Endlich erfährt man alles über die Leiden der Anderen: Wie sie sich unter Termindruck setzen, damit endlich irgendetwas passiert, wie sie Unterhosen zusammenfalten oder Putzanfälle bekommen, nur um nicht an den Computer zu müssen, wie sie ihre so mühevoll entstehenden Texte betrachten (ein scheues Reh, ein kapriziöses Gegenüber), welche erschwerenden Faktoren hinzukommen können (der Chef, der Zwang zur Mehrfachverwertung, die verehrte Berühmtheit im Interview) - endlich liegt alles auf dem Tisch.
Dieser Sammelband besteht zum einen aus 22 Erfahrungsberichten, die sehr vergnüglich zu lesen sind und alle Schreibenden (nicht nur die Journalist/innen) entlasten. Die Autor/innen machen uns Mut, es doch immer wieder auf neue Weise zu versuchen und die Quälerei der Zeit "davor" einfach auch als Zeit der Textproduktion (im Geheimen) anzuerkennen.
Zum zweiten findet sich hier ein ausgezeichneter analytischer Blick der Herausgeberin auf Schreiberfahrungen aller Art. Und zum dritten gibt es jede Menge kluger Übungen - wie die Gymnastik vor dem Lauf kann das Schreiben von Lockerungsübungen profitieren.
Absolut empfehlenswert!