Pressestimmen
»Hier spricht die Fachfrau. Die Zeit-Autorin beschäftigt sich seit Jahren mit sozialpolitischen Fragen. Auch Meyer-Timpe hat arme Kinder besucht und schildert ihr Schicksal. Dazu liefert sie einen Überblick über die wirtschaftlichen Hintergründe. Wer weiß schon genau, wie die Bundesregierung das Existenzminimum errechnet? Welche Statistiken dienen als Grundlage, welches Sozialgericht hat was wann zu sagen? Hochaktuelle politische Diskussion, sei es nun über die Höhe des Kindergeldes, die Neureglung bei den Hartz-IV-Beträgen oder die verschiedenen Schulreformen, werden aufgegriffen und erläutert... Es hagelt Zahlen und Daten, dazu Zitate von Wissenschaftlern, Lehrern, Sonderpädagogen und anderen Spezialisten. Die Autorin liefert so beides ab: eine aufrüttelnde Lektüre und ein fundiertes Sachbuch.« (
Süddeutsche Zeitung )
»In einem lesenswerten Buch auf den Punkt gebracht hat sie die "Zeit"-Autorin Ulrike Meyer-Timpe. Unter dem Titel "Unsere armen Kinder - wie Deutschland seine Zukunft verspielt" zeichnet die langjährige Beobachterin von Armutskarrieren ein düsteres Bild des Ist-Zustandes. Ihr Buch ist allerdings, anders als so manch anderes Werk, zum Thema deswegen erhellend, weil es nicht nur diesen Ist-Zustand beschreibt, sondern auch Ansatzpunkte zur Veränderung benennt.« (
Das Parlament )
»Meyer-Timpe beschreibt mithin das, was die Politik ein wenig beschämt in das Wort vom neuen "Prekariat" gekleidet hat. Sie appelliert an die Politik, schnellstens Abhilfe zu schaffen. Dabei belässt sie es nicht bei der Sozialreportage, sondern schließt jedes Kapitel mit konkreten Handlungsanweisungen für die Politik ab.« (
Rheinischer Merkur )
Kurzbeschreibung
Arme Kinder, armes Land
Für die Kinder ist es eine Katastrophe und im reichen Deutschland zudem ein Skandal, den wir alle teuer bezahlen werden: Weit über drei Millionen Kinder und Jugendliche leben hier in Armut. Ihre Zahl wächst beständig. Weil die Gesellschaft ihre Existenz ignoriert und ihnen keine angemessene Bildung bietet, werden sie die von ihren Eltern geerbte Armut auch an die eigenen Kinder weitergeben. Es ist höchste Zeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Ideen und Ansätze dazu gibt es. Nur werden sie hier so gut wie nirgends umgesetzt.
Wenn der achtjährige Benny zum kostenlosen Mittagstisch für arme Kinder kommt, hat er häufig den ganzen Tag noch nichts gegessen. Die zwölfjährige Wendy sitzt zum Spielen immer im Bett ihrer Mutter, weil sie kein eigenes Zimmer hat. Und der kleine David kann mit zehn Monaten noch nicht einmal durchs Zimmer robben, weil seine Mutter mit der Erziehung des Kleinkinds überfordert ist. Kinderarmut ist zu einer festen und ständig wachsenden Größe in der deutschen Gesellschaft geworden. Mit verheerenden Folgen.
Dass Kinder inzwischen häufig „Hartz IV“ als Lebens- und Berufsziel angeben, zeigt auf erschreckende Weise ihre Perspektivlosigkeit – und verdeutlicht ein Grundproblem: Armut ist in Deutschland erblich. Die gesellschaftlichen Folgen der Kinderarmut werden den Sozialstaat bald auf eine harte Probe stellen. Doch das Bildungssystem unterstützt den Teufelskreis der Armut, statt ihn aufzubrechen. Dabei braucht Deutschland mit seiner schrumpfenden Bevölkerung dringend kluge Köpfe. Der energische Kampf gegen die Kinderarmut ist deshalb nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit – er ist auch eine ökonomische Notwendigkeit.
Hartz-IV-Kinder erhalten 2,57 Euro pro Tag für Essen und Trinken und nicht einen Cent für Bildung.
„Wir können es uns nicht leisten, auf Prävention zu verzichten. Frühe Hilfe für Kinder, die in Armut aufwachsen, ist kostengünstig – späte ist teuer und funktioniert nicht mehr.“
Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes
„Im Moment ist es noch ruhig, aber das wird nicht so bleiben. Wenn wir einer immer größeren Gruppe keine Chance geben und damit ein verhärteter Bodensatz der Gesellschaft entsteht, wird uns das in der nächsten Generation um die Ohren fliegen.“
Hermann Krüger, Rektor der Hamburger Schule Bunatwiete