Unter den Brücken ist aus zwei Gründen ein wichtiger deutscher Film. Zum einen wurde er von Käutner 1944 noch während des Krieges und damit des Nazi-Regimes gedreht und entzieht sich bewusst dem lauten und propagandistischen Kino Goebbels. Er ist langsam, in ihm geht es um nur drei Personen und ihr Verhältnis und es geht um die Kleine Welt. Dadurch wird er subversiv - auch wenn man sich das heute kaum mehr vorzustellen vermag.
Zum Zweiten ist er auch in seiner moralischen Aussage subversiv.
Zum Plot: Zwei Binnenschiffer leben ein gänzlich unbürgerliches Leben auf einem Schleppkahn, der ihnen beiden gehört - Weltenbürger. Beide träumen jedoch auch von einem bürgerlichen Leben mit Familie und festem Wohnsitz. Als sie eines Abends bemerken, wie eine Frau namens Anna Geld von einer Brücke wirft, beginnt eine Dreiecksgeschichte. Beide verlieben sich in Anna. So treffen sie eine Vereinbarung: Wer Anna gewinnt, verliert das Schiff. Am Ende soll jedoch alles ganz anders kommen, als sie es sich ausgedacht haben.
Still und subversiv verfolgt Käutner dabei das sich entspinnende Dreiecksverhältnis und deckt dabei auf, wie sich alle drei Figuren immer wieder in ihre Wünsche, Träume und Vorstellungen verstricken, die an der Realität immer wieder versagen. Beide Binnenschiffer folgen zunächst dem klassischen bürgerlichen Beziehungsmuster ein Mann- eine Frau, bis sie merken, dass es auch Alternativen jenseits des Familienideals gibt.