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Unter den Linden
 
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Unter den Linden [Gebundene Ausgabe]

Günter de Bruyn
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Siedler; Auflage: 3 (4. Februar 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3886807894
  • ISBN-13: 978-3886807895
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Günter de Bruyn
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Berliner Lebensgefühl upj.

Günter de Bruyn, 1926 in Berlin geboren und nach 1945 in den damals östlichen Teil der Welt verschlagen, hat sich mit seinen beiden autobiographischen Büchern «Zwischenbilanz» und «Vierzig Jahre» einen soliden Ruf als Chronist der geteilten deutschen Existenz gemacht. Dass er darüber hinaus ein Preussenkundiger der unmilitarisierten Sorte ist, klang auch in seinem eigenwilligen Erzählwerk über «Preussens Luise» (2002) an. Es ist wohl de Bruyns Fähigkeit, das vermeintlich «grosse Ganze» der Historie wieder in lebenstaugliche Kleinproportionen aufzuschlüsseln, was den Reiz seines Erzählens ausmacht. Nun hat der Schriftsteller eine Geschichte Berlins vorgelegt – aber eben: keine Geschichte der Stadt, sondern die Geschichte einer Strasse, die eng mit dem Schicksal Berlins verknüpft ist: Unter den Linden. Von einem Berliner Konversationslexikon 1834 zum «Centralpunkt der eleganten Welt» erkoren, wird die Strasse ein wechselhaftes Schicksal erwarten. Promenadenweg der Müssiggänger mit Haltestellen Pariser Platz, Hotel Adlon, Konditorei Kranzler und abends Opernhaus, aber auch lesbar als Monumentalinszenierung eines selbstbewussten Preussentums mit Zeughaus, Neuer Wache und Reiterstandbild. Im Januar 1933 ziehen die SA-Kolonnen durchs Brandenburger Tor. Das selbstverschuldete Ende der einstigen Prachtstrasse wird besiegelt am 3. Februar 1945 mit den Bomben der 8. US-Luftflotte. De Bruyn rekonstruiert die Geschichte der Strasse so, als ob sie selbst ein lebender Organismus gewesen wäre.

Literaturtest.de

"Die Linden" sind keine gewöhnliche Straße. 350 Jahre gibt es sie schon. Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, hatte sie als Jagd- und Reitweg anlegen lassen. Das war kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges. Auf diesem Weg, der das königliche Schloss mit dem Tiergarten verband, ließ er die berühmten Linden anpflanzen.

Günter de Bruyn, Schriftsteller und exzellenter Kenner der preußischen Geschichte, führt den Leser die Linden entlang und zeigt ihm jedes Haus -- oder das, was von der Originalbebauung noch übrig ist. Dabei bedient er sich der Aufzeichnungen eines anderen Flaneurs: Heinrich Heine. Die Straße "Unter den Linden" bietet ein Panorama der preußischen und deutschen Geschichte. So wohnte am östlichen Ende der Monarch, am westlichen Ende hingegen lebte und arbeitete ein Protagonist des bürgerlichen, anti-aristokratischen Berlins: der Maler Max Liebermann. Nach seinem Wohnort am Pariser Platz gefragt, pflegte Liebermann zu sagen: "Wenn man nach Berlin reinkommt, gleich links." Bevor es aber zum Pariser Platz und zum Brandenburger Tor geht, zeigt de Bruyn dem Leser noch das Schloss und das Kommandantenhaus (beide stehen nicht mehr); die Universität, wo Geistesgrößen wie Leibniz und Hegel unterrichteten; die Oper; die ehemalige Königliche Bibliothek (wegen ihres Aussehens "Kommode" genannt). "Mulis et musis", so Leibniz -- den Maultieren und den Musen -- sei das Gebäude gewidmet, in dem sich die Akademie der Wissenschaften und der Marstall zunächst die Räume teilten. An der Friedrichstraße verläuft die Grenze zwischen dem aristokratischen und dem bürgerlichen Teil der Linden -- mit berühmten Cafés, Hotels und Amüsierbetrieben unterschiedlichster Couleur.

