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Unter dem Astronautenmond
 
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Unter dem Astronautenmond [Ungekürzte Ausgabe] [Taschenbuch]

John Updike , Kai Molvig
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 15 (6. Januar 1978)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499141515
  • ISBN-13: 978-3499141515
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 11,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 30.905 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

«Dieser Rabbit, der so unscheinbar begann, ist auf dem besten Wege, ein amerikanischer Nationalheld zu werden.» (Willi Winkler, Der Spiegel) Harry Angstrom, gutsituierter und zufriedener Bürger, und seine Frau Janice, weniger satt und weniger zufrieden, spielen miteinander das alte Spiel von Überdruss und Gleichgültigkeit, von Trennung und Versöhnung. Aber als der verlassene Harry einen drogensüchtigen Teenager und ihren Black Power-Freund bei sich aufnimmt, bahnt sich eine Katastrophe an.

Über den Autor

Geboren am 18.03.1932 in der Kleinstadt Shillington, Pennsylvania, als einziges Kind des Sekundarschullehrers und Diakon Wesley Russel Updike und dessen Frau Linda Grace Hoyer. Kindheit in materieller Bedrücktheit. Schulbesuch weiterhin in Shillington. 1950 Stipendium zum Studium am Harvard College, Hauptfach Anglistik; Abschluss des Untergraduiertenstudiums 1954 mit summa cum laude. Er heiratete 1953 die Kunststudentin Mary Entwistle Pennington, mit der er nach Abschluss des Studiums ein Jahr an die Ruskin School of Drawing and Fine Art in Oxford, England, ging. Nach Rückkehr in die USA von 1955-1957 fest angestellt beim Magazin «The New Yorker». Danach verfasste er als freier Mitarbeiter Kurzgeschichten und einflussreiche literarische Kritiken. 1957 Umzug nach Ipswich im neuenglischen Massachusetts. 1964 Vortragsreisen durch die UdSSR, Rumänien, Bulgarien und die Tschechoslowakei. Seit 1964 ist Updike Mitglied des National Institute of Arts and Letters. 1973 Fulbright-Lektor in Afrika. 1976 Mitglied der American Academy of Arts and Letters. Auszeichnungen: Guggenheim Fellowship in Poetry für «The Carpendered Hen and Other Tame Creatures» (1959); Rosenthal Foundation Award des National Institute of Arts and Letters für «Das Fest am Abend» (1960); Pulitzer Price for Fiction für «Bessere Verhältnisse» (1982); Lincoln Literary Award (1983); Distinguished Pennsylvania Artist Award (1983); National Book Critics Circle Award for Criticism für «Amerikaner und andere Menschen» (1984); St. Louis Literary Award (1988); Bobst Award for Fiction (1988); National Medal of Arts (1989); Premio Scanno (1991); O'Henry Award für «A Sandstone Farmhouse» aus «The Afterlife and Other Stories» (1991); Common Wealth Award (1993); Conch Republic Prize for Literature (1993) Commandeur de l'ordre des arts et des lettres (1995); The Howells Medal from the Academy of Arts and Letters (1995). John Updike starb am 27. Januar 2009 in Massachusetts. Sein gesamtes Werk ist auf Deutsch im Rowohlt Verlag und im Rowohlt Taschenbuch Verlag erschienen.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Rabbit im Vollrausch 4. Januar 2005
Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
John Updike, der große Mann der amerikanischen Gegenwartsliteratur, hat mit seiner Rabbit-Reihe einen der bemerkenswertesten „Fortsetzungsromane" in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschaffen. Die Besonderheit dieser Reihe liegt unter anderem darin, dass jeder Roman in der Zeit entstanden ist, in der er spielt. Alle zehn Jahre wird eine Episode aus dem Leben der Hauptfigur Rabbit, Harry Angstrom, geschildert.

„Unter dem Astronautenmond" beschreibt eine Phase in der amerikanischen Geschichte, die einerseits geprägt ist durch Kennedys Vision, die Landung auf dem Mond (daher der Titel), andererseits durch eine der düstersten Kapitel US-amerikanischer Geschichte, dem Vietnam-Krieg.

