Von den duzenden Büchern die ich über Abenteuer- und Segelreisen bisher gelesen habe, war das mit Abstand am schlechtesten.
Anfangs war ich nur etwas irritiert, als die Autorin mit so viel negativer Energie über die Phillipinen geschrieben hat. Zugegeben, ich habe auf den Phillipinen auch nicht die besten Erfahrungen gemacht, aber dermassen pauschal und mit so viel Hass zu schreiben entbehrt jeglicher Objektivität.
Leider setzt sich die extrem negative Einstellung im ganzen Buch fort. Es gibt Menschen, vieleicht kennen sie solche Energieräuber, die immer beteuern wie toll alles ist um gleich danach mit einem langen aaaber auszuholen und 10 Minuten nur schlechtes und Negatives von sich geben... um dann wieder kurz zu erklären dass doch alles wunderbar sei... aaaber....
Genau so kommt mir die Autorin vor. Ab und zu ein schwärmen über die tollen Inseln, umd dann wieder seitenweise zu leiden, Ängste zu erklären und sich zu beklagen.
Unverständlicher Weise glaubt die Autorin off ensichtlich von sich ein positiver Mensch zu sein. Sie sollte mal zählen wie oft sie Formulierungen wie "...eine einzige Katastrophe.." verwendet.
Mir blieb verschlossen warum die Autorin überhaupt reist. Bei den vielen Vorurteilen kann es nicht die behauptete Offenheit und Lust an fremden Kulturen sein. Ich hatte vielmehr den Eindruck unbedingt anders sein zu wollen, daheim die tolle Weltreisende zu sein, ist der Antrieb.
Auch verstehe ich nicht warum sie ein Segelboot gewählt haben. Durch das ganze Buch ziehen sich Formulierungen wie:" Ankern auf diesem Platz ist noch schlimmer als Segeln", "Ich will nur noch runter von dieser Schaukel", "schon wieder Segeln...", "wir sind des Segelns müde...", "Segeln mit Baby bringt noch weniger Spass als Segeln ohne Baby ohnehin schon bringt". JA bitte warum habt ihr es dann getan und belästigt noch die Menschheit mit euren Aussagen?
Die Autorin gibt zwar selbst zu keine Ahnung vom Segeln zu haben, man hat auch den Eindruck dass den großteil der Zeit unter Motor gefahren wurde, erkennt aber nicht dass sie bereit war dazu zu lernen. Der minimalistische Einsatz von Technik grenzt schon an Verantwortungslosigkeit, vor allem mit einem Säugling an Bord, der ja auch beim Segeln (wenn es mal vorkam) ungesichert im Cockpit gelegen hat (und beinahe über Bord gegangen wäre.
Beim Lesen mancher Passagen sei es völlige Unwissenheit über Schwangerschaft, die Verwechslung von Fischen oder versteckte Vorurteile, war ich mir noch nicht Sicher ob Naivität, Dummheit oder ein sehr subtiler Sarkassmus dahinter stehen. Bei manchen Stellen war ich aber dann ziemlich sicher was es sein muss. So bekommt man z.B. folgende Passagen zu lesen: "So ein Baby nur in einer anderen Farbe werden wir auch bald haben...".
Die Vorgeschobene Menschenfreundlichkeit relativiert sich ja auch irgendwann mit dem Satz "Es ist auf dauer anstrengend immer wieder neue Leute kennen zu lernen...".
Ich denke wirklich gefährlich und verantwortungslos wird es stellenweise im Zusammenhang mit dem Baby (siehe oben) und bei der übertrieben alternativen Einstellung zur Medizin.
Ich bin selbst der Homöopathie nicht abgeneigt, allerdings eine homöopathische Malariaprophylaxe mehrfach anzupreisen ist wirklich gefährlich. Kein seriöser Homöopath wird soetwas verkaufen (in Deutschland müsste er sogar mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen...)
Mir fallen noch viele Kleinigkeiten ein die der vorgegebenen Geisteshaltung wiedersprechen, doch die Hauptgründe warum ich das Buch so schlecht fand sind Vorurteile, Verantwortungslosigkeit und eine grenzenlose negative Einstellung, - die alle mit leeren Worthülsen getarnt werden.