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Unter Linken [Broschiert]

Jan Fleischhauer
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Produktinformation

Leseprobe: Jetzt reinlesen [270kb PDF]
  • Broschiert: 352 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 7 (11. Mai 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498021257
  • ISBN-13: 978-3498021252
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (136 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 20.842 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jan Fleischhauer
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Eine Erkundung der linken Lebenswelten – persönlich, boshaft und sehr unterhaltsam.

„Mit so viel Witz und scharfer Intelligenz hat sich in Deutschland noch keiner die Linke vorgenommen.“ Roger Köppel, Die Weltwoche

"Endlich! Wie lange hat man auf dieses Buch gewartet, das überfällig war." Arnulf Baring, Die Welt

Klappentext

Linke Lebenswelten? SPIEGEL-Redakteur Jan Fleischhauer weiß, wovon er spricht, hat er doch gleich mehrere linke Milieus durchlaufen: zu Hause (in einem typischen Hamburger Hardcore-SPD-Haushalt), in der Schule, in der Journalistenausbildung und auch beim SPIEGEL. Er hat das alles auch brav, teilweise sogar mit Emphase, mitgemacht, bis er irgendwann merkte: Links sein ist nichts für mich. «Am Anfang versuchte ich, meine konservativen Neigungen zu unterdrücken. Ich redete mir ein, sie würden vorbeigehen wie jugendliche Hitzewallungen. (…) Das Schwierigste für jeden späteren Konservativen ist immer das Coming-out.» Darüber hat Jan Fleischhauer ein scharfsinniges, scharfzüngiges Buch geschrieben, das für Diskussion sorgen wird (und will) – ein Buch der Entzauberungen, der Zerstörung von Legenden und Halbwahrheiten. BOOKMARKS hat den Autor zu linken Lebenswelten und konservativen Aufbrüchen befragt.

DAS INTERVIEW (BOOKMARKS):

Wen meinen Sie, wenn Sie von «links» sprechen – die Grünen, die Sozialdemokraten oder die Mitglieder der Linkspartei?
Die Linke, mit der ich mein Leben lang zu tun hatte, ist ein Milieu, das man am besten als Links-Bürgertum bezeichnen kann und das sich schnell an seinen Konsum- und Lebensgewohnheiten erkennen lässt, dieser Lebenswelt aus Biotheke, Tempo-30-Zone und Kinderladen, die sich über ganz Deutschland ausgebreitet hat und heute jedes Innenstadtquartier bestimmt. Links sein ist hier viel mehr als eine ideologische Zuschreibung, die sich an einer Parteipräferenz festmachen lässt, es ist ein Lebensgefühl. Wer links ist, lebt in dem schönen Gefühl, moralisch irgendwie privilegiert zu sein.

«Ein Mann sieht rot», heißt es in der Rowohlt-Verlagsvorschau über Ihr Buch. Sehen Sie tatsächlich so viel Rot, wenn Sie sich im Wahljahr 2009 die politisch-kulturelle Landschaft Deutschlands anschauen?
Jedenfalls ist der alte Gegensatz zwischen links und rechts wieder in Kraft. Bis vor kurzem hieß es doch immer, die alten politischen Unterscheidungen hätten ihre Bedeutung verloren, jetzt ist wegen der Krise allenthalben von der Renaissance der Linken die Rede. Die andere Seite hat übrigens in der politischen Berichterstattung nie eine Renaissance, da kann noch so viel passieren. Für Leute, die der Marktwirtschaft immer schon kritisch gegenüber standen, ist die Wirtschaftskrise ein Gottesgeschenk, weil sie einen jeder weiteren Argumentationsmühe enthebt. Man muss in einer Diskussion nur "Achermann" oder "Wall Street" rufen, wenn sich jemand mit einem schüchternen Einwand hervortraut, und schon wackeln alle Umstehenden einverständig mit den Köpfen.

