Nach der Lektüre von "Unsere tägliche Krise gib uns heute: Eine witzige Soforthilfe für den Beziehungswahnsinn" waren meine Freundin und ich doch sehr verwundert. Mirja und Sky Du Mont schrieben da Sätze, mit denen sie sowohl meine Freundin als auch mich zitierten - ohne die Zeilen als Zitate zu markieren.
Der verantwortungslose Umgang mit Zitaten ist jedoch nicht der einzige Vorwurf, den wir dem Autoren-Ehepaar machen: Ideenklau in der Literatur ist bekanntlich kein neues Phänomen. Mirja und Sky haben in ihrem Buch Anekdoten verfasst, die wir erlebt haben. Wir hätten es sehr begrüßt, wenn man uns vorher gefragt hätte, anstatt hemmungslos aus unserem Leben abzuschreiben.
Unsere Verwunderung legte sich bald. Uns wurde langsam aber sicher bewusst, dass Mirja und Sky zu keinem Zeitpunkt Gelegenheit hatten, sich unserer Aussagen und Erlebnisse zu bedienen. Wir haben uns nie getroffen und im Gegensatz zu den beiden präsentieren wir uns nicht regelmäßig einer breiteren Öffentlichkeit. Es handelt sich bei ihrem Buch also nicht um ein Plagiat, sondern offensichtlich um allgemeingültige Tatsachen.
Zugegeben, es waren unter anderem TV-Auftritte der Du Monts, die uns das Buch schmackhaft gemacht hatten, und es war die Art und Weise der beiden, vor laufender Kamera miteinander umzugehen, die uns neugierig gemacht hat. Man kann als Zuschauer sicher kein abschließendes Urteil fällen, aber zumindest geben sich Mirja und Sky stets natürlich, sind witzig und scheuen auch nicht vor gegenseitigen Sticheleien zurück. Insgesamt wirkt das jedenfalls sehr sympathisch und vor allem publikumsnah. Wenn dieser Eindruck stimmt, so dachten wir, sollte das Buch ebenso lesenswert sein, wie ihre TV-Auftritte sehenswert sind.
"Unsere tägliche Krise gib uns heute" hat Spaß gemacht. In vielen Punkten hat es uns den Spiegel vorgehalten. Es bereitet fast schon körperliche Schmerzen, wenn man Rosa auf Weiß liest, was man(n) doch für ein unsensibler Holzklotz ist. Den Frauen wird wiederum unmissverständlich wenngleich auf charmante Weise erklärt, dass sie den Mann permanent zu erziehen versuchen - auch wenn sie das immer wieder verharmlosen, wie es meine Freundin gerade wieder beweist.
Wir konnten uns das Lachen von der ersten Seite an nicht verkneifen. Wenn man das Buch dann noch in verteilten Rollen liest - die Aufmachung lädt praktisch dazu ein - bleibt kein Auge trocken und der Lesefluss wird alle zwei Seiten vom jeweils Zuhörenden durch zustimmendes Grunzen unterbrochen. Denn es sind genau diese vielen kleinen "Fehler, die man am Partner gerne mal bemängelt, die wir aber noch um ein Vielfaches lieber vom Partner laut rezitieren lassen.