Um es vorneweg gleich klar zu stellen: Die Platte verprügelt ordentlich den Gehörgang und polarisiert. Manche halten sie für dilletantisch, für andere ist sie eine Sternstunde deutschsprachiger Punkmusik. Ok, das "Spiel mir das Lied vom Tod"-Instrumental hätte man sich schenken können, da im Original unerreicht. Aber schon mit dem kompromißlosen "Liebesspieler" bekommt der Hörer, eine Vorahnung, was ihn erwartet. "Letzte Wache" dient noch als Füller, doch dann kommen die Highlights: Der launige "Abt von Andechs" , "Der Mord an Vicky Morgan", "Im Hafen ist Endstation" mit seinen Spannungsbögen und das ironische Titelstück mit den aggressiven Schlußakkorden. Nach zwei Durchschnittlern warten die Düsseldorfer mit "Betrunken im Dienst" auf. Klar: Solche Stücke gibt's heute eher nimmer, aber wir sind ja im Hosen-Frühwerk. Nur konsequent, dass dieser Song es auf die wenige Jahre später folgende Live-Scheibe "Bis zum bitteren Ende" (Tip!) schaffte. Gleiches gilt für "Warten auf Dich". Das sind Texte, die sicher nicht mehr zum Zielpublikum passen, aber ich denk mir beim Durchhören oft, wenn man das nochmal live...
Tiefschlag ist sicher das alberne Schlager-Cover "Shake hands". Deshalb auch nur vier Punkte.
Allerdings, ich rate jedem erstmal zum Probehören. Wer aus der "Bayern-Jägermeister-Alles aus Liebe"-Ecke kommt, kann u.U. seine Schwierigkeiten haben.