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Unser effizientes Leben
 
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Unser effizientes Leben [Taschenbuch]

Dirk Kurbjuweit
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 186 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499620197
  • ISBN-13: 978-3499620195
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,6 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 591.792 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Dirk Kurbjuweit
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 10.07.2003
In sehr plastischen Szenen beschreibe der Spiegel-Redakteur Dirk Kurbjuweit die Durchdringung aller Lebensbereiche durch den Kapitalismus, findet Wolfgang Uchatius. Als Metapher für die Ökonomisierung der Gesellschaft nutze Kurbjuweit die Unternehmungsberatung "McKinsey", bei der alles auf die Frage "Rentiert sich das?" reduziert werde. Sein Buch entsprechend "Die McKinsey-Gesellschaft" zu nennen, habe ihm "McKinsey" verboten, erzählt unser Rezensent. Die Schwäche des Buches sei es allerdings, kein Alternativ-Konzept zum deregulierten Kapitalismus anzubieten, bemängelt Uchatius, der vor allem Antworten auf die Frage vermisst: "Wo genau soll der Markt aufhören und der Staat anfangen?"

© Perlentaucher Medien GmbH

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 16.04.2003
Dirk Kurbjuweit ist zwar ein "Großmeister der Anschauung", aber trotzdem - zumindest in diesem Fall - blind, findet Ijoma Mangold. Kapitalismuskritik treffe ja seit dem Zusammenbruch des Neuen Marktes auf weniger Widerstände, nur garantiere das noch nicht die Richtigkeit der Erkenntnisse. Und Kurbjuweit habe nicht einmal welche. Wie in seinen zurecht hochgelobten Reportagen gelinge es ihm zwar auch hier, Symptome mit großer Präzision vorzuführen und den Leser durch einen traurigen "kapitalistischen Menschenpark" zu geleiten, aber seine Fingerzeige, so Mangold, führen zu keinen Schlussfolgerungen. Und das, so das Fazit des Rezensenten, "macht dies Buch zu einem langweiligen, weil es lediglich eine ungefähre böse Ahnung, die man schon immer hatte, mit dick aufgetragener Empirie bestätigt". Außerdem höre Kurbjuweit sich an wie Johannes Rau.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

"Effizienz ist das ganz große Wort unserer Zeit. Es wird nie angefochten, nie in Frage gestellt. Niemand würde im Ernst für Ineffizienz streiten. Effizienz ist gut. Seine Ziele mit dem geringstmöglichen Einsatz zu erreichen kann nur sinnvoll sein. Und doch glaube ich, dass eine Welt, die unter der großen, alles beherrschenden Überschrift Effizienz steht, keine besonders gute, besonders lebenswerte Welt ist. Wenn überall und von jedem effizient gehandelt wird, kommt etwas Falsches dabei raus. Das soll dieses Buch zeigen." (Dirk Kurjuweit, Autor)

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Uli Geißler TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Globalisierung hat Ursachen und Folgen, sie hat auch eindeutige Denkmodell und Tendenzen. Ausgesprochen prägnant und einleuchtend zeigt der Autor in gut verständlicher Sprache auf, wie sich das symptomatisch einzuordnende „McKinsey"-Denken in unserer Gesellschaft ausbreitet und in alle Faserungen unseres Gemeinlebens eindringt.

„Effizienz" ist das meistbenutzte Wort dieser Handlungssichtweise. Niemand scheint andere Erfahrungs- oder Entwicklungsmodelle, andere Lebenseinstellungen und -haltungen, andere Phantasien oder Visionen zu überlegen geschweige denn zu akzeptieren oder als möglich zu denken. Selbst sozial engagierte Menschen, Einrichtungen oder Organisationen haben sich der einseitig wirkenden Doktrin der Ökonomie untergeordnet und ihre Ansprüche an Mitmenschlichkeit, Gemeinwohl oder Solidarität zugunsten von rücksichtsloser Individualität und Erfolgsstreben - letztlich persönlicher Macht - aufgegeben. Der Mensch ist nur mehr das wert, was er konsumiert. Wer das nicht tut oder als ausschließlichen Lebensinhalt für sich wahrnimmt, gehört nicht dazu und fällt raus - aus allem.

Es ist nach Ansicht des Autors ein massiver Paradigmenwechsel von der weltverantwortlichen Solidargemeinschaft zum egoistischen Konsum alles Erreichbaren eingetreten. Sehnsüchte und Träume entstammen keineswegs mehr der eigenen Vorstellung einer besseren Welt, die allen gerecht wird, sondern selbst sie werden gesteuert von mächtigen Konzernen und Unternehmen, die unter dem Deckmantel gefühlsbehafteter Bilder und Lockmittel ihre Interessen durchsetzen und Grundbedürfnis völlig neu definieren.

Am schlimmsten finde ich, dass selbst soziale Organisationen, allen voran die - natürlich von McKinsey oder vergleichbaren Firmen beratene - Kirche sich in einer Weise als komplexes Wirtschaftsunternehmen sehen, dass es schwer fällt, die Frohe Botschaft von der unbedingten Annahme des Menschen und der damit einhergehende Nächstenliebe als sinnstiftende Lebensvision zu vermitteln.

