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Uebrigens, ich weiss ja nicht ob dieses Missverstaendnis an der Uebersetzung liegt oder woran, aber es fiel Lauras Eltern nicht sonderlich schwer, Wisconsin zu verlassen (das haetten sie ja sonst nicht gemusst), die wollten das gern, zumindest ihr Vater, die Mutter war ja eher auf der sesshaften Seite. Damals lockte der Westen! Und: ihr Land in der Prairie mussten sie nicht aufgeben, 'weil einige Indianerstaemme Krieg wollten'. Sie haben sich auf diesem de facto den Indianern gehoerenden Land angesiedelt, einem Geruecht folgend, dass die Regierung es in kurzer Zeit zur Besiedlung freigeben wuerde (was hiesse, die Indianer 'umzusiedeln', im Allgemeinen mit Militaergewalt), aber dieses Geruecht hat sich nicht bewahrheitet. Sie haetten sich damit dann weiterhin mehr oder weniger illegal auf Indianerland befunden, und das war natuerlich aus verschiedenen Gruenden keine stabile Lage.
Die Indianerproblematik wird nicht unter den Teppich gekehrt, natuerlich wird die Geschichte aus der Sicht der Tochter weisser Siedler erzaehlt und es ist klar, um wessen Interessen es geht, aber Laura ist ein sensibles Maedchen und nimmt die Wunden genau wahr, die die (sich in den ersten zwei Baenden und 'Farmer Boy', dem eigentlichen dritten Band der Serie, erst ganz langsam anlassende) Dampfwalze der weissen Zivilisation Ureinwohnern und Natur der neu besiedelten Gebiete zufuegt. Natuerlich sieht sie alles mit Kinderaugen; die Politik, mit der die Odyssee der Ingalls-Familie ja auch etwas zu tun hat, scheint nur hier und da einmal durch. Lauras schoener kindlicher Optimismus, ihre Begeisterung fuer alles Neue, und die beeindruckende Geschicklichkeit, Standhaftigkeit und Ausdauer ihrer Eltern dominieren die Geschichte, und das ist natuerlich auch sehr sehr gut so. Alles ist fuer meine Begriffe genau richtig dosiert, um die Little House Reihe zu extrem wuenschenswerten Maedchenbuechern zu machen. Allerdings sollte man, gerade in den ersten Baenden, Toleranz mitbringen - oder vielleicht hoffentlich sogar Interesse - fuer ganz bemerkenswert ausfuehrliche Beschreibungen von Handwerkerei (Hausbauen, Brunnengraben etc etc) und Haushaltsgeschichten (Schweineschlachten, Kaesemachen, Wurst raeuchern, Backen etc etc).
Logische Fortsetzung der Little House-Serie sind dann The grapes of wrath von Steinbeck.
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