"Unser armer Schiller" ist ein Biographie der besonderen Art, die einen schon nach den ersten paar Seiten in den Bann zieht.
Johannes Lehmann schreibt unverblümt und verständlich über das Leben Schillers- des Menschen Schillers- und das alles in einer unkonventionellen, amüsanten Art. In diesem Buch steht nicht die Litanei, die leider manchen Biographien innewohnt, am... wurde er geboren, er wuchs so und so auf, seine Erfolge waren und er starb dann.... Nein, hier wird der Leser faktentreu, kritisch und immer mit einem Schmunzeln durch das Leben Schillers, seiner Arbeitsweise, insbesondere seinem Verhältnis zu Goethe oder besser ihren Verhältniss zueinander, seinen Werken und noch vieles mehr geführt.
Auf 300 Seiten, die sich leicht und locker lesen, erfährt man zum Beispiel, warum Schiller um 1800 herum weitaus populärer war als Goethe, warum Schiller nach seinem Tode unwürdig nachts auf den Friedhof gebracht wurde und von seinen drei Beisetzungen, welche Zitate von Schiller man fast täglich benutzt und mitunter gar nicht weiß, daß sie von Schiller stammen und warum Schiller in Schulden starb, während Goethe vom Herzogen von Sachsen Weimar sein großes Haus geschenkt bekam.
Eine Lektüre, die es sich unbedingt lohnt zu lesen, der Leser kann dabei nur gewinnen:-)) und wenn man selber schon einmal in Weimar und Umgebung war, dann ist es umso schöner:-))