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Unsterblich wie ein Kuss: Roman
 
 
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Unsterblich wie ein Kuss: Roman [Taschenbuch]

Mina Hepsen , Gertrud Wittich
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Vampirküsse mit Biss …

Violet hat nur ein Ziel: den Vampir zu finden, der ihren Vater einst ermordete. So zieht sie durch das Land auf der Suche nach dem mysteriösen Ismael. Dabei hilft dem blinden Mädchen ihre besondere Gabe, mit ihrem Geigenspiel jeden in den Bann ziehen zu können. Als sie dadurch eines Abends dem verführerischen Patrick begegnet, kann sie an seinem Geruch erkennen, dass er ein Bluttrinker ist. Trotzdem kann sie ihm nicht widerstehen. Könnte er etwas mit dem Tod ihres Vaters zu tun haben? Violet muss sich bald entscheiden: Will sie Rache oder die Liebe ihres Lebens?

Wenn Vampire zu sehr lieben – ein Liebesroman mit dem gewissen Etwas.

Über den Autor

Mina Hepsen ist das Pseudonym einer jungen Autorin. Geboren 1983 in Istanbul, verbrachte sie ihre ersten zehn Lebensjahre in Deutschland und ist seitdem süchtig nach Brezeln. Dann kehrte sie mit ihren Eltern zurück in die Türkei, studierte später Politikwissenschaften und Philosophie in Boston, zog nach Miami, dann nach Edinburgh, wo sie eine Reihe von Kinderbüchern schrieb und einen Abschluss in "Creative Writing" machte. Zurzeit lebt sie Edinburgh, Schottland.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Sie haben mich warten lassen." Lady D.'s Stimme näherte sich dem Eingang zur Küche. Violet schoss wie ein verschrecktes Eichhörnchen unter den nächsten Tisch.
"Psst!", flüsterte das kleine Mädchen seiner schmuddeligen Puppe zu und hielt beschwörend den Finger an die Lippen. "Du musst jetzt ganz, ganz leise sein, Bess. Du weißt, wie böse Mama wird, wenn sie uns sieht!" Die Schritte kamen näher, aber ihre Mama war nicht allein, es war noch jemand bei ihr. Violet drückte ihre Puppe an sich und kniff ängstlich die Augen zu.
"Und - haben Sie mir die Namen beschafft?", fragte ihre Mutter, während sie die große Küche betrat.
"Ja", antwortete eine Männerstimme. Eine gepflegte, distinguierte Stimme. Violets Herz machte einen Sprung. Könnte das ihr Vater sein?
Brennend vor Neugier öffnete das kleine Mädchen die Augen, konnte aber lediglich den Saum des burgunderroten Reisekostüms ihrer Mutter erkennen, daneben ein Paar glänzender schwarzer Herrenschuhe.
"James Atholl, Anne Langdon, Peter ..."
Der Mann zählte viele Namen auf, die Violet noch nie gehört hatte. Er trat dabei von einem Fuß auf den anderen, ihre Mutter dagegen regte sich nicht. Violet rutschte mit angehaltenem Atem ein Stückchen nach vorne. Sie rang mit sich. Einerseits wollte sie unbedingt das Gesicht des Mannes sehen, der möglicherweise ihr Vater war. Andererseits durfte sie sich auf keinen Fall erwischen lassen. Wenn sie entdeckt würde ... Ihre Mutter würde furchtbar böse werden. Und Violet bestrafen, so wie vor ein paar Monaten, als ihre Mutter das letzte Mal zu Hause gewesen war.
"Und Ismail?", fragte Lady D. ungehalten.
Der Mann lachte. "Ach ja, wie konnte ich ihn vergessen? Sie scheinen ja förmlich besessen zu sein von dem Mann. Leider ist er derzeit nicht im Lande, aber früher oder später wird er wieder auftauchen, da bin ich sicher."
Die Röcke ihrer Mutter gerieten ins Schwingen. "Gut, das wär's dann für heute. Gehen Sie jetzt. Und lassen Sie die Finger von meinen Dienstboten! Ich will kein neues Personal einstellen müssen, bloß weil Sie Ihren Durst nicht zügeln konnten!"
Violet erschrak. Der Mann wollte gehen! Sie nahm all ihren Mut zusammen und kroch so weit vor, wie sie es wagte. Doch als sie gerade unter dem Tisch hervorspähen wollte, fiel ihre Puppe um. Der Porzellankopf schlug mit einem hörbaren Geräusch auf dem Steinfußboden auf.
