Doris Lessing hat bisher zwei Bände ihrer Autobiographie vorgelegt. Der erste Band: "Unter der Haut" beschreibt ihr Lebensgeschichte zwischen 1919 bis 1949, also von ihrer Geburt in Iran bis zu ihrem Umzug nach London. Der zweite Band: "Schritte im Schatten" erzählt die Geschichte Ihres Lebens von 1949 bis 1962 in London. Die Erzählung über ihr Leben seither steht noch aus. Hoffentlich wird der dritte Band bald folgen. Denn viele Leser warten Sehnsüchtig zu erfahren, wie ihr Leben danach verlaufen ist.
Sie ist eine fabelhafte Erzählerin, die in einer einfachen und direkten Sprache die Leser zu fesseln versteht. Sie ist ein Naturtalent, denn sie begann als jugendliche zu schreiben, als sie noch zur Schule ging, die sie übrigens vorzeitig verließ ohne ein Abschluss gemacht zu haben.
Als Erzählerin hat sie viele literarische Preise, darunter den Nobelpreis für Literatur, bekommen. Mann muss sie einfach lesen, um zu begreifen, durch welche Irrungen und Wirrungen ihr Leben verlaufen ist. Gleichzeitig erfährt man einiges über die Geschichte Südrhodesiens. Nur gewundert habe ich mich darüber, wie wenig sie über das Leben der schwarzen Bevölkerung in ihrer Heimat berichtet, für die sie von Anfang an Interesse entwickelt hatte. Vielleicht war es ihr nicht möglich, die Siedlungen der Schwarzen aus erster Hand kennen zulernen. Jedenfalls ist dies die einzige Kritik, die ich an ihr Buch (Band 1) üben möchte.