Woran es dem Film definitiv fehlt ist eine Identifikationsfigur, denn der Zuschauer will und kann mit keinem Charakter warm werden. Der teils recht brutale Film überzeugt allerdings mit den schauspielerischen Leistungen des Teams Pullman/Ormond. Zwar können die beiden - drehbuchbedingt - erst im letzten Drittel so richtig Gas geben, aber was sie da zeigen, ist erste Sahne. Nach dem mutigen, unerwarteten Schluss ist man erst einmal ziemlich platt und aufgewühlt, ein Gefühl, das aber nicht zu vergleichen ist mit dem, was die Filme des Vaters der Regisseurin in einem auslösen. Dass Lynch und Lynch ständig verglichen werden liegt nahe, ist aber unpassend - ich sehe keine Ähnlichkeiten zwischen ihrem Stil und ihrer Art, den Zuschauer zu fesseln. Als somit unabhängig von Meisterwerken wie "Lost Highway" zu sehendes Kleinjuwel im Vermummte-Killer-Genre ist "Unter Kontrolle" (im Original "Surveillance") sicherlich sehenswert.