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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
eine Liebe , die Grenzen und Zeit überdauert, 9. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Unter dem Safranmond: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das neue Buch der Autorin Nicole C. Vosseler ist alles in allem ein schöner Schmöker, der aber meiner Meinung nach im Mittelteil einige Längen aufweist, die meinen Lesegenuß etwas schmälerten. Die Handlung des Buches gliedert sich eigentlich in drei Teile. Erzählt wird die Geschichte der Maya Greenwood, einer Professorentochter aus Oxford, die durch die Bekanntschaft mit dem legendären, aber am Anfang der Geschichte noch unbekannten Richard Francis Burton , der als Student ihres Vaters, in ihr Elternhaus kommt, ein reges Interesse an der arabischen Kultur entwickelt. Nach und nach baut sich bei ihr ein ungeahntes Fernweh auf und als sie durch ihren Bruder Jonathan, Ralph Garrett , einen Militärkameraden ihre Bruders kennenlernt, der in der britischen Armee in Indien dient, brennt sie, nachdem die Eltern einer Heirat nicht zustimmen, mit Ralf durch und heiratet ihn gegen die Willen ihrer Eltern. Aber Ralph wird, weil er ohne die Zustimmung seiner Vorgesetzten geheiratet hat nach Aden , einer Stadt in Arabien zwangsversetzt. Seine gescheitere militärische Karriere und das eintönigen Leben in der arabischen Garnison ,lassen die Liebe zwischen Ralph und Maya zerbrechen. Als Maya von Einheimischen gekidnappt wird, lernt sie den charismatishen Rashad-al-Shaheen kennen und lieben. Doch dieser Liebe werden nur zwei Nächte zugestanden, die aber Mayas weiteres Leben bestimmen sollen. Der erste und dritte Teil dieses Buches spielen in England bzw. Kairo und werden sehr spannend, anschaulich und unterhaltsam geschrieben. Mayas Leben und ihre Liebe stehen im Mittelpunkt des Geschehens . Der zweite Teil spielt überwiegend in Arabien und diesen Teil habe ich als sehr langatmig empfunden, sodass ich des öfteren das Buch abbrechen wollte. Informationen über den Krimkrieg,politische Zusammenhänge und ausufernde Landschaftbeschreibungnen machten mir das Lesen nicht ganz leicht.Nicht dass ich an politischen Informationen und Landschaftbeschreibungen nicht interessiert bin, im Gegenteil, aber der Schreibstil in diesem Teil konnte mich nicht fesseln, ich hatte das Gefühl, Frau Vosseler wollte es nicht nur bei einem Liebesroman belassen, sondern schon auch etwas Anspruch in die Handlung bringen. Das ist ihr Meinung Meinung nach nicht ganz gelungen.Gut fand ich allerdings, dass die Reisen und das Leben des Engländers Richard Francis Burton immer wieder Erwähnung fanden ,da diese Person in Mayas Leben eine große Rolle spielte. Trotz allem war ich aber froh weitergelesen zu haben, da der dritte Teil mich wieder mit dem Buch versöhnt hat und ich rückblickend sagen muss, war nett das Buch, aber der Vorgängerroman "Der Himmel über Darjeeling" hat mir besser gefallen.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Reise durch die Welt und das Leben, 18. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Unter dem Safranmond: Roman (Gebundene Ausgabe)
