| ||||||||||||
Produktinformation
|
Der Buchtitel "Unter Null" oder, im amerikanischen Original, "Less than zero", ist programmatisch für diesen Roman.
Protagonist des Buches ist Clay, ein reicher Upperclass-Junge. Clay, soeben vom Elite-College in Neuengland zurückgekehrt ins sonnige L.A., steht stellvertretend für diese Gesellschaft, quasi als ihr Abziehbild. Unfähig, Freude oder nur irgendein Gefühl zu empfinden, verbringt er die Weihnachtstage zusammen mit Freunden, die nicht weniger verstört und oberflächlich sind als er. Als Kinder reicher Eltern und frei von jeglichen sozialen oder beruflichen Verpflichtungen sind die Tage dieser Kids ausgefüllt mit Partys, Abhängen in den Villen der Freunde, Sex mit wahllos gewählten Partnern, Drogen- und Alkoholexzessen und ziellosen Autofahrten mit dem neuen Mercedes-Cabriolet über die Boulevards von L.A. - immer auf der Suche nach dem, was einen kurzen Endorphinkitzel verspricht, um der Langeweile und der Leere wenigstens für eine Weile zu entfliehen. Clay, selbst ein Teil dieses Kreislaufs, entfremdet sich im Laufe des Buches immer mehr von seinen Freunden, ist aber dennoch nicht in der Lage, dieser sich stetig nach unten windenden Spirale zu entkommen. Erinnerungen an Dinge aus der Vergangenheit kommen gegen Ende des Buches immer wieder hoch, wie z. B.
Im Laufe des Buches muss Clay aber auch lernen, dass sich seine "Freunde" langsam von Kindern zu frustrierten Erwachsenen entwicklen, dass sie sich in Opfer und Täter verwandeln, die aus dieser Welt schrittweise in ein Schlachthaus machen. Langsam distanziert er sich von diesem Leben, und beginnt Erinnerungen an seine Kindheit dem aktuellen Geschehen gegenüberzustellen. Aber auch von seiner Famillie ist nicht genug übrig, um ihm in Kalifornien eine Heimat zu geben.
Für ein Erstlingswerk eines 20jährigen Autors ungewöhnlich hellsichtig. Die Kritik an dem Leben der jugendlichen Töchter und Söhne reicher Eltern ist in kurze, zündende Dialoge gepackt, ein Wortwechel sagt oft mehr als 20 Seiten Prosa bei anderen Autoren. Die Gewalt, die wie in anderen Büchern von Ellis hier am Ende steht, ist aus dem Leben und den Einstellungen der Handelnden leider nur zu gut erklärbart und damit auch weniger unvermittelt und überraschend als in Ellis späteren Romanen. Dafür vielleicht aber noch etwas schockierender, weil realer.
Nicht nur für Fans geeignet.
|
|
|