Michael Borliks Krimi-Erstling: "Unsichtbare Augen" hat mir nicht gut gefallen. Dominik, ein ungefähr 17-jähriger Junge, hat ein ausgefallenes Hobby: er bricht in Villen ein ohne etwas zu stehlen: rein, um - für kurze Zeit - ein tolles Hoch-Gefühl, einen "Kick" zu haben. Gleichzeitig dient ihm das Einbrechen in die Villen als Möglichkeit, von seinem - tristen - Zuhause in Köln wegzukommen. Seit der Vater arbeitslos ist, tyrannisiert er die Familie, die noch zusätzlich aus der Mutter und dem im Bankgewerbe arbeitenden Bruder Thomas steht. Die Spannungen werden beinahe unerträglich: Dominik findet - neben seiner Clique - u.a. seinem Freund Bernd - nur noch an dem "Abenteuer" der Einbrüche eine Freude.
Zwar ist der Band durchaus spannend geschrieben. Die Handlung zieht sich aber dahin, weil zur Hälfte lediglich Dominiks Einbrüche und seine Gefühle beschrieben werden.
Ich hatte das Gefühl, als würde das Buch ein Filmdrehbuch darstellen; es arbeitet mit Schnitten; die Motive der beteiligten Personen, sich so zu verhalten, wie sie es tun, bleiben offen.
Meines Erachtens ist dieser Erstling daher nicht so gut gelungen, wie die beiden späteren Bände des Autors: "Stumme Schatten" und "Abrechnung". Leider daher insgesamt kein so überzeugender Krimi der ansonsten so spannenden Labyrinthe-Krimireihe.