Maya Greenwood ist 20 Jahre alt und das, was man einen Freigeist nennt. Sie leidet unter den strengen viktorianischen Regeln und dem damit verbundenen traditionellen Frauenbild, dem sie so gar nicht gerecht wird. Anstatt sich mit Handarbeiten und Mode zu beschäftigen widmet sie sich lieber dem Lesen und Lernen und über den Briefwechsel mit Richard Burton, Student ihres Vaters und späterem Entdecker wächst die Liebe zu fernen Ländern. Als sie über Ihren Bruder den Offizier Ralph kennen lernt, glaubt sie, über Ihn die Welt entdecken zu können. Doch ist es wirklich Ralph, den sie liebt oder eher die Vorstellung von Freiheit, die er ihr bieten kann? In Nicole Vosselers neuem Buch kommen sowohl Liebhaber des viktorianischen Gesellschaftsromans als auch die Liebhaber des historischen Reiseromans auf ihre Kosten. Das Buch bietet dem Leser eine kunstvoll verwobene Mischung aus beiden Genres, spielt die Geschichte doch erst im zutiefst viktorianischen konventionellen England, reist dann weiter - denn mit einer Reise möchte ich die Geschichte gerne vergleichen - ins zunächst trockene und trostlose, zuletzt aber dann doch märchenhafte Arabien um zum Schluss über den Umweg England noch ein weiteres orientalisches und doch okzidentalisches Land mit einzuschließen. Genauso unterschiedlich wie die Schauplätze sind auch die Farben, Gerüche und Aromen, die der Leser mit dieser Reise in Verbindung bringt: Grau und violett, goldene und braune Farbtöne sowie den Duft von Tee und Bisquits mit England, Indigoblau, Schwarz, Safrangelb, rot und den Duft von Kaffee, Ziegenfleisch und würzigem Gemüse mit Arabien und schließlich erdfarbene, gesetzte Töne und wieder dem Duft von Kaffee im letzen Land dieser wundervollen Reise. Nicole Vosseler gelingt es mühelos und einer wunderbar poetischen und schönen Sprache, dem Leser all diese visuellen und sinnlichen Eindrücke zu vermitteln und nahe zu bringen, ebenso wie ihre Protagonisten Maya, ihren Mann Ralph, ihren Bruder Jonathan, den Reiseschriftsteller Richard Burton und Rashad, der im Leben Mayas eine besondere Rolle spielen wird. All diese Figuren sind äußerst liebevoll und vielschichtig gestaltet und kämpfen glaubhaft aber nicht immer erfolgreich gegen ihre inneren Dämonen. Sie lieben, sie hassen, sie zweifeln, sie trauern - und immer ist der Leser ganz nah dabei, fühlt und leidet mit, erlebt glückselige Momente aber auch Tiefschläge. Am Ende dieser Reise ist jeder der Protagonisten in irgendeiner Form bei sich selbst angekommen und so bewahrheitet sich auch hier das Zitat, das ich irgendwann mal gelesen habe: Egal wie weit man fortläuft, man kommt immer wieder bei sich selber an. Die schönsten Momente in diesem Buch waren für mich die Nächte in der Wüste, von denen ich so gerne mehr erlebt hätte. Das ist auch das einzige, was ich ein bisschen zu bemängeln habe. Der Teil in Arabien war mir doch zu kurz. Ich hätte gerne länger unter dem Safranmond verweilt, dem ich mich näher gefühlt habe als dem Teil der Geschichte, der in England spielt. Nachdem ich die letzte Seite umgeschlagen, mir den Staub von der Kleidung geklopft und meinen Reisekoffer in den Schrank gepackt habe, hoffe ich dass es nicht allzu lange dauert, bis Nicole Vosseler mich mit ihrem nächsten Buch auf eine neue Reise mitnimmt.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Historischer Gesellschafts- und Abenteuerroman - wie ein epischer Film!, 31. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Unter dem Safranmond: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wer gerne historische Romane liest, die in exotische Länder führen, wird unweigerlich auf Nicole Vosselers Roman "Unter dem Safranmond" stoßen. Bereits der Klappentext verheißt, "die sinnliche Pracht des Orients und Gefühle, die alle Zeit überdauern", und damit verspricht der Verlag nicht zuviel. Ganz im Gegenteil, eigentlich reduziert dieser Hinweis den Roman auf den exotischen Schauplatz und eine Liebesgeschichte, obwohl Nicole Vosselers Roman eine Mischung aus Gesellschafts- und historischem Liebes- und Abenteuerroman ist und damit Lesern verschiedenster