Greg Iles legt nach "AtEros" mit "Unter Verschluss" gewaltig nach. Zwar auf einem ganz anderem Feld, der eines Anwalts und einem lange unterdrückten Mord in einer Kleinstadt im Staat Mississippi, aber sehr bildhaft und voller Emotionen. Warum es dann doch kein 5-Sterne-Roman wurde, liegt an der übertriebenen und ausschweifenden Beschreibungen vieler Situtationen, und nicht minder, der vielen Beziehungen der Personen, die nicht in dieser Fülle erzählt hätten werden müssen. Der Roman wäre anstatt der 669 locker mit 450 ausgekommen, und so dichter und noch spannender geworden. Bis endlich der Fall, in dem es sich in dem Roman dreht, zu Tage tritt, und dadurch Spannung entsteht, vergehen 250 Seiten! Was "Unter Verschluss" aber nicht in einen Langweiler abdriften lässt, sind die Rassenproblematiken des Südens, die auf diesen Seiten sehr ausführlich beleuchtet werden. Interessiert sich der Leser dafür - so wie ich - dann ist der Roman ein wirklich Guter, komplett.