Mit dem nun dritten Band seiner Business-Class-Kolumnen zeigt Martin Suter wieder die Schattenseite der glänzenden Karrieren hiter den Glasfassaden großer Unternehmen. Da wird intrigiert, fingiert, geblufft und mit windigen Schachzügen der Mitbewerber um die nächste Stufe auf der Karriereleiter in Schach gehalten. Jede noch so kleine Geste des Vorgesetzten wird interpretiert und auf die Goldwaage gelegt.
Das Lachen des Wiedererkennens, das einem beim Lesen immer wieder überkommt, bleibt aber jedem, der seinen Berufsalltag in einem Büro verbringt, nur zu schnell im Halse stecken. Denn - so weit weg ist diese Welt, sind diese Personen, die Suter da schildert, gar nicht, so bizarr sie mitunter auch erscheinen. Und manchmal genügt auch nur ein Blick in den Spiegel.
Und dennoch; im Vergleich zu den beiden anderen Sammlungen kommt "Unter Freunden" ein klein wenig zu souverän, zu selbstsicher daher. Oft sind die Pointen ein klein wenig zu vorhersehbar, die Strukturen zu linear. An die beiden Vorgänger, vor allem aber an "Huber spannt aus..." kommt "Unter Freunden" nicht heran.
Daher nur vier Sterne.