Die Folgen des sich wie eine Krake ausbreitenden bedingungslosen Ökonomismus liegen nach Ansicht des Autors klar auf der Hand:
Verödung der Lebensumfelder, Überforderung der Menschen in ihrem Urteils- und Kritikvermögen, Verhärtung und Radikalisierung im Umgang miteinander, Verflachung lebendiger Kultur, Exzessives Auseinanderdriften gesellschaftlicher Unterschiede, Stärkung von Herrschafts- und Unterdrückungspositionen durch die Wirtschaft und damit der Verlust politischer Beteiligung.

Das Buch des ehemaligen ZEIT- und jetzt SPIEGEL-Redakteurs analysiert und beschreibt, rüttelt auf und bewegt, fordert und motiviert, einen neuen, einen anderen Weg einzuschlagen.

© 2003 Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.

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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Unternehmensfreundliches Denken ist die beherrschende Ideologie unserer Zeit. Dabei ist Prinzip, dass man sich die Positionen zu eigen macht, die dem entsprechen, was eine Reihe von Gurus behaupten, die einen Beitrag zu dem Erfolg von Unternehmen geleistet haben. Gurus bzw Chefideologen sind ein veränderlicher Kreis von Unternehmensberatern oder Vorstandsvorsitzenden sogenannter Welt-AG`s. Einmal ist es Reuter, das nächste Mal Schremp, einmal Höller, einmal Höhler und schon lange Zeit ist es Jack Welch usw usf., ihr Wechsel im öffentlichen Ansehen hat ein wenig Ähnlichkeit mit dem bei Popstars.

Dirk Kurbjuweit nähert sich in seinem hervorragend geschriebenen Essays der Frage des Effizienzstrebens als dominierende wirtschaftliche Ideologie vorsichtig, beschreibend und mit Äusserungen und Beschreibungen der Hauptakteure, formuliert diese moderne Denkart nur zu Ende mit all ihren Konsequenzen und zeigt dabei auch ihre Brüche. Die Ironie ist am Ende, das mit dem bedingunglosen Streben nach Effizienz eine gesellschaftliches Leitbild entsteht, das auch ihre ständigen Vertreter in ihrer Konsequenz nicht wollen.

So zieht in den gesamten Alltag immer stärker ein Denken ein, das den - kurzfristigen - ökonomischen Massstab der Effizienz betont und zum Massstab allen menschlichen Handelns macht. Funktionieren im Sinne „der" Wirtschaft heisst die Devise, doch in ihrer Folge zieht sich dieser Ansatz bis tief in den Alltag mit Schönheitswahn und Arbeitssstress. Auch das Liebesleben kann man unter einen Effizenzmassstab stellen. Schneller, höher, weiter ist auch hier die Devise.

Es sind nicht nur die Folgen für die psychische Gesundheit, die besorgt machen, wenn diese Art des Funktionieren-Wollen nur noch unter Zuhilfenahme legaler oder grauer Drogen funktioniert. Es zieht ein Ich-AG-Denken ein, dass unter dem Massstab des ökonomischen nur den eigenen kurzfristigen Vorteil sucht und das gesellschaftliche Zusammenleben zerstört.

Für den Leser bleibt am Ende die Frage zu stellen, wie man für die Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wieder sinnvolle Massstäbe formuliert und zu einer tragfähigen Vorstellung für die Zukunft kommt, die einen selbst, um den amerikanischen Verfassungsgrundsatz zu nehmen, glücklich leben lässt.

Das Essay ist tatsächlich hervorragend geschrieben und gedacht, alleine mir fehlt ein wenig die Leidenschaft und die über die Beschreibung hinausgehende Analyse. Auf jeden Fall ist es aber ein Buch, dass diese Zeit und ihr Denken beschreibt und damit ein wertvoller erster Schritt weg aus dem Wahn.

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kontroverses Buch 20. April 2009
Format:Taschenbuch
"Unser effizientes Leben" von Dirk Kurbjuweit, renommierter Journalist von SPIEGEL und ZEIT, ist ein kontrovers zu behandelndes Buch über die Ausbreitung des Effizienzdenkens bis in die letzten Winkel unseres Lebens und unserer Gesellschaft.

Kurbjuweit wirft in seinem Buch ein Licht auf all die Bereiche, die von der Maxim der reinen Effizienz bereits vereinnahmt sind. Als Synonim für diesen Vorgang steht für ihn die Unternehmensberatung McKinsey.

Die Ausführungen sind meiner Ansicht nach teilweise übertrieben, treffen den Kern der Sache jedoch recht gut. Es macht Spaß Kurbjuweits Gedanken zu folgen und selbst Argumente zu finden, die dafür und dagegen sprechen.

We ich erst heute wieder am Bahnhofskios entdeckt habe, ist das Thema mittlerweile auch Titel und Aufmacher vieler Magazine: "Wie entkommt man dem Leistungswahn" oder "So werden Sie noch erfolgreicher". Ein Stein, den Kurbjuweit mit seinem Buch und journalistischer Tätigkeit seit 2002 wohl mit ins Rollen gebracht hat.
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