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Unsere nächsten Verwandten
 
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Unsere nächsten Verwandten [Gebundene Ausgabe]

Roger Fouts , Stephen Tukel Mills
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Limes Verlag (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3809030139
  • ISBN-13: 978-3809030133
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,4 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 430.305 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Im Gespräch mit Schimpansen

«Gib mir Rauch (. . .), schnell gib Rauch.» «Frag höflich.» «Bitte gib mir diesen heissen Rauch.» «Nein.» Dies ist ein kurzer Dialog zwischen Washoe und ihrem Sprachlehrer Roger Fouts, aus dessen Zigarette sie gerne einen Zug gehabt hätte. Washoe war das Schimpansenmädchen, das, von Allen und Beatrix Gardner im US-Gliedstaat Nevada 1966 «adoptiert», enormes Aufsehen erregt hatte. Denn als erste Vertreterin ihrer Art lernte sie, sich in der amerikanischen Gebärdensprache für Gehörlose (ASL) zu verständigen. Schimpansen können gesprochene Sprache zwar bis zu einem gewissen Grad verstehen, aber nicht nachahmen, da ihr Stimmapparat dazu nicht ausgebildet ist. Wohl aber können sie lernen, mittels Gebärdensprache zu kommunizieren.

Die unter menschlicher Obhut gehaltenen Schimpansen lernen die Gebärden von ASL entweder durch Beobachten, Nachahmen und spielerisches Üben oder auf Grund direkter praktischer Anleitung, hingegen kaum durch Dressur und Belohnung der korrekt ausgeführten Gebärde. Sie vermögen gelernte «Worte» spontan neu zu kombinieren und zu sinnvollen Sätzen zusammenzusetzen (mit der Abfolge Subjekt, Verb, Objekt), sowie eigene Bezeichnungen zu erfinden. Schimpansen unterhalten sich miteinander (und im Selbstgespräch) mittels der erlernten Gebärdensprache und können diese auch an Nachkommen weitergeben.

Eine grosse Ähnlichkeit mit unserem eigenen Denken und Fühlen wurde offenbar und lieferte einen Beweis für unsere sehr nahe stammesgeschichtliche Verwandtschaft. Anfang der achtziger Jahre wurde die Verwandtschaft durch genetische Analyse bestätigt: Zu 98,4 Prozent stimmt die menschliche DNA mit der von Schimpansen überein. Somit sind Schimpansen mit Menschen enger verwandt als mit Gorillas und Orang-Utans. Charles Darwin hatte recht, als er ein Kontinuum zwischen höher entwickelten Tierarten und den Menschen nicht nur auf anatomischer, sondern auch auf emotionaler und intellektueller Ebene sah. Das «Experiment» Washoe widerlegt die Theorien von Linguisten, wonach nur der Mensch zur Sprache fähig ist. Einzig die gesprochene Sprache ist ein rein menschliches Attribut.

Nachdem Washoe nun schon über 30 Jahre alt ist, stellt ihr Betreuer und Tutor Roger Fouts, Professor an der Central Washington University und Direktor des «Chimpanzee and Human Communication Institute», seine wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie seine persönlichen Erlebnisse mit Washoe und ihren Gefährten erstmals einer breiten Öffentlichkeit vor. Die Freundschaft mit Washoe hat das Leben von Roger Fouts entscheidend geprägt. Das Wohlergehen von fern ihrer afrikanischen Heimat in Gefangenschaft gehaltenen Schimpansen ist ihm ein dringliches Anliegen geworden. Demzufolge engagiert er sich landesweit für eine «menschen(affen)würdige» Haltung von (zum Grossteil für biomedizinische Forschung verwendeten) Schimpansen. Das Buch ist ein Stück Wissenschaftsgeschichte und ein autobiographischer Roman zugleich. Seine Lektüre vermag Laien wie Fachleute gleichermassen zu fesseln und zu bewegen.

Monica Impekoven

Kurzbeschreibung

Vor dreißig Jahren erhielt Roger Fouts den Auftrag, Schimpansen die Gebärdensprache der Taubstummen beizubringen. Aus diesem Job wurde ein langjähriges, faszinierendes wissenschaftliches Experiment, das tiefe Erkenntnisse in die Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Sozialverhaltens von Menschen und Primaten gebracht, Einblicke in das Denken und Fühlen unserer nächsten stammesgeschichtlichen Verwandten geliefert und zu einer überzeugenden Theorie über den Ursprung unserer Sprache geführt hat. Im Mittelpunkt des Buches steht Fouts' Freundschaft mit der Schimpansendame Washoe.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Wer davon ueberzeugt ist, dass der Mensch die Kroenung der Schoepfung ist und diese Ueberzeugung auf jeden Fall beibehalten moechte, sollte dieses Buch nicht lesen. Roger Fouts Beschreibung seines Kampfes fuer eine bessere, menschlichere Behandlung von Tieren in der Wissenschaft ist nicht nur sehr unterhaltsam und informativ zugleich, es ruehrt auch zu Traenen und kann jeden Leser veraendern. Dieses Buch regt dazu an, von neuem zu ueberdenken, ob es dem Menschen wirklich zusteht, Tiere fuer Forschungszwecke zu ge- und missbrauchen. Seine Antwort auf diese Frage ist radikal und unbequem, aber sie zeigt auf, was wahre Menschlichkeit bedeutet!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
wahnsinn! 24. Mai 2006
Format:Taschenbuch
Ich habe Richard Dawkins gelesen, der ein großartiger Wissenschaftler ist und es versteht auch kompliziertere Dinge vor allem den Laien verständlich zu machen. Ich habe auch einige Bücher über Primaten gelesen und über den Menschen...

Aber dieses Buch hat es trotzdem geschafft, einen Teil in mir aufzurütteln und neu zu entdecken. Roger Fouts hat einen einfachen Schreibstil und eine spannende (Lebens)Geschichte zu erzählen von einer ungewöhnlichen Freundschaft. Doch er erzählt uns nicht nur über die Freuden und Leiden von der Schimpansin Washoe, sondern auch schonungslos wie hart der Kampf für humanere Forschung noch bis heute ist. Bei diesem Buch habe ich des öfteren fast Tränen der Freude vergossen und leider auch einige der Trauer, denn wie so einige Menschen rücksichtslos mit unseren nächsten Verwandten umgehen, das ist mir unbegreiflich.

Ein wunderbares Buch um eine ungewöhnliche Freundschaft, eine schöne Autobiografie und ein immer noch wichtiges Plädoyer für unsere nächsten Verwandten und alle Tiere insgesamt!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zauberhaft 16. Oktober 2000
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
In diesem Buch wird nicht einfach irgend ein Affe beschrieben, sondern eine eigene Perönlichkeit mit ihrem eigenem Kopf und ihren eigenen Gefühlen. Roger Fouts berichtet von seiner innigen Freundschaft zu einem Schinpansen auf eine sehr einfühlsame Art und Weise. Als Leser muss man selber lachen, wenn er von den Streichen erzählt, die ihm Washoe spielt, aber es ist einem auch zum Heulen zumute, wenn er von dem dramatischen Tod von Washoes Kindern berichtet. Man bekommt Hass auf die, die diese Wesen quälen und für Experimente missbrauchen. Nach dem Lesen dieses Buches werden Sie nicht mehr der gleiche sein.
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