Aus der Amazon.de-Redaktion
Auch wenn ihn leider viel zu viele Musikfans bis heute nur als Sänger des Fettes-Brot-Hits
An Tagen wie diesen kennen und schätzen, der 1977 geborene Songwriter hat bereits auf zwei Soloalben,
Finkenauer (2004) und
Beste Welt (2007), seine Extraklasse eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit
Unter Grund, dem ersten Longplayer für sein eigenes Label Pascal Finkenauer Tonträger, knüpft er nahtlos an die beiden Vorgängerwerke an. Als leicht melancholisch eingefärbter Geschichtenerzähler ist Pascal Finkenauer unübertroffen, was er gleich zu Begin der neuen Platte mit dem Song "Ich blicke an Dir vorbei" unterstreicht. Diese Nummer ist allerdings nur der Auftakt zu einer mitreißenden Song-Revue, die mit zahlreichen Höhepunkten ausgestattet ist, allen voran das unwiderstehlich groovende Titelstück, die grauschwarz eingefärbte Ballade "Weißt Du noch" und die nachdenkliche Midtempo-Nummer "Nebenan". Pascal Finkenauer hat sich im Vergleich zu seinen ersten beiden Solowerken als Songwriter sogar noch einmal deutlich gesteigert und überzeugt mit einer hochemotionalen Achterbahnfahrt, in der zwischen sanfter Traurigkeit ("Verrosteter Revolver") und ansteckender Euphorie ("Verdammt sein") alles möglich ist. Stilistische Grenzen sind bei Finkenauer, der mit seiner markanten Stimme wie gewohnt nach belieben die Akzente setzt, schon länger nicht mehr auszumachen und das sorgt für zusätzliche Anreize. Gekonnt pendelt er auf
Unter Grund zwischen Pop, Chanson, New Wave-Anleihen und dezent eingestreuten Elektronik-Klängen.
- Franz Stengel
Bereits das dritte Album liefert Pascal Finkenauer ab. Mit "Unter Grund" kann er sich wieder nicht zwischen Pop, Elektro und Sprechgesang entscheiden.
Erstmals zog der Sänger und Liedermacher aus Hamburg zusammen mit Fettes Brot die Aufmerksamkeit auf sich, als er sie bei den Songs „An Tagen wie diesen“ und „Ich lass dich nicht los“ unterstützte. Mitte August 2004 erschien sein selbstbetiteltes deutschsprachiges Solo-Debüt "Finkenauer". Nachdem Finkenauer im Anschluss etwa ein Jahr mit Fettes Brot tourte, veröffentlichte er 2007 sein zweites Soloalbum "Beste Welt". Im gleichen musikalischen Stil erscheint jetzt Album Nummer drei: „Unter Grund“. Es bietet dem Hörer eigenwilligen Pop, der aus elektronischen Beats, Rap-Passagen und punkigen Refrains besteht.
Entspannte Klavierklänge, ein einfacher, drückender Bass-Beat und Textpassagen, welche von der Verleugnung im Alltag erzählen, starten sein drittes Werk. „Ich blicke an dir vorbei" ist ein melodischer, eigentlich harmonischer Titel. Im zweiten Lied kontert Finkenauer mit einem ernsten, melancholischen Song. Das Stück "Nebenan" erinnert stark an die einstige Fettes Brot-Kollaboration.
Mit Textzeilen wie „ Ich schlaf mit Dir, du schläfst mit mir, der Rest ist die Idee vom Wir...“ agiert Finkenauer im Titelsong „Unter Grund“ wesentlich dynamischer. Dieser gefällige Track neigt im Gegensatz zu den anderen eher zum fröhlichen Disco-Rock. Vielleicht auch der Grund, warum Finkenauer genau damit beim diesjährigen Bundesvision Song Contest für Rheinland-Pfalz antritt?
Doch auch intensiver Elektro-Pop darf Dank seiner Experimentierfreude nicht fehlen. Bei „Zu Glatt“ trifft alles aufeinander. Poppige Lyrics gepaart mit Hip-Hop Beats in den Strophen, im Refrain durch emotional Melodisches ergänzt. Es scheint, dass sich Herr Finkenauer nicht nur auf eine Musikrichtung beschränken wollte, sondern erneut die Kombination aus verschiedenen Musikstilen angestrebt hat.
So zieht sich das Spielchen des Wechselhaften durch den kompletten Verlauf von "Unter Grund". Man ertappt sich eventuell dabei, dass man wiederholt an Wolfsheim Sänger Peter Heppner denken muss. Richtig überzeugen will das neue Finkenauer Album dennoch nicht. Etwas weniger Freude am Experimentieren wäre wohl angebrachter gewesen.
Sebastian Wiczak