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127 von 149 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein polemisches und faktenreiches, daher sehr gutes Buch, 3. Mai 2008
Der Titel dieses Buches ist durchaus mit Bedacht gewählt, er spielt auf Hitlers "Mein Kampf" (erstmals 1922 erschienen) an. Denn in der Sicht des Verfassers setzten die Achtundsechziger "die anheimelnde Gemeinschaftsidee gegen den kühlen Strukturalismus des Verfassungsstaats. Sie folgte demselben ständischen Grundprinzip, das sich 1933 bis 1945 in der Reichsapothekerkammer, im NS-Kraftfahrerkorps, in der Reichsfrauenschaft oder im Reichsnährstand ausgetobt hatte." (S. 47)
Aly findet noch weitere Parallelen: Empiriefeindlichkeit, Voluntarismus, Romantizismus, die Verbindung von "Größenwahn mit kalter Rücksichtslosigkeit", Personenkult, Anti-Amerikanismus, Anti-Liberalismus, Kollektivismus, Verachtung des Bürgertums, etc.
In einem gewissen Sinne köstlich sind Logien von Baldur von Schirach, seit 1931 Reichsjugendführer der NSDAP und Gruppenführer der SA. "Wir hassen den Spießer. [...] Während der Revolution sitzt er im Keller seines Hauses, ist sie vorüber, steht er auf dem Boden der Tatsachen." "Die [...] Revolution marschiert. Daran werden selbst die Magnifizenzen nichts ändern können." Auch den Gender-Mainstreaming-Ton beherrschte B. von Sch. schon: "Meine deutschen Studenten und Studentinnen! Volksgenossen und Volksgenossinnen!" (Es gab im NS-Staat auch eine "Reichsschaft der Studierenden", wohlgemerkt nicht der "Studenten"!) Auch Sprüche von Dr. phil. Joseph Goebbels, seit 1933 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, passen vorzüglich ins Bild. "Der Student darf sich nicht ziehen lassen, er muss ziehen." "Studenten und Arbeiter [!] werden das Deutschland der Zukunft aus der Taufe heben." "Rotten Sie den alten Menschen in Ihrem Hirn und Herzen aus! Nehmen Sie die Axt in die Hand und zertrümmern Sie die Lüge einer alten falschen Welt! Machen Sie die Revolution in sich! Das Ende wird der neue Mensch sein!"
Nicht nur im wichtigsten Kapitel des Buches, "Dreiunddreißiger und Achtundsechziger", stoßen wir auf solche Trouvaillen, vielmehr sind sie über das ganze Buch verstreut. Der Autor will damit behaupten und belegen, dass die Achtundsechziger Wiedergänger der 33er waren, z. T. wohl auch noch sind.
Nun muss man den Achtundsechzigern zugute halten, dass sie nicht das Rheinland besetzt, keinen Weltkrieg begonnen und keinen systematischen Genozid verbrochen haben. Von einer Losung wie "High sein, frei sein, ein bisschen Terror muss dabei sein" zu einem verbrecherischen Krieg und zu Völkermord ist schon noch ein Schritt.
Eine Überlegung, die der Autor nicht anstellt, betrifft "kontrafaktische Geschichtswissenschaft" ("counterfactual history"). Was wäre geschehen, wenn die Achtundsechziger 1968 an die Macht gekommen wären? Hätten sie massiv die Versammlungs- und die Pressefreiheit eingeschränkt? Hätten sie KZ-ähnliche Lager eingerichtet? Hätten sie ein Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Gesellschaft beschlossen, wodurch sämtliche legislative Kompetenzen der Regierung verliehen worden wären? Hätten sie auf dem Bonner Hofgarten 20000 Bücher missliebiger Autoren (Locke, Hume, Smith, Humboldt, Mill, Tocqueville, Hayek, Popper, Friedman, Albert, Scheuch, Schelsky, Lübbe) öffentlich verbrannt: "Altes verzehren - Neues gebären, segnen - verdammen Feuer und Flammen! Brenn, Flamme! Brenne!"? Darauf gibt es wohl nur eine Antwort: Ignoramus et ignorabimus - Wir wissen es nicht und wir werden es niemals wissen.
Dass ein beträchtlicher Teil der Achtundsechziger offen terroristisch war, totalitären Phantasmen anhing, Massenmörder wie Lenin, Stalin, Mao und später noch Pol Pot verehrte, mit den Mordtaten der RAF sympathisierte, Demokratie, den Rechts- und Verfassungsstaat und die Marktwirtschaft ablehnte, Antisemitismus als "Antizionismus" tarnte, mit heißen Ohren die Bücher von psychologischen Quacksalbern (wie Wilhelm Reich) und professoral-gerontischen Obskurantisten (wie Herbert Marcuse) verschlang, gereicht diesen bewegten JungakademikerInnen wahrlich nicht zur Ehre. Wer diese Aspekte nicht mehr erinnern will oder aber sie durchaus erinnert und sich ihrer rühmt, ist von Nationalsozialisten strukturell kaum zu unterscheiden. "Erstens haben wir so etwas gar nicht gemacht, zweitens war es völlig richtig!" Diesen Aspekt arbeitet das Buch ziemlich klar heraus. Und in dieser Hinsicht gebührt ihm ein eindeutiges Lob. Es ist schwungvoll formuliert, auf keiner einzigen Seite langweilig und wartet mit vielen schwer zugänglichen Informationen auf. Götz Aly ist ein sehr guter Historiker, was er u. a. vor drei Jahren mit seinem Buch Hitlers Volksstaat unter Beweis stellen konnte. Für "Unser Kampf" gilt jedenfalls: Kaufen (oder schenken lassen), gründlich lesen, sich freuen - oder sich ärgern.
