Keri Hulme macht es ihren Lesern nicht leicht, in die Welt ihres Romans einzutauchen.
Unkonventionell, ja exzentrisch ihre Erzählweise; eigenwillig, von herb-poetischen Satz- und Wortschöpfungen geprägt ihr Stil. Das Ende am Anfang erschließt sich nur dem, der sich einlässt auf die faszinierende Reise durch die raue Schönheit der neuseeländischen Landschaft ins Innere der Charaktere und in die Mythen der Maoris.
Die drei Protagonisten - eine Malerin, ein Maori, ein stummes Kind - sind traumatisierte Seelen, die vom Zufall zusammengeführt werden. Es sind Menschen von unbändiger Eigenständigkeit, die einander brauchen. Und doch, so sehr sie sich bemühen, einander zu lieben, zu helfen und zu heilen, entkommen sie nicht der Hölle ihrer eigenen Verletzungen. So entsteht ein explosives Gemisch, das sich in verstörender Gewalt entlädt. Erst als alles verloren scheint und jeder für sich alleine seinen eigenen Heilungsprozess durchlaufen hat, finden sie zusammen zu einer neuen, starken Einheit.
Keri Hulme macht nicht den Fehler, alle Fragen zu beantworten und alle Geheimnisse zu lüften - und auch deshalb lässt einen dieses Buch nicht mehr los!
Leider geht in der deutschen Übersetzung viel von der linguistischen Kreativität und dem Wortwitz verloren. Wer kann, sollte das Buch im Original lesen.