"Die schönste Geschichte ist die, die uns die Natur erzählt". Damit haben Jaques Perrin und Jaques Cluzaud, die Macher dieses Meisterwerks, mehr als nur Recht.
Ich bin ja eigentlich kein Fan von 'Naturdokumentationen'. Meistens ist es immer Dasselbe und man wird mit Informationen nur so überflutet. Jedoch schafft es Perrin diesen Film in ein gänsehautverursachendes Kunstwerk zu verwandeln. Es ist keine gewöhnliche Dokumentation. Im Vordergrund steht kein Erzähler, der uns über möglichst jeden zoologischen Vorgang aufklären möchte.
Bei 'Unsere Ozeane' tritt der Erzähler (Jaques Perrin persönlich) hinter die enorme Bildergewalt. Er lässt den Filmeschauer mit insgesamt nur acht Minuten Text in der Gewalt seiner Gefühle.
Drei Jahre Vorbereitung, vier Jahre Dreharbeiten in Naturschutzgebieten, vom Menschen unberührte Natur. Die perfekte Voraussetzung, um die Natur in ihrer Echtheit zu zeigen...so wild, so frei, so schön!!
Erfurcht, Faszination, Schuldigkeit, Mitleid, Besorgnis, Wachsamkeit und Interesse. Das sind die dominantesten aller Gefühle, die mir bei dem 99-minütigen Erlebnis meine außer Rand und Band geratenen Hormone schenkten. Jaques Perrin hat sein Ziel, den Zuschauer auf eine Gefühlsachterbahn zu schicken, mit Leichtigkeit erreicht.
Warum sich das Perrin als Ziel setzt? Ganz einfach: Der Verstand lässt uns planen, das Gefühl lässt uns handeln!