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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kurz und gut, 23. Dezember 2003
Was kann man auf netto gerade mal 70 Seiten in großem Druck über ein philosophisches Thema erwarten? Offenbar eine ganze Menge, denn genau dies stellt Watzlawick hier unter Beweis. Das Buch gibt im wesentlichen zwei Reden von Paul Watzlawick wieder, die er im Zuge einer Vortragsreihe im Wiener Rathaus gehalten hat. Das ist auch der Anspruch mit dem man an dieses Buch herangehen sollte. Es ist nicht ein Stück Literatur, sondern ein Vortrag der hier wiedergegeben wird. Dies mindert die Qualität keineswegs, die Darstellung mancher Dinge ist jedoch entsprechend anders formuliert.Was ist nun dieser Radikale Konstruktivismus? Nun, das ist gar nicht so schwer zu verstehen, der Kern ist, dass die Wirklichkeit die wir sehen immer dadurch beeinflusst wird, was wir über die Wirklichkeit denken, d.h. vor allem durch unser soziales Umfeld aber auch durch unsere persönliche Biographie. Uninterpretierte Wirklichkeit gibt es nicht, zumindest nicht für uns Menschen; denn immer werden unsere Sinneseindrücke sofort von unserer Vergangenheit und unserem Wissen interpretiert werden. Wer sich mit dieser Kurzfassung zufrieden gibt oder einmal kurz in diese Welt hineinschnuppern möchte, ist hier bestens aufgehoben. Wer sich etwas eingehender mit der Materie beschäftigen will - und sich diese gelungene Kurzfassung ersparen will - kann aber gleich zu Watzlawicks Buch "Wie Wirklich ist die Wirklichkeit?" greifen.
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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gute Gedankensammlung, keine Abhandlung, 28. Mai 2004
Mit der Wirklichkeit ist es wie mit der Wahrheit: Von jedem glaubt der Einzelne ein gesundes Maß zu verstehen - schließlich hat er ja sein ganzes bisheriges Leben Erfahrung damit. Bei kritischer Betrachtung stellt sich aber stets heraus, wie dünn das Eis des eigenen Weltbilds tatsächlich ist, und dass weder die Wirklichkeit noch die Wahrheit absolute Dinge sind, weil sie nahezu vollständig abhängen von der Wahrnehmung und dem Standpunkt ihres Betrachters. Dass es dennoch so etwas wie ein kleinstes gemeinsames Vielfaches an Realität zu geben scheint, funktioniert vor allem nach dem Prinzip „eine Million Fliegen können nicht irren". Man kann nun mal nicht einfach durch Betonwände gehen, zumindest nicht nach allen Erfahrungen, die Menschen bisher gemacht haben. Es gibt also eine Welt da draußen, aber ihr Bild ist niemals absolut. Das ist eine der Kernthesen von Watzlwick - und lustigerweise lässt sich seine These ganz hervorragend auf die Rezension seines eigenen Büchleins anwenden: Wie es der Einzelne wahrnimmt, hängt völlig vom persönlichen Hintergrund ab, seinem Horizont und der Erwartungshaltung. Unweigerlich wird es passieren, dass die gedruckten Vorträge dem einen bei weitem zu unvollständig, zu unwissenschaftlich und zu sprunghaft erscheinen, geradezu zusammenhanglos. Einen anderen wird das nicht weiter stören, weil er Watzlawick bereits kennt, und es wird ihm großes Vergnügen bereiten, das Büchlein als leicht konsumierbare Wiederholung wichtiger Gedanken zu lesen. Ein Dritter wird weder Watzlawick noch seine konstruktivistischen Thesen kennen, die Ansätze aber so interessant finden, dass er beginnt, sich in die Thematik einzulesen. Natürlich haben alle Recht. Leser, die aufgrund ihrer Weltanschauung oder ihres Glaubens nicht akzeptieren können, dass es vermutlich keine absolute Wahrheit gibt, werden das Buch wiederum ganz anders wahrnehmen: Für sie ist Watzlawick eine Zumutung, etwas, das man nur verurteilen und nicht ernst nehmen darf, weil es die eigenen Überzeugungen in Frage stellt. Damit wären wir nun an dem Punkt, der die absolute Freiheit konstruktivistischer Haltungen mitunter schwierig macht, sogar zur Last werden lässt: Kein Mensch möchte ein diplomatisches "kommt drauf an" hören auf die Frage, ob die paar Euro für das Buch denn nun gut investiertes oder rausgeworfenes Geld sind. Der Leser möchte eine Empfehlung, Orientierung, eine Meinung. Also: Wer keine vollständige wissenschaftliche Abhandlung erwartet und frei genug im Kopf ist, um sich auf jede Art von Denkrichtung einlassen zu können, findet hier ein vergnügliches Sammelsurium exzellenter Gedanken. Und die sind ihr Geld allemal wert. Selbst wenn sie etwas unsortiert rüberkommen.
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Teilweise interessant, aber doch zu lückenhaft, 22. Januar 2003
Dieses Buch von Watzlawick besteht aus einer Rede, die er im Wiener Rathaus gehalten hat. Dementsprechend erscheint mir das Buch nicht wirklich für die Druckform geeignet. Es kommt irgendwie lückenhaft und oberflächlich rüber. Grundsätzlich geht es darum, wie die Wirklichkeit beschaffen ist und daß es eigentlich keine richtige Wirklichkeit gibt, sondern jeder seine eigentlich Wirklichkeit konstruiert. Er gibt einige Grundgedanken des radikalen Konstruktivismus wieder und führt sie teilweise aus. Dabei gibt es zwar ein paar interessante Gedankengänge, aber insgesamt ist es "weder Fisch noch Fleisch". Wer sich für den radikalen Konstruktivismus interessiert, sollte wohl zu einem anderen Buch greifen.
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