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4.0 von 5 Sternen
Umfassendste Darstellung der Postmoderne-Problematik, 21. August 2004
Wenn man sich über die Postmoderne informieren möchte und dies auf wissenschaftlichem Niveau, kommt man an Welschs Buch nicht vorbei. Es ist die umfassendste und gründlichste Darstellung der Postmoderne-Problematik. Jedoch verkürzt Welsch diese auf die Explikation und Weiterentwicklung des "präzisen Postmodernismus", der die theoretische Konzeption des postmodernen Denkens verkörpert. Gegen diesen setzt Welsch den "diffusen Postmodernismus" als unreflektierte, unkritische Auffassung der Freiheit des Stils in Kunst, Architektur, Literatu, Medien etc. Dieser diffuse Postmodernismus der Beliebigkeit wird von Welsch nicht weiter dargestellt. Doch ist dies keinesfalls ein Manko des Buches, da diese Form von missverstandener Postmoderne in Feuilletons und in den Medien gepflegt wird und dort am richtigen Ort ist.
Welschs Buch zielt auf eine Revision moderner Traditionen und modernen Denkens ab und formt eine radikalisierte Moderne, also eine auf das kritische und aufklärerische Potenzial beschnittene Moderne, die Welsch "postmoderne Moderne" nennt. Er macht klar, dass es sich bei der Postmoderne keineswegs um eine Epoche handelt, sondern um eine revidierte Form der Vernunft.
Mankos des Buches sind die großzügige Zitierweise, das unkritische Umgehen mit Lyotard und der starke Akzent auf der Architektur. Seitenweise stellt Welsch Theorien, Aufsätze etc. von Wissenschaftlern vor, ohne diese als sinngemäße Zitate inkl. Literaturangabe kenntlich zu machen. Lyotard ist der große Held über weite Teile des Buches, obgleich dessen Postmoderne-Konzepte von Welsch doch bedeutend modifiziert wird. Und die Auseinandersetzung mit der Architektur zerreißt das Buch, und man weiß nicht, ob es bei Welschs Konzept der "postmodernen Moderne" ein ästhetisches Konzept ist oder eine Modellierung einer Denkform.
Dennoch, gemeinsam mit Welschs hervorragender Textsammlung inkl. ausführlicher Bibliographie zur Postmoderne-Diskussion in "Wege aus der Moderne" ist dies ein Standardwerk zur Postmoderne.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Philosophisch-soziologische Einführung über die Postmoderne, 18. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Unsere postmoderne Moderne (Gebundene Ausgabe)
Der Begriff der 'Postmoderne' hat sich als eine Möglichkeit erwisen, die Entwicklungen und Eigenheiten der heutigen Zeit zu beschreiben und zu erklären. So ziemlich alles ist dabei schon einmal mit dem Konzept 'Postmoderne in Verbindung gebracht worden: die Architektur, die soziologische Gesellschaftstheorie, die Wissenschaftstheorie, die Philosophie etc.. Zusätzlich wird der Begriff mittlerweile auch im nicht-akademischen Alltag, wie z.B. in den Medien gerne verwendet. Trotzdem scheint vielen Menschen nicht klar zu sein, um was es sich bei 'Postmoderne' eigentlich handelt. Das Buch von Wolfgang Welsch gibt hier die Möglichkeit auf einem verständlich Niveau einen Einblick in die Thematik zu gewinnen. Nach einer allgemeinen Definition des Begriffs 'Postmoderne', wird dieser in den verschiedenen gesellschaftlichen und philosophischen Zusammenhängen erläutert. Gerade Sozialwissenschaftlern, die sich für den Ansatz von Ulrich Beck ('Risikogesellschaft') begeistern können, werden hier interessante neue Aspekte eröffnet. Welsch vertritt dabei eine Perspektive, welche die Postmoderne als eine Vortsetzung der Moderne (mit anderen Mitteln) versteht. Dabei wendet er sich gegen eine oft vertretene pessimistische Einschätzung der Entwicklungen, und versucht stattdessen diese eher im Sinne einer Chance zu begreifen. Fazit: das Buch ist meiner Meinung nach wirklich sehr interessant geschrieben und gut verständlich. Gerade für Nicht-Philosophen bietet sich hier die Möglichkeit einen umfassenden Überblick über Fragestellungen der 'Postmoderne' zu erhalten. Auch der Preis für das Buch erscheint mir bei einem gelungenen Layout sehr attraktiv. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Überblickswerk über Primärquellen zur Begrifflichkeit Postmoderne, 25. Februar 2011
Postmoderne ist ein Begriff, der in der Sozialwissenschaft der vergangenen Jahrzehnten immer wieder - oftmals auch in föllig falschem Zusammenhang - verwendet wurde. Dieses wichtige Buch zeigt einerseits die Begriffsgeschichte, führt über philosophische und ästetische Verwendung auch in die rezente soziologische Theorie nach den grossen Erzählungen ein und dient im wesentlichen als Sekundärliteratur zu den wichtigen Quellen vorstossen zu können.
Alles in allem ein fundierter und guter Überblick zum Thema Postmoderne/Moderne/Postindustrialismus, ...
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