Sie wuchsen «links behütet» in einem Hamburger SPD-Haushalt auf. Erzogen von einer Mutter, die 39 Jahre treues SPD-Mitglied war, bis sie wegen Beck/Ypsilanti «die Partei» verließ. (Nicht verhindern konnte Frau Fleischhauer aber, dass sich ihr Sohn in jungen Jahren in Hamburg-Wellingsbüttel beinahe einer Top-Befreiungsbewegung angeschlossen hätte, den amerikanischen Black Panthers …) Haben Sie es je bedauert, nicht in einem konservativeren Elternhaus groß geworden zu sein?
Würde ich mit Ja antworten, müsste ich damit einräumen, dass ich mir andere Eltern vorstellen könnte. Außerdem hätten wir dann ja zuhause nichs zu streiten gehabt, oder mehr noch: Ich wäre vielleicht aus Protest ein Linker geworden. Es ist übrigens gar nicht so schlimm in einem Haushalt aufzuwachsen, in dem es amerikanische Konsumprodukte aus Prinzip schwer haben und kleinen Kooperativen beim Einkauf grundsätzlich der Vorzug gegeben wird, auch wenn die Kleiebrötchen aus ökologisch wertvollem Anbau wie Brickets schmecken. Andere Kinder müssen auf Grund ihres Glaubens ohne Koteletts groß werden und vier Wochen im Jahr fasten.

«Ich gehöre zu einer Generation, die gar nichts anderes kennt als die Dominanz der Linken …» Die Ära Helmut Kohl, die Kanzlerschaft Helmut Schmidts, die Gerhard-Schröder-Jahre, die Große Koalition unter Führung Angela Merkels – alles «Dominanz der Linken»?
Die Linke ist die kulturell dominierende Macht in Deutschland; sie bestimmt, wie die Dinge zu sehen und zu bewerten sind – das gilt für das Theater, die Kunst und in besonderer Weise die Meinungswirtschaft, in der ich seit 20 Jahren arbeite. Das Volk hingegen hängt störrisch seinen Vorurteilen an, deshalb haben es Linke ja auch so schwer, ganz nach oben an die Regierung zu kommen, denn das setzt in der Regel einen für jedermann zugänglichen Wahlgang voraus.

Viel Feind, viel Ehr’! Jede Menge linker Polit- und sonstiger Prominenz bekommt in Unter Linken ihr Fett ab, Oskar Lafontaine, Hans Mommsen, Jürgen Habermas, Erich Fried, Jens Jessen u.v.m. Erwarten Sie einen Aufschrei der Entrüstung nach Erscheinen Ihres Buches?
Die Hälfte ist tot, emeritiert oder im intellektuellen Vorruhestand, insofern erhoffe ich eine gewisse Schonung aufgrund geriatrischer Abnutzung. Anderseits sind alle Aufrufe zu Toleranz und Achtung von Minderheiten auf der Linken immer ganz schnell vergessen, sobald sie auf einen leidlich konservativen Menschen stößt. Wir werden sehen, welche Kräfte die Oberhand behalten. Aber was soll ich mich beklagen? Vermöbelt zu werden, gehört dazu.

Zu den lustigsten Passagen Ihres Buches zählt die Beschreibung des «Orkans» Wolf Schneider, der in Ihrer Berufsfindungsphase einst über Sie hereinbrach. Wodurch hat der Leiter der Hamburger Journalistenschule von Gruner + Jahr Ihr Verständnis von gutem Journalismus geprägt?
Schneider kannte keinen Betroffenheitsjournalismus, schon gar keinen Kitsch und keine Sentimentalität beim Schreiben, was ich für eine große Tugend zu halten gelernt habe. Bei verunglückten Sprachbildern schrieb er "Bäh" daneben, angeblich malte er in besonders schlimmen Fällen kleine Galgen, aber vielleicht ist das auch nur ein Gerücht. Ich habe jedenfalls enorm von ihm profitiert – vor allem hat er mir die Auge dafür geöffnet, dass ein realistisches Menschenbild den Journalisten weiter trägt als ein idealistisches.