Dass ihm aus architektonischer Sicht manches aus der alten Zeit mehr behagte, verhehlt de Bruyn nicht. Beispiele sind die Vergrößerung der russischen Botschaft und das gigantische Hotel Adlon, das vor nicht allzu langer Zeit wiedereröffnet wurde. Über ein Gebäude aber dürfte Einigkeit herrschen: Das Brandenburger Tor, dessen Viergespann, die Quadriga, von Napoleon "entführt" worden war, ist zu einem unverwechselbaren Wahrzeichen der Stadt geworden. Hier verlief 28 Jahre lang die Mauer. Heute ist das Tor offen und ein beliebter Treffpunkt der Berliner und ihrer Gäste. Heute sind die Linden ein Ort der Weltläufigkeit: "In ihr wird der wie ein Kleinstädter an seinen Ortsteil gebundene Großstädter zum Hauptstädter." --Mathias Voigt


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wunderschönes Buch 4. Juli 2005
Von Cenodoxus
Format:Taschenbuch
Ich habe diesen gelehrten Führer durch Berlins Prachtstraße mit großem Vergnügen gelesen und kann ihn sehr empfehlen, da er
1. die Geschichte dieser Straße auf wunderbare weise erzählt,
2. darüber hinaus sehr wertvolle Einblicke in Zusammenhänge von Preußens Hauptstadt Berlin und
3. des Hauses Hohenzollern bietet,
4. gerade zu einigen zentralen Punkten in einer beinahe unglaublichen Genauigkeit unterrichtet, so dass dieses Buch viel mehr ist als ein Buch über eine Straße (so z.B. über die Bücherverbrennungen von 1933, worüber ich noch nirgends so ausführlich und verständig gelesen habe),
5. die Gattung der Reiseliteratur auf wunderbare Weise wiederbelebt bzw. tatsächlich bei all jenen genannten Vorbildern anknüpft (wohl an erster Stelle Heine), die hier nicht nur als Quellen ausgeschöpft werden,
6. ein tolles umfassendes Literaturverzeichnis aufweist und
7. also ingesamt ein gelehrtes, zugleich lebendiges, nirgends zu sehr anekdotisches, das ausgewogene Maß findendes Buch darstellt, das einfach sehr viel Spaß macht.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch ist für alle, die sich für Berlins und Preußens Kultur und Geschichte interessieren, ein Muß. De Bruyn schafft es so ziemlich alle Epochen der preußischen Geschichte mit DER Prachtstraße, ihren Gebäuden und deren Bewohnern zu verbinden. Ich habe mich beim Lesen, wie auf einem Spaziergang "unter den Linden" gefühlt. Besonders, wenn man Berlin und seinen Charme kennt und zu schätzen weiß, wird einem dieses Buch viel Freude bereiten.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein schönes Berlin-Buch 12. September 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Das ist die Geschichte der Berliner Haupt- und Prachtstraße „Unter den Linden" und zugleich eine Geschichte Berlins und Preußens. Sie fängt im 17. Jahrhundert im Osten, am Schloß, an und endet 1989 im Westen, am Brandenburger Tor, mit der Wiedervereinigung Deutschlands. Vom Osten zum Westen hin fortschreitend, so wie die Bebauung der „Linden" stattfand, erfährt der Leser Wissenswertes über die Bauwerke, ihre Bewohner und ihre Entstehungszeit.
Für Berlin-Liebhaber, die mehr an Geschichte und geistigem Leben Berlins als an zusammenhanglosen Kuriositäten interessiert sind, ist das Buch eine Fundgrube und Beglükkung; Anekdotisches fehlt nicht, steht aber nicht im Vordergrund. Seltene Fotos und Reproduktionen von Gemälden bereichern den Inhalt noch mehr. Als Sachbuch deshalb hervorragend gelungen!
Kleine Mängel bestehen für mich darin, daß ich von einem so namhaften Schriftsteller mehr als ein Sachbuch erwartete und darin enttäuscht wurde. Der Verfasser liebt es, ganze Gedankenreihen in einem langen Satz aneinanderzuleimen, wobei er sich auch noch gelegentlich grammatisch verheddert. Er beschränkt sich auf einen gleichförmig gepflegten, rein beschreibenden Stil, der manchem Leser zu brav sein mag.
Anhänge (Zitatnachweis, Literaturverzeichnis, Personen- und Sachverzeichnis) betonen den Sachbuchcharakter.
Peter Rechenberg
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