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Produktinformation
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»Die eindringliche Schilderung dieses explosiven Stimmungsgebräus aus Paranoia, Hysterie, Feigheit und Schadenfreude macht dieses Buch zu einer hochaktuellen Lektüre … Es gelingt ihr, eine zeitgemäße und zugleich wunderbar altmodische Liebesgeschichte zu erzählen und damit nicht nur Jugendlichen Lust darauf zu machen, dem Mainstream zu widerstehen. Mit »Ugly Girl« hat die Jugendliteratur endlich wieder ein starkes Mädchen, eines mit Muskeln und Gefühl und Verstand. Ein Glücksfall.«
Literaturen
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Joyce Carol Oates gelingt es, ein hochaktuelles Jugendthema zu behandeln und dabei eine sensible, unvergessliche Liebesgeschichte zu erzählen. Ihr erster Roman für junge Leser ist meisterhafte Literatur
Das Thema „Attentat an Schulen", welches durch den Amoklauf eines Schülers in Erfurt an Aktualität kaum zu überbieten ist, wird von Oates auf sensible Art und Weise aufgegriffen und verarbeitet. Vorgänge und Hintergründe werden erklärt und verdeutlicht, wobei die persönlichen Impressionen und Emotionen der Hauptakteure in den Vordergrund gestellt werden.
Da Oates eingehend beschrieben hat, wie Matt mehr und mehr Freunde verliert, versteht der Leser, wie schnell die Angst der Menschen eine unberechenbare Eigendynamik entwickelt und in Panik umschlägt. Diese Panik sucht sich seinen Sündenbock und glaubt nur zu gerne die Gerüchte über den vermeindlichen Täter.
Da wohl jeder Mensch sich schon mal ungerecht behandelt fühlte, kann man Matts Verzweiflung gut nachfühlen. Die im Vergleich zu Matt stark erscheinende Ursula ist einem trotz ihrer Unnahbarkeit und Sonderlichkeit sofort sympathisch.
Da „Ugly Girl" oft aus ihrer Sicht schreibt, bekommt man die Möglichkeit, nach und nach in ihre Gefühlswelt vor zu dringen, die ihr ebenfalls wieder Sympathiepunkte einbringt.
Da die Charaktere nur nach und nach was von sich preisgeben, bleibt der Spannungsbogen während der gesamten Geschichte erhalten.
Dadurch wird es dem Leser ermöglicht, sich selbst in den Personen hinein zu versetzen. Der Leser leidet mit Matt, kämpft mit Ursula und erlebt die Höhen und Tiefen ihrer Freundschaft und Liebe.
Trotz der Emotionen verkommt „Unter Verdacht" nicht zu einem Kitschroman. Er dürfte aufgrund der Spannung für Mädchen und Jungen gleichermaßen interessant sein
Der beliebte Schüler Matt, der allerdings manchmal ein etwas lockeres Mundwerk hat und gerne den Sprücheklopfer (deshalb der Spitzname „Big Mouth") abgibt, gerät durch Verleumdung in den Sog der selbst laufenden Gerüchteküche. Von den Medien verheizt, von Mitschülern, Freunden und Nachbarn geächtet, wird er nach und nach zum „Outlaw".
Dabei finde ich, dass die Thematik „Attentat eines Schülers auf Schule und Mitschüler" hier lediglich aktueller Aufhänger ist, das Buch im Schulumfeld ansiedelt und an das noch allgemein bekannte „Columbine-Highschool-Massaker" und den Amoklauf in Erfurt anknüpfen lässt, doch im Grunde ist dieser Auslöser austauschbar. Das weitere Geschehen/die Problematik löst sich inhaltlich völlig davon.
In der Person Matts spürt man hautnah die Scham, die Beklemmung, ja Panik, und die ausweglose Situation eines unschuldig Verdächtigten. Auch erfährt man die lähmende Angst der Mitmenschen - Angst vor der eigenen Zivilcourage, Angst davor, in die Maschinerie des Rufmords hineinzugeraten. Keiner will als Zeuge wirklich für Matt einstehen. - Mit einer Ausnahme: Nur Ursula Riggs fühlt sich dazu berufen und verpflichtet, Matt mit ihrer Zeugenaussage zu helfen. Das gelingt zunächst auch, doch unabhängig davon ergeben sich Nachwirkungen und die Spirale um Matt dreht sich immer weiter.
Das Besondere aber an Ursula ist, dass auch sie ein Außenseiterdasein an der High-school fristet. Als Ursula ist sie eine nicht gerade hübsche, schüchterne, unscheinbare graue Maus, die kaum Freunde hat, doch sie hat ein Alter Ego, „Ugly Girl", eine sehr gute Sportlerin, die unabhängig, unnahbar, unverletzbar über den Dingen steht. Hervorgehoben wird diese „Spaltung" auch dadurch, dass Ursula aus der „Ich"-Perspektive spricht, Ugly Girl aber in der 3. Pers. Sg.
In Ursula und Matt, die sich auch immer näher kommen und zum Schluss Freunde, ja gar Liebespartner, werden, sind mit viel psychologischem Gespür zwei interessante Persönlichkeiten dargestellt, die ihre Angst vor Nähe und Aufmerksamkeit überwinden und ein neues Lebensgefühl gewinnen. Das Ganze geschieht durch die gestalterischen und sprachlichen Mittel mit einem außergewöhnlich hohen Identifikationsfaktor, denn wer hat sich in seinem Leben nicht schon einmal ungerecht behandelt gefühlt?
Das Buch "Unter Verdacht" ist die Geschichte von zwei Jugendlichen: Matthew Donaghy und Ursula Riggs. Lesen Sie weiter...
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