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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zur Zeit, als der Wahnsinn seinen Lauf nahm...,
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Rezension bezieht sich auf: Unter dem Hakenkreuz 02: Ein Sommer in Paris (Gebundene Ausgabe)
Deutschland 1932: Martin Mahner steht vor seinem Abitur. Sein traditionsverhafteter Vater sieht in dem stillen jungen Mann bereits einen erfolgreichen Juristen. Doch Martin, der sich mehr zum Theater und zur Literatur hingezogen fühlt, verfolgt andere Pläne. Die Arzttochter Katharine, die eines Tages nebenan einzieht, wird zu seiner ersten, zunächst wegen seiner Schüchternheit jedoch nicht zur Entfaltung gelangenden grossen Liebe. Als die Ressentiments gegenüber der jüdischen Bevölkerung im Zuge der Erstarkung Hitlers immer mehr zunehmen, müssen Katharinas Eltern für ihre Ethnie teuer bezahlen. 1939 geht Mahner nach Paris, um den beengenden politischen Verhältnissen in der Heimat einstweilen zu entkommen und seine Doktorarbeit voranzutreiben. Hier trifft er wieder auf Katharina, die in der Stadt der schönen Künste im Exil lebt. Als Mahner nach Deutschland zurückkehrt, wartet auf den Verehrer des Werks von Stefan Zweig bereits der Einberufungsbefehl. Ein paar Jahre später wird der Blondschopf bittere Bilanz ziehen: «Eines schönen Tages hatte man mich in eine Uniform gesteckt und mir meine Jugendträume genommen.»Mit der Serie «Unter dem Hakenkreuz» ist Philippe Richelle und Jean-Michel Beuriot ein grosser Wurf gelungen. Mit einem angenehm unaufdringlichen Zeichenstil wird anhand der Biografie eines mittelmässig an Politik interessierten Jünglings, der im Grunde einfach sein Leben leben und glücklich werden will, aufgezeigt, wie Deutschland sukzessive auf die Katastrophe zusteuerte. Wie die Bevölkerung sich darauf einliess, wie mancher es ahnte, wie gewiss einige davor warnten, und wie man doch nichts dagegen unternahm, unternehmen wollte, unternehmen konnte. Der an den Anfang des ersten Bandes «Der letzte Frühling» gesetzte Prolog wirft einen Blick voraus ins Jahr 1943 und lässt erahnen, dass die Geschichte für den Protagonisten möglicherweise durchaus tragisch ausgehen könnte. Hier schliesst der dritte Band «Maria» an, dessen Erscheinen noch auf das Frühjahr 2010 anberaumt ist. «Unter dem Hakenkreuz» besticht vor allem durch seine komplex und keineswegs frei von Widersprüchen gestalteten Figuren sowie die differenzierte historische Betrachtungsweise: Auch wenn - und vielleicht gerade weil - der Autor Franzose ist, hält ihn das etwa im zweiten Band «Ein Sommer in Paris» keineswegs davon ab, auch mit dem braunen Gedankengut sympathisierende eigene Landsmänner auftreten zu lassen. Stark! (Comic-Check) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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