Kennen Sie das? Sie lesen ein (Sach-)buch und stellen fest, dass der Autor Ihnen irgendwie unsympathisch ist? So ging es mir bei diesem Ratgeber.
Vorweg: Wir erwarten in wenigen Tagen Familienzuwachs durch unseren Welpen Anko, einen Großen Schweizer Sennenhund. Damit wir alles richtig machen und "Anfängerfehler" weitgehend vermeiden, haben wir gleich mehrere Ratgeber geordert. "Unser Welpe kommt" von Gabriele Niepel war einer davon. Das Buch ist voller Tipps und Hinweise, wie Sie sich auf den Neuankömmling in Ihren vier Wänden optimal vorbereit.
Und doch runzelte ich mehrmals beim Lesen die Stirn. Auf Seite 45 liegt ein Welpe im Bett seines Besitzers, darunter die Bildunterschrift: "Der Welpe im Bett - warum eigentlich nicht?". Natürlich ist man verführt, den Kleinen auch nachts in seine Mitte zu nehmen, nur sollte man sich im klaren darüber sein, dass daraus in nicht allzu ferner Zukunft ein großer Hund wird, dem dann nur noch mühevoll verständlich zu machen ist, dass sein Platz in Frauchens und Herrchens Koje nur zum Knuddeln für die erste Zeit gedacht war und er jetzt gefälligst auf die Fliesen im Flur gehört.
Das Buch ist sachlich bis trocken geschrieben, bremst den Leser aber allzu häufig in dessen Euphorie. Das ist manchmal gut, oftmals fehlt mir ein bisschen Verständnis für meine momentane Gefühlswallung. Wir bekommen Familienzuwachs und sind mächtig gespannt auf den Kleinen. An der Stelle wäre ich von Frau Niepel gern intensiver begleitet worden.
Was gänzlich fehlt, ist ein Web- oder Adressenverzeichnis, wo man zum Beispiel die Metallplättchen mit dem Hundenamen und der Besitzeradresse bekommt, wo sich gute Welpenschulen befinden oder weitergehende Tipps zu haben sind.