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Unter den Linden: Geschichten um eine Straße
 
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Unter den Linden: Geschichten um eine Straße [Taschenbuch]

Günter de Bruyn
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Berliner Lebensgefühl upj.

Günter de Bruyn, 1926 in Berlin geboren und nach 1945 in den damals östlichen Teil der Welt verschlagen, hat sich mit seinen beiden autobiographischen Büchern «Zwischenbilanz» und «Vierzig Jahre» einen soliden Ruf als Chronist der geteilten deutschen Existenz gemacht. Dass er darüber hinaus ein Preussenkundiger der unmilitarisierten Sorte ist, klang auch in seinem eigenwilligen Erzählwerk über «Preussens Luise» (2002) an. Es ist wohl de Bruyns Fähigkeit, das vermeintlich «grosse Ganze» der Historie wieder in lebenstaugliche Kleinproportionen aufzuschlüsseln, was den Reiz seines Erzählens ausmacht. Nun hat der Schriftsteller eine Geschichte Berlins vorgelegt – aber eben: keine Geschichte der Stadt, sondern die Geschichte einer Strasse, die eng mit dem Schicksal Berlins verknüpft ist: Unter den Linden. Von einem Berliner Konversationslexikon 1834 zum «Centralpunkt der eleganten Welt» erkoren, wird die Strasse ein wechselhaftes Schicksal erwarten. Promenadenweg der Müssiggänger mit Haltestellen Pariser Platz, Hotel Adlon, Konditorei Kranzler und abends Opernhaus, aber auch lesbar als Monumentalinszenierung eines selbstbewussten Preussentums mit Zeughaus, Neuer Wache und Reiterstandbild. Im Januar 1933 ziehen die SA-Kolonnen durchs Brandenburger Tor. Das selbstverschuldete Ende der einstigen Prachtstrasse wird besiegelt am 3. Februar 1945 mit den Bomben der 8. US-Luftflotte. De Bruyn rekonstruiert die Geschichte der Strasse so, als ob sie selbst ein lebender Organismus gewesen wäre. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Literaturtest.de

"Die Linden" sind keine gewöhnliche Straße. 350 Jahre gibt es sie schon. Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, hatte sie als Jagd- und Reitweg anlegen lassen. Das war kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges. Auf diesem Weg, der das königliche Schloss mit dem Tiergarten verband, ließ er die berühmten Linden anpflanzen.

Günter de Bruyn, Schriftsteller und exzellenter Kenner der preußischen Geschichte, führt den Leser die Linden entlang und zeigt ihm jedes Haus -- oder das, was von der Originalbebauung noch übrig ist. Dabei bedient er sich der Aufzeichnungen eines anderen Flaneurs: Heinrich Heine. Die Straße "Unter den Linden" bietet ein Panorama der preußischen und deutschen Geschichte. So wohnte am östlichen Ende der Monarch, am westlichen Ende hingegen lebte und arbeitete ein Protagonist des bürgerlichen, anti-aristokratischen Berlins: der Maler Max Liebermann. Nach seinem Wohnort am Pariser Platz gefragt, pflegte Liebermann zu sagen: "Wenn man nach Berlin reinkommt, gleich links." Bevor es aber zum Pariser Platz und zum Brandenburger Tor geht, zeigt de Bruyn dem Leser noch das Schloss und das Kommandantenhaus (beide stehen nicht mehr); die Universität, wo Geistesgrößen wie Leibniz und Hegel unterrichteten; die Oper; die ehemalige Königliche Bibliothek (wegen ihres Aussehens "Kommode" genannt). "Mulis et musis", so Leibniz -- den Maultieren und den Musen -- sei das Gebäude gewidmet, in dem sich die Akademie der Wissenschaften und der Marstall zunächst die Räume teilten. An der Friedrichstraße verläuft die Grenze zwischen dem aristokratischen und dem bürgerlichen Teil der Linden -- mit berühmten Cafés, Hotels und Amüsierbetrieben unterschiedlichster Couleur.

Dass ihm aus architektonischer Sicht manches aus der alten Zeit mehr behagte, verhehlt de Bruyn nicht. Beispiele sind die Vergrößerung der russischen Botschaft und das gigantische Hotel Adlon, das vor nicht allzu langer Zeit wiedereröffnet wurde. Über ein Gebäude aber dürfte Einigkeit herrschen: Das Brandenburger Tor, dessen Viergespann, die Quadriga, von Napoleon "entführt" worden war, ist zu einem unverwechselbaren Wahrzeichen der Stadt geworden. Hier verlief 28 Jahre lang die Mauer. Heute ist das Tor offen und ein beliebter Treffpunkt der Berliner und ihrer Gäste. Heute sind die Linden ein Ort der Weltläufigkeit: "In ihr wird der wie ein Kleinstädter an seinen Ortsteil gebundene Großstädter zum Hauptstädter." --Mathias Voigt

-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Als schriebe Fontane über Kultur und Geschichte Preußens." (Wolf Jobst Siedler )

Kurzbeschreibung

Keine der Straßen Berlins verbindet man bis heute so sehr mit der Geschichte Preußens und seiner Hauptstadt wie Unter den Linden. Der „unheilbare Flaneur“ (NZZ) Günter de Bruyn führt uns auf die ihm eigene, unnachahmliche Weise durch die bewegte Vergangenheit des Boulevards und seiner Bewohner. Der literarische Spaziergang führt vom Lustgarten über das Forum Fridericianum bis zum Hotel Adlon und zum Pariser Platz. Durch Geschichten, die sich mit Bauten und Bäumen verbinden, macht de Bruyn einige Jahrhunderte preußisch-deutscher Geschichte lebendig. „Eine herrliche Handreichung für alle, die nicht blind über die Linden tapern.“ Haug von Kuenheim, Die Zeit


Klappentext

"Wer sich de Bruyn anvertraut und in seinem jüngsten Buch schmökert, ist wohl aufgehoben, wenn er hinter das Geheimnis von Berlins einstiger Prachtstraße kommen will."
Haug von Kuenheim, Die Zeit

",Unter den Linden' ist eine als historische Topographie getarnte Respektbezeugung an Berlins ersten Boulevard - und zugleich eine Liebeserklärung an die bewegte Geschichte der Straße."
Rheinischer Merkur

"Ein Berlinisch-preußischer Bilderbogen, geboren aus fleißiger Lektüre, Sinn für Anekdotisches und einem Blick für den großen Geschichtsbogen, in dem die Straße ein charakteristischer Strang war."
Der Tagesspiegel

Über den Autor

Günter de Bruyn, 1926 in Berlin geboren, lebt heute als freier Schriftsteller in einem märkischen Dorf. Seine beiden autobiografischen Bücher "Zwischenbilanz" und "Vierzig Jahre" machten Furore. "Preußens Luise" wurde 2002 mit dem Deutschen Literaturpreis ausgezeichnet. Zu Günter de Bruyns zahlreichen Auszeichnungen zählen der Heinrich-Mann-Preis, der Thomas- Mann-Preis, der Große Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Künste, der Jean-Paul-Preis und, 2002 verliehen, der Deutsche Nationalpreis.
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