Das ist die Geschichte der Berliner Haupt- und Prachtstraße „Unter den Linden" und zugleich eine Geschichte Berlins und Preußens. Sie fängt im 17. Jahrhundert im Osten, am Schloß, an und endet 1989 im Westen, am Brandenburger Tor, mit der Wiedervereinigung Deutschlands. Vom Osten zum Westen hin fortschreitend, so wie die Bebauung der „Linden" stattfand, erfährt der Leser Wissenswertes über die Bauwerke, ihre Bewohner und ihre Entstehungszeit.
Für Berlin-Liebhaber, die mehr an Geschichte und geistigem Leben Berlins als an zusammenhanglosen Kuriositäten interessiert sind, ist das Buch eine Fundgrube und Beglükkung; Anekdotisches fehlt nicht, steht aber nicht im Vordergrund. Seltene Fotos und Reproduktionen von Gemälden bereichern den Inhalt noch mehr. Als Sachbuch deshalb hervorragend gelungen!
Kleine Mängel bestehen für mich darin, daß ich von einem so namhaften Schriftsteller mehr als ein Sachbuch erwartete und darin enttäuscht wurde. Der Verfasser liebt es, ganze Gedankenreihen in einem langen Satz aneinanderzuleimen, wobei er sich auch noch gelegentlich grammatisch verheddert. Er beschränkt sich auf einen gleichförmig gepflegten, rein beschreibenden Stil, der manchem Leser zu brav sein mag.
Anhänge (Zitatnachweis, Literaturverzeichnis, Personen- und Sachverzeichnis) betonen den Sachbuchcharakter.
Peter Rechenberg