Konnten Sie Rowohlt-Verleger Alexander Fest mittlerweile eigentlich erklären, weshalb die Linke und der Humor phänotypisch definitiv nicht zusammenpassen …?
Wer laufend gegen das Unrecht kämpft, gegen übermächtige Feinde und böse Machenschaften, dessen Gemütszustand ist notgedrungen etwas angespannt. Das ist durchaus hilfreich bei der Nachwuchsgewinnung, wie sich zeigt; den Reiz, den die Einschreibung bei der Linken ausübt, hängt unzweifelhaft mit ihrer Erregungsbereitschaft zusammen. Für den Humor allerdings ist die Daueraufgeregtheit Gift. Wenn Linke lustig sind, dann wider Willen oder in bewusster Distanz zu ihrer Gesinnung.

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Kundenrezensionen

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327 von 390 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nicht ausversehen 1. Juni 2009
Format:Broschiert
Eigentlich ist der Titel dieses Buches nicht richtig gewählt. Jan Fleischauer ist nicht aus versehen konservativ geworden, er ist nicht einmal konservativ, sondern outet sich eher als Liberaler. Was blieb ihm anderes übrig, hat er sich doch entgegen seiner linken Zeitgenossen mit seiner ideologischen Vergangenheit selbstkritisch und konsequent auseinandergesetzt. Wer so an die Sache herangeht, kann nicht wie die Mehrheit der Deutschen in einer linken Gedankenwelt seinen Frieden finden.

Daher bleibt er in seinem Buch auch nicht bei der Aufzählung linker Klischees stehen, sondern wirft einen aufmerksamen Blick hinter die Kulissen der linken Nächstenliebe, in der man sich selbst oft der Nächste ist. Er hat bemerkt, dass linke Vorstellungen von Wirtschaftspolitik verzweifelt versuchen ohne elementare Grundkenntnisse des Wirtschaftens auszukommen. Linke reden lieber über eine Welt finsterer Mächte, in der sie es sich behaglich als Opfer eingerichtet haben. Er muss feststellen, dass die verbissene Abneigung der Linken gegenüber dem Nationalsozialismus eher die Angst vor dem eigenen Spiegelbild ist. Die Parallelen zwischen Nationalsozialismus und Sozialismus beschränken sich nicht nur auf die Bezeichnung, nein, sie umfassen auch die politische Methodik und folgerichtig das mit Leichen gepflasterte Ergebnis. Auch kann er sehr gut belegen, dass Karrieren und Weltanschauungen von Bildungspolitiker und soziale Befindlichkeiten von Lehrern im deutschen Schulsystem inzwischen wichtiger sind als die Schüler. Nicht der Lernerfolg der Schüler und die Förderung ihrer Bildungschancen stehen im Vordergrund der bildungspolitischen Forderungen der Linken, sondern ein empirisch fragwürdiges Gleichheitsideal, gewürzt mit einer ordentlichen Portion Klientelpolitik. Immer wieder kann er belegen, dass sich hinter linker Betroffenheits- und Gerechtigkeitsrhetorik regelmäßig individuelle, nicht gerade selbstlose Belange verbergen, ein Phänomen, das sich entsprechend in der Wahl des sozialpolitischen Instrumentenkastens widerspiegelt. Pompös und häufig unwirksam, könnte man diesen umschreiben. Sehr schön arbeitet er heraus, wie selektiv die Wahrnehmung vieler Linker ist, wenn er beispielsweise die eigenartige Konzentration Linker auf den Nahostkonflikt anspricht und sich darüber wundert, dass andere oft gravierendere Konflikte und Menschenrechtsverletzungen keines Blickes gewürdigt oder gar unter den Teppich gekehrt werden.

Genau dieser bewusste Erkenntnisprozess und der wirklich gelungene Versuch ihn anhand von Literaturbelegen und Datenquellen nachzuzeichnen macht die Qualität dieses Buches aus. So gelungen die Polemik des Autors gegen linke Denkschablonen und Verhaltensmuster ist, er gibt sich nicht damit zufrieden, sondern macht sich auch die Mühe, diese Breitseite mit nachvollziehbarer Argumentationslogik und Datenmaterial zu unterfüttern.