Rabbit, ein konservativer Mittdreißiger, der beruflich und privat in Krisen steckt, flüchtet aus seiner stumpfen Welt in ein Abenteuer, das gekennzeichnet ist durch Drogen, Sex mit einer 18jährigen Abhängigen, Auseinandersetzungen mit einem Schwarzen, der sich selbst als die Wiedergeburt Christi sieht und das endet mit einer Katastrophe und Verlust. Im Kleinen setzt sich Rabbit mit den Dingen auseinander, mit denen sich die „Unvereinigten Staaten von Amerika" (so Skeeter, der selbsternannte Messias) und insbesondere der konservative Teil konfrontiert sieht: Rassenunruhen, Pazifismus, Säkularisierung.

Updike ließ sich 1970/71, als der Roman entstand, aus meiner Sicht ein bisschen zu viel von der Hippiewelle mitnehmen und übertreibt es im Mittelteil des Romans mit den geschilderten Eskapaden. Seine Schwester Mim, die gefallene Tochter seiner Eltern, trägt mit ihrem Auftritt ein Übriges bei. Mit ihr fallen die letzten konventionellen Schranken, die sich Rabbit in den ersten dreieinhalb Jahrzehnten seines Lebens aufgebaut hat.

Nichtsdestotrotz ist Updike ein Meister seines Fachs. Er versteht es eine Atmosphäre aufzubauen, die ihresgleichen sucht. „Unter dem Astronautenmond" kann nicht ganz mit den ersten Teil der Rabbit-Romane („Hasenherz") mithalten und erreicht den letzten Teil „Rabbit in Ruhe" bei weitem nicht. Dennoch: Als Teil der Reihe unverzichtbar. Ich kann jedem, der an amerikanischer Gegenwartsliteratur nur ein bisschen interessiert ist, nur empfehlen, sich an diese Reihe zu wagen. Große Literatur, die irgendwann doch noch mit dem Nobelpreis gewürdigt werden wird.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Roland Freisitzer TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Im zweiten Roman in John Updikes groß angelegter Rabbit Tetralogie erlebt der Leser Harry "Rabbit" Angstrom zehn Jahre nach der Friedhofszene am Ende von Hasenherz. Harry und Janice haben doch zusammengefunden, nutzen aber jede Gelegenheit, um dem Partner weh zu tun.

Dieser Roman spielt um die Zeit 1969/1970 und steht unter dem Einfluss von Vietnam, Flower-Power, Hippie-Kult und Afrolook. Er ist auch ein anklagendes Portrait seiner Zeit, dass sich indirekt gegen Rassismus und den Vietnamkrieg stellt, in dem John Updike seinen Harry "Rabbit" Angstrom um keinen Deut sympathischer agieren lässt als in "Hasenherz", ihn beziehungsgestört, politisch inkorrekt, mehr als leicht rassistisch angehaucht und sexuell irrational agieren lässt. Wie viel davon jetzt auf die Zeit zurückzuführen ist, kann ich nicht wirklich beurteilen. Literarisch funktioniert "Unter dem Astronautenmond" jedoch ziemlich gut.

Während das sowjetische Soius (Sojus) um die Erde kreist und die Amerikaner im All auf zielsicherer Entdeckungsreise sind, während Nixons Zeit im abklingen ist und Gerald Ford in den Startlöchern scharrt; ist Rabbits Sohn Nelson nun dreizehn Jahre alt und kleiner als seine Klassenkameraden, was ihm nicht gerade gut tut. Die Partnerschaft von Janice und Harry hat scheinbar jeglichen Reiz für beide verloren und als Harry spürt, dass Janice einen Liebhaber hat, gibt er kampflos auf und ermutigt sie, zu ihrem Liebhaber zu ziehen. Da in Janices neuer Umgebung nicht genug Platz für einen dreizehnjährigen Jungen ist, bleibt dieser bei Harry. Der gesundheitliche Verfall von Harrys Mutter begleitet das Geschehen.

