Niklas ist ein Musterschüler. Zwar introvertiert, jedoch mit guten Noten und sogar ein paar Freunden auf der Schule. Er will nach London reisen, um dort an einem Schriftstellerseminar teilzunehmen. Das kann er seiner Mutter jedoch nicht sagen, da das Verhältnis zu ihr, nach dem frühen Tod des Vaters, äußerst schwierig ist.
Annelie ist das genaue Gegenteil von Niklas. Sie ist aufsässig, kriminell, unbarmherzig und eiskalt. In der Schule erpresst sie Mitschüler und begeht nachts Raubzüge durch die Stadt. Nur eines verbindet sie mit Niklas: Sie hat früh ihre Mutter verloren.
Niklas, der Sonnyboy der Schule und Annelie, der absolute Undergog, treffen aufeinander, als Annelie nach einem Raub an die Polizei verpfiffen wird. Sie glaubt, dass Niklas damit etwas zu tun hat und beschließt, ihm einen Denkzettel zu verpassen. Mit ein paar Freunden passen sie ihn ab und verprügeln ihn. Das endet für Niklas tödlich...glauben jedenfalls die Täter. Sie verstecken Niklas Körper im Wald und vereinbaren Stillschweigen. Bereits am nächsten Tag startet die Polizei eine Suchaktion...
Aber Niklas verlässt den Wald wieder. Wir, die Zuschauer vor dem Fernsehschirm, können ihn sehen und hören. Allerdings kann das niemand sonst. Ziemlich schnell bekommt er mit, dass er eine Art Gespenst ist, ein Bewußtsein auf Beinen, dass sich den Lebenden nicht mitteilen kann. Egal, was er macht, keiner reagiert auf ihn. Er weiß, dass sein Körper noch lebt. Aber wie lange noch? Niklas versucht alles, um die Welt auf sich aufmerksam zu machen. Irgendwie muss es ihm gelingen, dass sein verletzter Körper gefunden wird. Und dann findet er tatsächlich jemanden, der ihn hören kann: Annelie! Wie es dann weitergeht? Das solltet ihr euch am besten selbst anschauen.
David S. Goyer ist mit -Unsichtbar- ein spannender Thriller geglückt, der durch seine beiden Hauptdarsteller besticht. Auch die Story ist gelungen, hat einen dicken roten Faden und macht neugierig auf mehr. Wie Goyer die Charaktere Annelie und Niklas zusammenführt und ihre Gemeinsamkeiten, die man so nie erkannt hätte, herausarbeitet, das ist schon eine Klasse für sich. Einziger kleiner Minuspunkt: Das Ende trägt vielleicht ein bisschen dick auf, allerdings: Es ist ein Misteryfilm, keine Dokumentation. Da darf man letztendlich auch ein Stück überziehen.
Noch anzumerken ist der hervorragende Soundtrack. Im Stil von -Garden State-, -Last Kiss- oder -Elizabeth-Town- wurden viele Szenen mit Musik unterlegt, die absolut passend gewählt ist. Ganz bewußt wird teilweise eine Art Video-Atmosphäre geschaffen, die jedoch nicht störend, sondern eher belebend wirkt. So ist -Unsichtbar- ein echter Treffer; jedenfalls für mich. Und mir bleibt nur "Gute Unterhaltung" zu wünschen.