Kurzbeschreibung
Wussten Sie, dass wir im Vierstundentakt müde und dann wieder wach werden, dass die Menschen im Herbst und Winter deutlich müder und schlechterer Laune sind als im Frühjahr und Sommer? Warum das so ist und wie wir die natürlichen Rhythmen nutzen können, um dadurch gesünder, leistungsfähiger, ausgeglichener und zufriedener zu sein, erfahren Sie in diesem umfassenden und praktischen Sachbuch.
Der Autor über sein Buch
Biologische Rhythmen und Non-Stop GesellschaftJahrtausendelang lebten die Menschen nach dem Rhythmus, den ihnen Erde, Sonne und Natur vorgaben. Seit zwei- bis dreihundert Jahren haben wir uns mit künstlichem Licht davon befreit; etwa gleichzeitig haben wir es einer Maschine übergeben, unseren Lebenstakt zu schlagen der äußeren Uhr. Immer mehr bestimmt unser Leben, wie sie die Zeit misst. Doch ob wir zu früh aufstehen oder mittags ohne Pause durcharbeiten müssen: oft genug empfinden wir die Uhrenzeit als falsch.
Diese Empfindung ist weder altmodisch noch globalisierungsfeindlich. Sie ist biologisch. Die Biologie nämlich hat ihre eigene Zeit, auch unsere Biologie. Erst in den 60er- und 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts begann die Naturwissenschaft wirklich systematisch untersuchen, was unserem Körper und damit unserem Geist den zeitlichen Rhythmus schlägt. Seitdem weiß man, dass uns lange vor der äußeren eine innere Uhr steuert. Die innere Uhr lässt sich durch die äußere nicht ausschalten, aber justieren.
Die innere Uhr steuert vor allem Schlafen und Wachen, aber darüber hinaus noch eine Vielzahl anderer körperlicher und psychischer Vorgänge vom Blutdruck bis zur Schmerzwahrnehmung, von der Stimmung bis zur Konzentration. Im Verlauf von 24 Stunden erleben wir mehrere Hochs und Tiefs, die wir nur in relativ engen Grenzen durch Willenskraft überwinden können. Fast zwangsläufig häufen sich zu den Zeiten der biologischen Tiefs Fehler, Autounfälle und Schiffshavarien all das, was generell die Überschrift menschliches Versagen trägt. Eine Schlussfolgerung: wenn wir unsere Biologie ernster nehmen, können wir den Preis unserer schönen neuen Welt der Non-Stop-Gesellschaft drücken, den etwa Nachtarbeit, Schichtarbeit und Jet-Lag fordern.
Mit diesem hoch spannenden Thema Innere Uhr befasst sich eine relativ junge Wissenschaft: die Chronobiologie. Deren bekannteste Wiege stand nicht in Amerika, sondern in Andechs bei München, in einem schallisolierten Bergbunker unterhalb der durchaus lauten Touristenattraktion Kloster Andechs. Autor Jürgen Zulley war jahrelang hautnah in Andechs dabei, als die Professoren Jürgen Aschoff und Rütger Wever die inzwischen weltberühmten frühen Forschungen zur Inneren Uhr beim Menschen leiteten. Heute führt er die chronobiologische Forschung als Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums des Bezirksklinikums Regensburg weiter. Auf diese Weise ist das Buch wissenschaftlich fundiert und auf der Höhe der Zeit.
Das Buch erzählt in journalistischem Stil dafür bürgt Autorin Barbara Knab als Wissenschaftsjournalistin , wie Aschoff, Wever und die übrigen Forscher der Max-Planck-Gesellschaft zu ihren Erkenntnissen kamen; es erzählt, wie Menschen darauf reagierten, als sie freiwillig mehrere Wochen abgeschieden von allen anderen Menschen und von allen Hinweisen auf die Uhren- und Sonnenzeit lebten, wie sie sich fühlten und beschäftigten, wann sie wachten und schliefen und welche Schlüsse die Wissenschaft daraus zog. Es berichtet darüber, was unsere Vorfahren über die biologischen Ryhthmen dachten und was in den Anfänge der naturwissenschaftlichen Medizin darüber gefunden wurde, es hält fest, was davon heute noch gilt und was nicht, und es wendet die modernen Ergebnisse auf den Alltag an: wie es um die Siesta bestellt ist und unseren Drang zur Sonne, wie wir Jet-Lag und Schichtarbeit mit einem Minimum an Beeinträchtigungen begegnen können. So ist die lesbar aufbereitete, umfassende und aktuelle Information nicht nur durch Geschichten ergänzt, sondern auch durch viele praktische Tipps dazu, wie man es schafft, gleichzeitig den Anforderungen unserer Biologie zu entsprechen und unserer selbstgemachten Non-Stop-Realität. Dass das die Lebensqualität steigert, versteht sich von selbst.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.