Genre einiges zu bieten hat. Der Roman führt die Leser vom Oxford im Jahre 1853 nach Aden im südwestlichen Arabien. Die junge, intelligente, gebildete und selbstbewusste Maya Greenwood lernt in ihrem Elternhaus Ralph Garrett, einen Freund ihres Bruders, der in der britischen Armee in Indien dient, kennen. Maya ist bereits seit ihrer Kindheit von exotischen Ländern und Sprachen fasziniert. Besonders beeindruckt und beeinflusst hat sie Richard Francis Burton, Freund des Hauses, mit seinen Schilderungen von militärischen und Forschungsreisen - und mit seiner Persönlichkeit. Als Ralph Garrett, der von Maya fasziniert ist, ihr den Hof macht, verliebt sich Maya in Ralph vor allem aber in sein abenteuerliches, geheimnisvolles Leben im fernen Indien. Als Mayas Familie die Zustimmung zur Verbindung der beiden verweigert, brennen die Verliebten durch und heiraten in Schottland. Eine Eheschließung, die Folgen für Ralphs berufliche Entwicklung hat. Statt dass der junge Unteroffizier wie geplant in einem Eliteregiment in Indien dienen kann, wird er nach Aden ins südwestliche Arabien entsandt, um dort in der militärischen Verwaltung tätig zu sein. Ralph fühlt sich in der beruflichen Verbannung, Maya in der Fremde und so zeigt sich schnell, dass die Verliebten sich mehr als fremd sind. Ihre Ehe wird für beide unerträglich. Als Maya von Beduinen entführt wird, erlebt sie den wahren Orient und lernt mit dem Anführer der Wüstenkrieger, dem charismatischen Rashad al-Shaheen, einen Mann kennen, der zwar aus einer ganz anderen Kultur stammt, mit dem sie aber trotzdem eine tiefe geistige Verbundenheit entwickelt, der Maya schätzt und achtet, und dem es gelingt, Mayas Herz einzunehmen... Nicole Vosselers Roman besticht bereits von der ersten Seite an mit ausgefeilten Charakteren, die den Leser berühren und mitreißen, unabhängig davon, ob man mit den Figuren sympathisiert oder eher Antipathie empfindet. Aber nicht nur die Figurenzeichnung überzeugt; auch die Einbettung der Figuren in ihre Umgebung gelingt der Autorin so, als ob die Leser mitten im Geschehen stehen und dieses persönlich miterleben oder in späteren Abschnitten so, als säße man versteckt in der Nähe der Beduinenzelte und dürfte das Geschehen durch einen Schleier beobachten. Nicole Vosseler erzählt die Geschichte von menschlichen Emotionen und unterschiedlichen Kulturen ohne Hast und Eile, insbesondere Mayas Reise, ihre Beziehung zu Rashad al-Shaheen und ihr Leben bei den Beduinen entfaltet sich in genussvoller Langsamkeit. Bei mir wurden in diesen Passagen und in den Passagen, die von Richard Francis Burton erzählen, Erinnerungen an Lawrence von Arabien wach, auch wenn die Thematik dieses Films eine ganz andere ist. Obwohl ich den arabischen Teil des Romans interessant, stimmungsvoll und beeindruckend fand, haben mich Nicole Vosselers plastische Schilderungen des Familienlebens im viktorianischen England besonders fasziniert und so hoffe ich, dass es vielleicht einmal ein ganzes Buch der Autorin vor diesem Hintergrund geben wird. Der Lübbe-Verlag hat Nicole Vosselers Roman mit zwei farbigen Karten zum südlichen Arabien und Indien Mitte des 19. Jahrhunderts sowie einer schwarz-weiß Karte zum Krimkrieg ausgestattet. Eine Schlussbemerkung der Autorin rundet den Roman mit zusätzlichen inhaltlichen Informationen zu Zeit und Charakteren ab. Vielen Dank, Nicole Vosseler, für eine informative, spannende, emotionsgeladene, atmosphärische Reise "Unter dem Safranmond", und einem Charakter wie Richard Francis Burton, dem ich sonst literarisch sicher nicht begegnet wäre.
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