Das Buch von Herrn Hart ist nach meiner Meinung ein schlechtes und einseitiges recherchiertes sehr boulevardträchtiges Pamphlet.
Er spielt mit Vorurteilen und Pauschalisierungen übelster Sorte und für den Leser ergibt sich eine Aufzählung von altbekannten „Bild - Zeitungs" Überschriften. Seriöse Milieustudien sehen anders aus. Hart beschränkt sich auf schockierende und platte Gruselgeschichten. Aus meinen eigenen Erfahrungen die ich bei meinem sozialen Dienst in Brasilien gesammelt habe, kann ich über solche Bücher nur den Kopf schütteln. Der Autor versucht nicht ansatzweise hinter die Geschichten und Schicksale zu gucken oder auch die einzeitigen Klischeebilder über Brasilien zu verwerfen. Ich hätte mir von einem Autor der laut Klappentext seit Jahren in Brasilien lebt, mehr erwartet. Es geht nicht darum sich Verbrechen und menschenunwürdige Geschehnisse schön zu reden, für den Leser ergibt sich aber ein vollkommen überzeichnetes negatives Bild von Brasilien. Wie stolz Herr Hart auch immer sein mag, über seine ach so „todesmutigen" Favelabesuche, sollte er nicht vergessen das Rio aber auch Brasilien nicht nur aus Drogenhändlern, exotischen Bikinifrauen und Krimiellen besteht. Gerade durch solche Bücher werden fälschlicherweise Klischees weiter verstärkt. Wer Brasiliens gute und schlechte Seiten wirklich kennen lernen will, sollte andere Bücher lesen.