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Produktinformation
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Hauptkommissar Sören Henning, der damals für die Ermittlungen und anschließende Verhaftung von Georg Nissen zuständig war, übernimmt zuerst widerstrebend die Leitung der Soko Phantom. Von Schuldgefühlen wegen der möglicherweise falschen Verurteilung Nissens geplagt, hatte er sich in den vergangenen Jahren in den Innendienst zurückgezogen. Von seinen Kollegen unbemerkt trug er die Daten sämtlicher ungelöster Mordfälle der letzten Jahrzehnte zusammen. Seiner Meinung nach gibt es zum aktuellen Mord täterrelevante Übereinstimmungen in mehr als 50 nicht aufgeklärten Fällen der jüngeren Vergangenheit.
Bei Unsichtbare Spuren handelt es sich bereits um den vierzehnten Roman des Frankfurter Autors Andreas Franz. Auch in diesem Werk versucht er dem Leser die menschlichen Abgründe, diesmal in Gestalt eines Serienmörders noch nie gekannten Ausmaßes, näher zu bringen. In der gleichmäßig exakten aber auch feinfühligen Darstellung jeder Handlungsfigur, ob eines der zahllosen Opfer oder aber auch des Täters, liegt sicherlich das Auffällige dieses Romans. Mit der durch Polizeiermittlungen nicht erklärbaren Fähigkeit des Täters, seine Opfer unbemerkt von jeglichen Zeugen auszuwählen und auch zu töten, erzeugt Unsichtbare Spuren einen Thrill, der bis zum spektakulären Finale erhalten bleibt.
Die Fans der bisherigen Romane von Andreas Franz werden begeistert sein. Kaum merklich fallen da die leichten Fragwürdigkeiten hinsichtlich polizeilicher Ermittlungsarbeit in die Waagschale. Unsichtbare Spuren wird beim Leser deutlich sichtbare Spuren hinterlassen. Und zwar in Form von dunklen Augenringen, die von einer durchgelesenen Nacht zeugen! --Robert Schmidt -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Unbeschadet davon allerdings hat der Autor mit jedem einzelnen Buch über menschliche Abgründe erzählt, allerdings wohl nie mehr und nie schlimmer als in "Unsichtbare Spuren". Wer dann also dargibt, dass die Handlungsweise des Täter zu oft wiederholt würde, scheint mir das Buch (leider) nicht verstanden zu haben.
Nur die stetige Wiederholung zeigt die sich steigernde Gefahr, die vom Mörder ausgeht, auf, sein Denken und Handeln -- auch seine Verwirrung, als er sich plötzlich verliebt. Zudem ist dem Thema "Zufall" eine starke, nicht nur indizielle Bedeutung zugekommen. Wohl kaum konnte Franz mithin 100 Seiten und / oder drei, vier Taten weglassen.
Franz selbst legt auf seiner Homepage dar, dass der Roman auf der Geschichte eines Serienkillers beruht, der immer scheinbar zufällig auf seine Opfer gestoßen ist. Es gab, und das überrascht m. E. nicht weiter, da es sich aus dem Buch schlicht aufdrängt, eine Person, die ihm zur Vorlage diente. Die Taten selber spielen eine eher untergeordnete Rolle, es ist das Wie und Warum sich Täter und Opfer begegnet sind.
Das Böse, das Verbrechen, war schon immer da, es ist so alt wie die Menschheit. Doch: Mord ist schrecklich - und Mord ist faszinierend. Einschaltquoten von Krimis und Verkaufszahlen von Romanen beweisen es. Aber gerade die schlimmsten Verbrechen stoßen uns nicht nur ab, sondern sie ziehen uns an. Ein einfacher Diebstahl? Man nimmt ihn kaum zur Kenntnis. Aber hat ein grausamer Serienkiller wieder zugeschlagen, da horchen wir alle auf: Serienmörder.
Franz' Figur tötet aus Perversion, Hass, Wahnsinn. Seine Verbrechen sind unvorstellbar grausam.
Um herauszufinden, was einen Menschen zum Mörder macht, befragte das FBI Ende der siebziger Jahre 36 Serientäter. Ergebnis: Fast die Hälfte der Befragten gab an, als Kind sexuell missbraucht worden zu sein. Ihr Sexualleben wäre seitdem gestört. Eine befriedigende Beziehung zu Frauen wäre ihnen nie möglich gewesen. Die meisten Serienmörder gaben sich bereits in der Kindheit sadistischen Phantasien hin und lebten sie zumindest teilweise aus, misshandelten andere Kinder, quälten Tiere. Der Serienmörder ist zum Zeitpunkt seines ersten Verbrechens ein junger Mann von ungefähr 27 Jahren. 71% der Serienmörder begehen ihr erstes Verbrechen vor dem 30 Lebensjahr. Im Gegensatz zur Gesamtheit aller Mörder ist er Weißer (zu 83 %) und greift, sofern er heterosexuell ist, vorwiegend Frauen an. Er ist in der Regel sehr intelligent. Nach den neusten Studien des FBI bewegt sich sein Intelligenzquotient um die 110, der der Serienvergewaltiger liegt mit 120 noch höher. Der Durchschnitt der nichtkriminellen Bevölkerung liegt bei etwa 100. Das Verbrechen wird von dem Mörder als eine Art Ritual gesehen. Diese Menschen haben Angst vor ihrer Sexualität und können nur zum Höhepunkt gelangen, wenn ihre Opfer vollkommen machtlos, ohnmächtig oder tot sind. Die meisten Serienmörder sind laut Psychiatern weder schizophren, verspinnen sich nicht in Wahnwelten, verlieren nie den Kontakt zur Wirklichkeit, noch geraten sie außer Kontrolle. Sie sind äußerst sadistisch und behandeln ihre Opfer mit äußerster Brutalität. Allen Serienmördern ist gemein: Mit ihrem ersten Mord begeben sie sich auf eine verhängnisvolle Talfahrt, die nicht mehr aufzuhalten ist. Denn die Tat hinkt immer hinter den Phantasien her, die die Täter umtreiben. So viel sie auch quälen und morden - sie kommen nie zu dem erträumten und erhofften Genuss. Und darum töten sie wieder und wieder...
Der wahre Grund, warum Serienmörder sich immer wieder dem grausigen Nervenkitzel eines schauerlichen Mordes hingeben, scheint in ihrer Unfähigkeit zu liegen, Gefühle zu haben. Erst eine so entsetzliche Tat wie ein eigenhändig verübter Lustmord gibt ihnen das Empfinden, dass sie leben. Dafür müssen ihre Opfer sterben. Serienmörder können auf keine Art und Weise geheilt werden, weder durch Psychiater noch sonst irgendwie. Die Rückfälligkeit dieser Personen ist nach deren Entlassung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gewiss.
Diese traurige Realität bringt der Autor überwältigend gut an.
Das Buch ist mehr als nur eine kurzweilige, den Abend füllende Lektür, wie es hier leider schon ausgesagt wurde.
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