Linientreue Linke werden hieran zu knabbern haben, weshalb es auch nicht weiter verwunderlich ist, dass Fleischauers negative Rezensenten hier in aller Regel nicht mehr als ihre rhetorischen Zähne fletschen, statt sich an der Substanz des Buches abzuarbeiten. Sie sind letztlich ein Spiegelbild des linken Umgangs mit Kritik. Dass sich die Mehrheit der Deutschen auch im Zeitalter nahezu grenzenlos verfügbarer Sachinformationen immer noch links einordnet, ist wahrlich kein Qualitätsmerkmal ihrer weltanschaulichen Positionen, sondern Ausdruck der Tatsache, wie sehr ideologischer Konformitätsdruck und geistige Faulheit unseren politischen Alltag bestimmen.
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97 von 120 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Treffer versenkt! 31. Mai 2009
Format:Broschiert
Endlich, möchte man ausrufen, endlich ein Tabubrecher, der es wagt, was noch keiner gewagt hat. Der es wagt, die unfassbare Behauptung aufzustellen, dass "links" nicht automatisch mit "gut" gleichzusetzen ist. Der es wagt, die Betroffenheitsapostel, die Gleichstellungsbewegten (Gleichstellung von Frauen, Behinderten, Linkshändern, Biertrinkern, Ostwestfalen), die Verheißungsprediger anzugreifen.

Endlich ein sachlicher Blick auf die Realitäten unseres Gemeinwesen, auf die Defizite und die Stärken. Endlich eine Entzauberung des ewigen linken Lieds von der Benachteiligung fast aller gesellschaftlichen Gruppen gegenüber jeweils fast allen anderen. Endlich ein Plädoyer gegen Gleichmachung dessen, was nicht gleich ist (z.B. im Schulwesen). Endlich eine Abhandlung darüber, dass Umverteilung zwar wünschenswert sein mag, in einer globalisierten Welt aber im nationalen Alleingang nicht möglich und die Verheißung eines solchen Alleingangs dementsprechend utopistisch ist.

Ja, ätzend ist vieles geschrieben. Und dennoch sachlich. Beispiel gefällig? Fleischhauer berichtet über das Beauftragtenwesen (Gleichstellung, Behinderte, Schwule, Lesben und, und, und). Und darüber, dass Guido Westerwelle einst erklärt habe, demnächst werde man noch einen Radfahrerbeauftragten brauchen. Woraufhin Westerwelle von der Hamburger Radfahrerbeauftragten angeschrieben wurde, er solle sich gefälligst nicht über sie lustig machen.

Politisch unkorrekt ist das Ganze. Und wie! Warum Zuwanderung eigentlich per se gut sein soll, wie es viele Linke perzipieren, fragt Fleischhauer. Und - das ist die stärkste Stelle des Buches - er beschreibt, welche gesellschaftliche Spaltung uns droht, wenn es nicht gelingen sollte, die Zuwandererkinder besser zu integrieren und auszubilden. Anstatt immer nur mit Verständnis, Gesundbeten und sozialer Hängematte zu arbeiten.

Sicher, vieles ist nicht nur wissenschaftlich, ist ein wenig oberflächlich. Dennoch gelingt es dem Autoren das linke Weltbild mit all seinen Tabus, Denkverboten und vermeintlichen Selbstverständlichkeiten durch zielgenaues, schmerzhaftes Hinterfragen im Handstreich zu Fall zu bringen, mit einer Leichtigkeit, dass man fast schreiben möchte: "mit links"!

