Uli Auffermann versteht es, mit Worten und liebevoll ausgewählten Fotos vergangene Zeit wieder zum Leben zu erwecken. Ich hab das Buch mit Begeisterung gelesen und viel Freude gehabt.
Wer in Bochum zur Schule gegangen ist, war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch mal im Schullandheim Valbert - ich hatte es längst vergessen. Jetzt wurden die Erinnerungen wieder lebendig!
Ebenso spannend fand ich die eingestreuten, gut recherchierten Fakten zur Stadt, die ihre einstige Bedeutung spiegeln. Es war schön, diese Dinge, für man im Alter von 15 keine Augen hat, nochmals anschauen zu können.
Was mich allerdings immer wieder irritierte, ist der Wir-Stil.
Wer ist 'Wir' und wo ist die (Erzähl-) Position des Autors? Unnötig schwammig wird diese Erzählweise, wenn es um unvermeidbare Unterscheidungen, wie zum Beispiel Jungen und Mädchen oder Religionszugehörigkeit oder besuchte Schulform geht. Über die Absicht habe ich nur Vermutungen, was aber den Wert des Buches für mich kaum schmälert.