Von einem schwarzen Kollegen in einen Nachtklub eingeladen, lernt er dort die junge (weiße) Jill kennen, ein aus reichem Elternhaus geflohenes Hippiemädchen. Nicht wirklich fasziniert von ihr, sondern vom schwarzen Mädchen Babe, nimmt er Jill mit nach Hause und bietet ihr ein an eine Kommune erinnernde Wohngemeinschaft an. Während Jill die beiden Angstrom Männer auf unterschiedliche Weise fasziniert, taucht eines Tages der Skeeter auf und mischt sich in das mittlerweile eingespielte Leben der drei ein. Skeeter ist schwarz, mit einem riesigen Afro versehen, handelt mit Drogen und wird von der Polizei gesucht.

Skeeter hat eine fast zentrale Funktion in "Unter dem Astronautenmond" (engl Original "Rabbit Redux"). Er ist einerseits quasi das Gewissen der beteiligten Weißen, sowie aller weißen Amerikaner per se. Andererseits verkörpert er so ziemlich alle zu der Zeit (und teilweise heute noch immer) üblichen Klischees über Afroamerikaner. Dadurch schafft sich Updike eine besondere Freiheit des Erzählens, die aufregend zu verfolgen ist.

Aber Zentrum des Geschehens in Rabbit Angstroms Haus ist Jill, die zu jedem der drei Männer eine ganz individuelle, immens wichtige Beziehung entwickelt. Während Harry wieder durch Entscheidungsunlust glänz und sich der getrennt lebenden Mutter von Nelsons Freund Billy Fosnacht zuwendet, passiert das Unglück. Eine Tragödie, die, mit zusätzlicher Hilfe von Rabbits Schwester, das Ehepaar Angstrom doch wieder zusammenbringt.

Der Roman "Unter dem Astronautenmond" ist ein bestechend präzises Portrait der amerikanischen Gesellschaft um 1969/1970 und ein literarisch großartiges Werk. "Rabbit" Angstrom ist nach nun schon zwei Büchern ein fast naher Bekannter und trotz nicht spärlich gesäter Momente des Entsetzens über sein Verhalten, seine Vulgarität und seine latent vorhandene Schlappschwanz-Attitüde eine großartige literarische Figur.

In der korrekten Reihenfolge gelesen, eine absolute Empfehlung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Teil 2: Rabbit in Unruhe 29. Dezember 2011
Format:Taschenbuch
Wie kaum ein Zweiter versteht es John Updike, Personen und Zeitgeschehen miteinander zu verzahnen. In "Rabbit Redux", dem zweiten Band der "Rabbit"-Tetralogie, sind es die Hippiebewegung, der Vietnamkrieg und die Rassenunruhen zu Beginn der siebziger Jahre, die Harry "Rabbit" Angström bewegen.

Das Drama beginnt, als Rabbits Frau Janice fremdgeht. In seiner Kränkung ist Rabbit, ganz Mann, ganz Mensch, auf Verdrängung und Ausgleich aus. In einer zwielichtigen Bar lernt er ein junges Mädchen kennen, mit dem er ein Verhältnis beginnt. Als Jill ihn bittet, dem polizeilich gesuchten schwarzen Dealer Skeeter Unterschlupf zu bieten, willigt Rabbit ein - und das Unheil nimmt seinen Lauf. Gemeinsam nimmt man Drogen, kommt es zu sexuellen Exzessen, wird auch Rabbits Sohn Nelson in die Gelegenheits-WG hineingezogen. Am Ende verliert Rabbit nicht nur seine Frau, sondern auch seinen Job und sein Haus, das Nachbarn in Brand stecken.

Updike ist ein Meister darin, seine Charaktere plastisch und transparent zu zeichnen, ihre Gefühle und das komplizierte, teils auch widersprüchliche Geflecht zwischen ihnen darzustellen. Wut, Ärger, Eifersucht, Verunsicherung, Demütigung - all dem unterzieht er Rabbit und lässt den Leser daran teilhaben. Dabei wird es nie psychologisierend oder belehrend, sondern ist stets präsize und realistisch. Das macht Updike so gehaltvoll und zeitlos.

Die nächsten beiden Bände ("Rabbit is Rich" und "Rabbit at Rest") sind zwar noch besser, aber "Rabbit Redux" ist ein absolut lesenswerter Roman. Ich hätte viereinhalb Sterne gegeben, wenn es ginge.
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