Wunderbar zum Beispiel die Passage über die Betroffenheitspolitik: "Vor der Beschäftigung mit den Produktionsbedingungen des Proletariats kam die Analyse der persönlichen Beziehungsverhältnisse, neben die gesellschaftliche Realität trat die "gefühlte" Wirklichkeit: Unter Menschen, die "mit dem Herzen denken" (Konstantin Wecker) bedarf es nicht länger der mühsamen Auseinandersetzung mit Argumenten, um sich über die Wichtigkeit eines Vorhabens zu verständigen, nun reichte schon, dass man sich "mitbetroffen" (...) fühlte, damit das Problem als politisch bedeutsam anerkannt war. Tatsächlich ist die eigene Beziehung zum politischen Gegenstand damals erstmals zu einem wesentlichen Kriterium für die Relevanz von Themen und Ereignissen geworden; was keine Emotionen hervorzurufen vermag, gilt seitdem als nebensächlich und nicht weiter verhandlungswürdig. Oder wie es die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth zum Jahreswechsel in einem Spiegel-Gespräch sagte: "Wie soll ich zum Beispiel Sozialpolitik machen, wenn ich nichts empfinde?""

Danke, Jan Fleischhauer, für diese Polemik! Das beste und schwungvollste politische Buch des Jahres!
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90 von 112 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Dieses Buch ist für mich nicht nur das Buch des Jahres sondern des Jahrzehnts. Eigentlich ein Generationsbuch, denn es behandelt den Einfluss linker Ideologie auf die gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands von den 60er Jahren bis in die Gegenwart.
Dabei wird ein großer Themenbereich behandelt, z.B. Sozialstaat, Antisemitismus, Strafrecht, Ausländer-/Integrationspolitik, Faschismus und noch ein paar mehr.

Der Leser wird bei nahezu jedem Kapitel ein Aha-Erlebnis haben. Viele Dinge in unserer Gesellschaft, die man selbst bereits festgestellt hat, sich aber nicht unbedingt bis ins letzte erklären konnte, werden in einen Gesamtzusammenhang gebracht. So entsteht eine mehr als gelungene Analyse unserer Gesellschaft.

Ich möchte das Buch jedem ans Herz legen, auch und vor allem Linken, die sich ein wenig Offenheit gegenüber anderen Meinungen bewahrt haben. Sie werden sich zunächst freuen, denn der Autor beschreibt die zahlreichen Erfolge, die Linke in unserer Gesellschaft erreicht haben. Doch Ihnen wird schnell ein Spiegel vorgehalten und nicht wenige werden erkennen müssen, welch falsche Voraussetzungen und Schlüsse sie in der Vergangenheit erlegen waren. Ja, so etwas kann, ja muss schmerzhaft sein.

Hinweis an die Leser der Leseprobe: Die Leseprobe ist ein Teil des Einleitungskapitels. Dieses ist, ich will man sagen "flappsiger" geschrieben als der Rest des Buches. In den "echten" Kapiteln kommen harte Fakten auf den Tisch.

Bevor ich das Buch in die Hand genommen habe, hatte ich die Befürchtung, der Autor macht es sich vielleicht einfach. Man kennt sowas: Ein Autor nennt nur die ihm gelegenen Fakten, verschweigt die Erkenntnisse, die gegen seine Überzeugung stehen und alles Neutrale wird kritiklos in die gewünschte Richtung gedeutet.
Umso positiver war die Überraschung, dass hier das Gegenteil der Fall ist: Der Autor gibt sich sehr viel Mühe um seine Thesen zu belegen, beruft sich auf zahllose nachprüfbare Quellen und diskutiert Gegenmeinungen. So soll es sein, bravo!

Aber keine Angst, das Buch ist keine langweilige wissenschaftliche Abhandlung. Dem Autor ist es sehr gut gelungen, dem Werk trotz seiner Ausführlichkeit auch Unterhaltungswert mitzugeben. So folgten nach Absätzen fachlicher Schilderungen ironische oder nicht selten böse Bemerkungen, die die Argumente der "Linke" ins lächerliche ziehen.

Einige werden diese sprachlichen Auflockerungen sicherlich zum Anlass nehmen um dem Autor Unsachlichkeit vorzuwerfen, was aufgrund der massiven Übermacht der sachlichen Abschnitte aber nicht korrekt wäre.

Irgendwie habe ich sogar das Gefühl, dass der Autor beim Schreiben der Auflockerungen den meisten Spaß hatte. Denn ihm war klar, dass er damit den einen oder anderen Linken zum Schäumen bringen wird.
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