Von Angst gepackt, kniff Violet wieder die Augen zu, wünschte, sie wäre unsichtbar. Hoffte, ihre Mutter hätte nichts gehört .
Eine unheilvolle Stille senkte sich über den Raum, dann sagte der Mann:
"Sie sollten besser auf das Kind aufpassen."
Lady D.'s Rocksaum streifte Violets Finger, und die Schritte des Mannes entfernten sich. Himmel, jetzt würde es Ärger geben!
"Komm sofort da raus, Mädchen!"
Die zierliche Siebenjährige kroch unter dem Tisch hervor, und ihre dunklen Zöpfe streiften leise über ihre schamroten Wangen.
"Was hattest du da unten zu suchen?" Lady D. war wütend, aber wenigstens schrie sie sie nicht an oder verlangte nach dem Gürtel, dachte Violet ein wenig erleichtert.
"Ich habe ... ich habe bloß mit Bess gespielt", flüsterte sie und hielt wie zum Beweis ihre schmuddelige Puppe hoch.
"Ach so." Ihre Mutter klang gar nicht mehr so zornig, und ihre sonst so feindseligen Augen blickten beinahe freundlich drein. Violet nahm all ihren Mut zusammen und stellte die Frage, die ihr so sehr auf der Seele brannte.
"War das mein Vater, Lady D.?"
Das Gesicht ihrer Mutter verzerrte sich für einen Moment vor Wut, doch glätteten sich ihre Züge sofort wieder.
"Komm und setz dich. Ich werde dir jetzt eine kleine Geschichte erzählen." Lächelnd deutete die Frau auf einen Stuhl, und das kleine Mädchen nahm verwirrt Platz. Wurde sie denn gar nicht bestraft? Ihre Mutter sah sie ganz freundlich an.
"Du fragst dich wahrscheinlich, wo dein Vater ist?"
So hatte Violet ihre Mutter noch nie erlebt, so sanft, beinahe freundlich. Aber sie hatte ihre Mutter ja auch erst wenige Male gesehen. Meist achteten die Dienstboten darauf, dass sie ihrer Mutter nicht in die Quere kam, wenn diese auf der Burg weilte.
Vielleicht bedeutete das ja, dass ihre Mutter sie doch lieben wollte? Dieser Gedanke war so wundervoll, dass Violet den Mut fand zu antworten.
"Ja, Madam."
"Aber nein, Kind, du musst mich Mutter nennen", rügte Lady D. sanft und stellte eine große Schüssel auf den Tisch. "Hilfst du mir, sie mit Wasser zu füllen?"
"Ja, M-Mutter." Violet sprang hilfsbereit auf.
Lady D. holte eine Schachtel von einem der obersten Regale und forderte Violet erneut auf, Platz zu nehmen.
"Dieser Mann war nicht dein Vater, Kind."
Violet kletterte auf den Stuhl, nahm Bess auf den Schoß und nickte eifrig. Sie war noch nie so glücklich gewesen. Und dabei hatte sie schon heulen wollen, wie eine dumme Heulsuse.
"Dein Vater war ein wundervoller Mann, und er hätte dich sicher sehr geliebt." Lady D. tat ein paar Teelöffel eines weißen Pulvers in die mit Wasser gefüllte Schüssel. "Wenn er nicht gestorben wäre."
Violet stockte der Atem. Ihr Glücksgefühl war wie fortgeblasen. Sie hatte ihren Vater zwar noch nie gesehen, aber sie hatte dennoch eine ganz genaue Vorstellung von ihm. Er war groß und stark, und er liebte Violet . und nun sollte er auf einmal tot sein.
"Wie ... wie ist er denn gestorben, M-Mutter?"
Lady D. rührte nachdenklich das mit dem Pulver versetzte Wasser um. Dann hob sie ihren Blick. In ihren Augen loderte glühender Hass. "Er wurde von einem Mann namens Ismail getötet. Aber er wird dafür büßen! Und du auch, du dreckige kleine Schnüfflerin! Mir nachzuspionieren! Dachtest du etwa, du würdest ungestraft davonkommen?!"
Violet sprang erschrocken vom Stuhl, aber Lady D. war schneller. Sie packte das Mädchen bei den Haaren und tauchte ihren Kopf in die Schüssel. Es brannte! Das Wasser verbrannte ihre Augen! Violet wehrte sich vergeblich. Bess schlug scheppernd auf dem Boden auf, während sie versuchte, die Fingernägel in die Hände ihrer Mutter zu schlagen.
"Du widerliches kleines Dreckstück!" Lady D. drückte wutentbrannt das Gesicht der Kleinen noch tiefer unter Wasser. "Teufelsbrut! Dafür kannst du dich bei Ismail bedanken!"

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