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Unser Kampf: 1968 - ein irritierter Blick zurück
 
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Unser Kampf: 1968 - ein irritierter Blick zurück [Gebundene Ausgabe]

Götz Aly
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Dass der Titel einer Faust in die Magengrube gleichkommt, merkt heute wohl nur noch die ältere Generation. Ein Vergleich der 68er-Generation mit der ihrer Väter: Schlimmer geht's nicht. Wer ein Buch über die Protagonisten von 68 lesen will, liegt mit "Unser Kampf" aber unbedingt richtig. Götz Aly stellt einen Schweigekodex fest, dem alle Politaktivisten von damals folgen - sofern sie clever genug waren, ihre Spuren auch frühzeitig zu verwischen. Von Thomas Schmid, dem Chefredakteur der Tageszeitung "Die Welt", bis zum ehemaligen Außenminister Joschka Fischer: Alle werden sie abgehandelt. Aly ging dafür an die Akten des Bundesinnenministeriums und des Bundeskanzleramtes, aber auch ins Archiv des Verfassungsschutzes. Aly, damals selbst aktiv in einer der Splittergruppen der KPD und in den 70er-Jahren deshalb vom Radikalenerlass betroffen, wertete stapelweise Flugblätter und Broschüren der 68er-Aktivisten aus. Und er verfolgte deren Biografien weit über die Zeit der Studentenunruhen hinaus. Auch wer seinen fundamentalkritischen Ansatz an der 68er-Bewegung überhaupt nicht teilt, erfährt dadurch Fakten, die er in keinem anderen Buch lesen kann. Und: Aly kann flüssig schreiben; anders als der ebenfalls 68er-kritische Wolfgang Kraushaar mit seinem Buch "Achtundsechzig. Eine Bilanz" (Propyläen Verlag, 19,90 Euro) etwa. Im Vergleich zum persönlichen Bericht von Peter Schneiders "Rebellion und Wahn" (Kiepenheuer & Witsch, 18,95 Euro) beschreibt er zudem erfrischend distanziert. Schneider und Kraushaar müssen dennoch empfohlen werden, und zwar als relativierende Sichtweise zu Aly. (jw)

Kurzbeschreibung

Götz Aly war einer der in Berlin aktiv mitkämpfenden sogenannten 68er. Er tritt also in der Rolle als Zeitzeuge auf und als Historiker. Daher darf man erwarten, dass er einen Rückblick der besonderen Art liefert. Seine Thesen lautet: Die 68er waren ihren Vätern näher, als ihnen heute lieb ist. Alysieht in der 68er-"Bewegung" einen Spätausläufer des Totalitarismus mit einer gewissen Nähe zum Nationalsozialismus.Der Utopismus, die Revolutionsseligkeit, die individuelle Veränderungs- und Aufstiegswut, die Lust an der tabula ras - all dies fand seine Anknüpfungspunkte in den Aktivitäten und in der "Weltanschauung" der "Generation Kübelwagen". So gerät Alys Rückblick zu einem irritierten - weit entfernt zu Renegatentum und nachträglicher Beschönigung. Dieser wird wegen seines bsonderen Ansatzes großes Aufsehen erregen, ja Bestürzung verursachen - besonders bei den damaligen Mitstreitern, von denen sich viele 2008 mit ihren Erinnerungen zu Wort melden werden.

Über den Autor

Götz Aly, geboren 1947, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München, studierte Geschichte und Politische Wissenschaften (Dr. rer. pol.) in Berlin. Er hat wichtige Veröffentlichungen zur Sozialpolitik und zur Geschichte des Nationalsozialismus vorgelegt. Ausgezeichnet wurde er mit dem "Heinrich-Mann-Preis" der Akademie der Künste zu Berlin, dem "Marion-Samuel-Preis" der Stiftung Erinnern und 2012 mit dem "Börne-Preis".
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