Ein Wien-Buch wie kein anderes: Mit diesem spannenden Bild- und Textband über die unterirdischen Bereiche der Donaumetropole Wien liegt endlich ein Buch vor, daß sich von den gängigen Wien-Bildbänden erfreulich abhebt.
Die Autoren zeichnen ein vielschichtiges, historisch angelegtes Bild der alten kaiserlichen Residenzstadt, das sich an dem orientiert, was sich unterhalb der Straßen befindet. Das gab es bisher nicht.
Der Untergrund von Wien ist seit dem Filmklassiker »Der dritte Mann« weltberühmt. Noch heute kann man den Spuren von Harry Lime folgen: einen Kanaldeckel anheben, in das Abwassersystem absteigen und später aus einer Litfaßsäule wieder an die Oberfläche treten.
Unter dem Pflaster finden sich vielfältige Hinterlassenschaften aus der Geschichte der Donaumetropole: Die Reste eines römischen Kastells und der Befestigungsanlagen aus der Zeit der Türkenkriege sind bei Bauarbeiten freigelegt worden. Dort unten liegt auch das Reich der Toten: Am Stephansdom kann man in die weitläufigen Katakomben einsteigen, die als Begräbnisstätte privilegierter Familien, aber auch als Beinhaus dienten. Zahlreiche Grüfte unter Kirchen und Klöstern zeugen von der jahrhundertealten Geschichte der Stadt an der Donau. Im Zweiten Weltkrieg sollte die Bevölkerung unterirdisch Schutz vor Bombenangriffen finden: Tiefbunker wurden errichtet und die Keller der durch ein weitläufiges System von Gängen verbundenen Stadthäuser als Schutzräume genutzt.
In diesem reich bebilderten Band zeichnen die Autoren anhand des Untergrundes ein vielgestaltiges Bild der Geschichte Wiens von der Römerzeit bis in die Gegenwart. Besonders bei den Abbildungen trumpft das Buch als interessanter Begleiter auf. Ob man in Wien lebt oder sich von seiner Reise ein wirklich außergewöhnliches Erinnerungsstück mitnehmen will: Mit diesem Buch kann man sich ein Stück von Wien nach Hause holen, das bisher in dieser Form nicht sichtbar war.