sind Kapitel, die alle gelesen haben sollten, die mit Einzelberatung von Führungskräften zu tun haben, egal aus welcher Rolle heraus sie mit dem Thema zu tun haben. Das würde viel Unheil vermeiden.
Das gesamte Buch ist auch für alle drei Gruppen zu empfehlen. Manager bzw. potentielle Klienten bekommen eine gute Vorstellung darüber, was sich hinter „Coaching" verbirgt und welchen Gewinn sie aus einer Einzelberatung ziehen können. Personalverantwortliche in Organisationen (Auftraggeber) erfahren, welche Randbedingungen sie sicherstellen müssen, damit Einzelberatung zu einem erfolgreichen Instrument wird. Und Berater gibt das Buch eine Fülle von wertvollen Gedanken, die sicher die Bewusstheit über die eigene Arbeit vertiefen. Das gilt vor allem für diejenigen Berater, deren Beratungserfahrung mit Führungskräften noch nicht so groß ist.
Eine Kleinigkeit blieb für den Rezensenten bis zum Schluß unklar: Versteht der Autor die Begriffe „Manager" und „Führungskraft" als synonym, oder gibt es einen Unterschied?