Eigentlich könnte man dieses Buch aus heutiger Sicht als "grünes Manifest" bezeichnen, eine erste deutliche Zuwortmeldung der Bewegung, die man heute als "die Grünen" bezeichnen würde. Man sieht Schauberger an vielen Orten kämpfen, an denen er heute längst offene Türen einrennen würde, weil seine Ansichten hierzu längst Allgemeingut geworden sind. Er aber hatte es anno 1933 mit einer Gesellschaft zu tun, die jedem technischen Fortschritt unkritisch applaudierte, unabhängig von den ökologischen Schäden, die sie nach sich zog. Dies gleich vorweg: irgendwelche politisch peinlichen Statements Schaubergers braucht man in dem Buch nicht zu fürchten, die im gleichen Jahr stattfindende Machtübernahme der Nazis hat ihn offenbar völlig kalt gelassen. Schauberger ist weitgehend unpolitisch, obwohl er 1949 die "grüne Front" gegründet hat und damit das Feld der Politik unweigerlich betreten musste.
Schaubergers erstes und einziges Buch fällt in eine Zeit, in der seine berühmtesten Erfindungen noch garnicht gemacht waren und daher auch nicht erwähnt sind, wie etwa die Repulsine oder das Heimkraftwerk. Sein genereller Ansatz ist aber bereits erkennbar: heutige, zerstörerische Technik, soll durch "naturrichtige" ersetzt werden, die keinerlei Schäden in der Natur verursacht und insbesondere für gesundes Wasser und den Erhalt der Wälder in ihrem natürlichen Zustand sorgen soll. Eine Maxime, von der wir leider inzwischen abgerückt sind : wir haben uns längst damit abgefunden, dass Technik "dreckig" ist und deren Rückstände mit Filtern unf Kläranlagen beseitigt werden müssen, verbunden mit ständigen Sparappellen an die Bevölkerung. Davon ist übrigens bei Schauberger nichts zu lesen. Er ist überzeugt, dass die Naturenergien genügend Ressourcen zur Verfügung stellen, um eine ausreichende und nicht zu knappe Versorgung zu gewährleisten.
Natürlich sind die ersten Schritte in diese Richtung eher tastend. Mit seinen Fragen die Wissenschaft zielt er doch oft in eine Richtung, die er später aufgeben musste. Auch die Sprache ist natürlich heute etwas gewöhnungsbedüftig: das Wasser nennt er oft "das Blut der Erde". Nun, er war eben Förster und solche Ausrucksweisen waren damals eben üblich.
Trotzdem ist das Buch von mehr als historischem Interesse. Schauberger hat nur allzu oft recht behalten mit seinen Prognosen, zum Beispiel die Folgen der Rhgeinbegradigung sind genau so eingetroffen. Und hat man die beschriebenen Versuche schon alle gemacht ? Sicher nicht, auch da ist die eine oder andere Überraschung noch zu erwarten.
Gruß Lothar Busold