Ich muss vorweg schicken, dass ich den KURS für eines der wichtigsten Bücher halte, die je verfasst wurden - ich glaube, nur in dieser eindeutigen Radikalität der Geisteshaltung kommen wir als Menschen, individuell und kollektiv, weiter (oder, im Sinne des KURSES, können wir so lernen, bei uns selbst anzufangen, um durch Vergebung und Übernahme von Eigenverantwortung den Kreislauf de Leids zu durchbrechen). Und ich stimme jenen zu, die sagen, dass "Die Illusion des Universums" von Gary Renard ein wahrer Türöffner für den KURS ist! Ich habe ebenfalls aufgrund der "Illusion" den KURS wieder zur Hand genommen.
Bei diesem Werk hier habe ich allerdings an vielen Stellen so meine Probleme, denn zu oft, wie ich finde - nahezu in jedem Kapitel! - betont Gary, wie sehr er doch von einigen Leuten wegen seiner Bücher oder Aussagen zum KURS angegriffen wird, wie sehr die anderen dabei "falsch" mit ihren Behauptungen lägen (währen der KURS uns immer wieder daran erinnnert, das eine Einteilung in "richtig" oder "falsch" uns immer nur noch weiter in die Sackgasse führt), wie sehr er doch immer wieder von den "Wichtigen" gelobt wird für seine Arbeit - meine Güte, Gary, das ermüdet auf 300 Seiten! "Willst du recht haben oder glücklich sein?", hätte ich ihm bei der Lektüre immer wieder zurufen mögen, denn das ist ja nun wirklich die allererste Lektion, die man im KURS lernen kann. Und diese Jammerei hat Gary doch auch gar nicht nötig, meine ich, denn er gibt mit Sicherheit eine absolut reine, unverfälschte Interpretation des KURSES wieder. Wenn er seine eigene Botschaft aber wirklich ernst nähme (das Außen ist eine Illusion und zeigt mir nur, wie es um mich selbst bestellt ist), würde er ja wohl nie auf die Idee kommen, so penetrant an diesen ach so bösen Menschen herumzumeckern. Wie heißt es in seinem eigenen Buch? "J[esus] lehrte, das Sehen sei ein Hinwegschauen über die Wirklichkeit", und: "Man sollte sich immer auf die eigenen Vergebungslektionen konzentrieren und darauf, nach Hause zu kommen, und zwar nicht auf der Ebene der Form und des Körpers, die man nicht vergeistigen kann."
Merkwürdig. Nun, vielleicht sollen wir dadurch unsere eigenen Widerstände und die damit verbundenen Illusionen noch besser kennen lernen, wer weiß. Oder wir sollen erkennen, dass sogar er, der so arg gebeutelt wird, immer wieder den Weg zu seinen Vergebungslektionen zurückfindet. Ich jedenfalls hätte seine Botschaft glaube ich auch ganz gut verstanden, wenn er sie nicht zum Hauptthema fast aller seiner Kapiteleinleitungen gemacht hätte. (Übrigens genau wie seine wiederholten sexuellen Anspielungen in Richtung Pursah - soll das wirklich witzig sein? Ein bisschen mehr als RTL-Niveau darf man wohl von Gary erwarten ...)
Drei Punkte gibt es dennoch - einen für den KURS, den zweiten für Gary (auf dass er sich besser fühlen möge und nächstes Mal wieder ein Buch in der Qualität der "Illusion" vorlegt) und den dritten, weil ja sowieso alles nur eine Illusion ist, so auch diese Rezension.