'Watership down' hat die Gabe, einem von der ersten Seite an gefangen zu nehmen und bis zum Schluß nicht mehr los zu lassen.
Richard Adams ist wirklich gelungen auf knappen 700 Seiten niemals Langeweile aufkommen zu lassen. Seine Protagonisten stürzen von einem Abenteuer in das nächste, und man ist nicht früher beruhigt, ehe man das Nachwort liest, mit dem furchtbaren Beigeschmack, dass man somit das Buch beendet hat.
Adams kreiert wunderschöne Charaktere, läßt sie sich in der Geschichte entwickeln, und gewährt uns zudem einen Einblick in das Kaninchenleben, wenn ich mir auch nicht sicher bin, ob Kaninchen wirklich bis vier zählen können.
Alles in allem ist 'Watership down' weit mehr als nur ein Kaninchen-Abenteuer, wobei es aber auch, nur eindimensional interpretiert, wunderbar funktioniert.
Wer bereit ist, einen Schritt weiter zu gehen und sich auf die Aussagen des Buches einzulassen, findet zudem viele grundsätzliche Ideen und deren Betrachtungsweise des Autors, Anspielungen auf die damalige politische Lage (das offene, ungezwungene Gehege von Hazel, mit den einhergehenden Gefahren aber auch der persönlichen Freiheit, oder das autoritäre, systematisiertes Gehege von Woundwort, jeder freien Entscheidung beraubt, aber dafür in Sicherheit) und die im Kern liegende Aussage, dass es sich für die Freiheit zu sterben lohnt. (zumindest, wenn man ein Wildkaninchen ist)
'Watershop down' ist jene Art von Buch, die es sich verdient ein zweites Mal gelesen zu werden und auch wenn man dann weiß, wie die Geschichte ausgeht, bezaubert und betört sie immer noch.
Ein wenig Zögern würde ich dieses Buch meiner achtjährigen Tochter wortlos in die Hand zu drücken, denn dieses Buch geizt nicht mit der Gewalt ungezähmter, wildlebender Tiere (soweit verständlich), die aber dann doch reden, denken und fühlen wie Menschen.
Zuguter letzt bleibt zu sagen, dass 'Watership down' ein weiteres meiner TOP Fünf Bücher ist, welches ich auf eine Insel mitnehmen würde.