PS. Sehr gut hat mir, der ich Schwabe bin, das Wort "Krawallschwaben" (auf S. 12) gefallen. Es folgt wenige Zeilen nach "Sentimentalstalinismus". Aly kennt die Schwaben, ist er doch im schwäbischen Leonberg aufgewachsen.
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69 von 86 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Keine Schonzeit mehr für die Heilige Revolutionskuh , 23. April 2008
Das Pendel schlägt wieder mal zurück, wie nicht anders zu erwarten. Jahre-, wenn nicht jahrzehntelang guckte man bei den Heldenepen der 68er lieber nicht so genau hin, weil man sonst Gefahr lief, ein ganz ein rechter Rechtsaußen zu sein, und nun läuft die Chose andersrum. Der zeitliche Zusammenfall mit dem Jubiläumsjahr wird die Verleger gefreut haben, und es ist ja auch nichts dagegen einzuwenden. Wie sonst hätte man mit dem Thema noch einen Hund hinterm Ofen hervorlocken sollen?
Andererseits: Aly weist zurecht darauf hin, dass die deutschen 68er, im Gegensatz etwa zu den französischen oder amerikanischen "Kollegen", ihr Engagement für eine bessere Zukunft allzu bald mit erschreckend kompromissloser Härte betrieben, ohne Rücksicht auf Verluste. Den unseligen deutschen Hang zum Absoluten beklagt Aly wahrlich nicht als erster, aber er ist leider auch nicht der letzte, der ebenso kompromisslos argumentiert, dass die Transparente nur so purzeln. Auch bei Aly vermisse ich, mit all meiner diesbezüglichen Gnade der späten Geburt, ein undeutsch-gelassenes "Sowohl -- als auch" bei der historischen Betrachtung.
Aly ist zu Recht dafür bekannt, dem vermeintlich fest in der Historie Gemauerten ein wenig den Putz abzuklopfen, und oft genug lässt er sich nicht von den zeitgenössischen Lehrsätzen blenden, achtet auf bislang Ignoriertes oder Unterschätztes, eröffnet dabei neue Perspektiven, lässt einen eigene Ansichten revidieren. Und das tut er auch hier wieder, und genau deswegen empfiehlt sich auch die Lektüre von "Unser Kampf" unbedingt. Dass Aly überzeugend formulieren kann, spricht auch nicht gegen sein neustes Buch. Aber freilich sollte man bei hervorragenden Rhetorikern immer auf dem Quivive sein; Rhetorik ist schließlich nicht alles. Und den Vergleich mit den Nazis als ultimative Keule auszupacken -- nunja. Kontinuitäten freilich lassen sich nicht immer leugnen.
Dass Aly seine Wortgewalt mit voller Wucht loskrachen lässt und dabei auch gern mal polemisch wird -- das ist sein Recht. Einem aufmerksamen Leser dürfte das bereits auf den ersten Seiten klargeworden sein, und er kann sich nicht beklagen, der Autor habe ihn im Unklaren gelassen. Dass Aly hier allerdings gelegentlich schonmal mit derselben Keule, pardon: Methode zuschlägt wie die von ihm Inkriminierten, das ist doch befremdlich, zumal er das nicht nötig hätte. Ein Rest Skepsis will einfach nicht von mir weichen: Da präsentiert Götz Aly sich selber als geläuterten Ex-Revoluzzer, wirft aber gleichzeitig ehemaligen Weggenossen die arge Vergangenheit vor, als ob nicht auch da der ein oder andere einen Lernprozess hinter sich haben könnte. Muss das sein?
Im wesentlichen lautet Alys These: Der Aufstand anno '68 war längst nicht so fortschrittlich, wie seine Protagonisten sich gaben, und allzu oft waren sie eher braunrot als rot, oder noch schlimmer: rotbraun; und in der 68er-Generation setze sich ungewollt bzw. uneingestanden das Erbe der Nazi-Generation fort.
Abgesehen davon, dass es immer ein wenig fragwürdig ist, eine ganze Personengruppe (hier: eine Generation) über einen Leisten zu schlagen, um sich das Argumentieren zu erleichtern (hat das nicht gar den Hautgout des unseligen "Wo gehobelt wird, fallen Späne"?); abgesehen davon, dass trivialpsychologische Analysen außerhalb trivialpsychologischer Elaborate nichts verloren haben; und abgesehen davon, dass Aly nicht immer ganz logisch vorgeht (aber das auszuwalzen wäre spitzfindig), so überzeugt Alys Argumentation in weiten Teilen.
Er sieht Parallelen nicht nur in den Methoden beider "Bewegungen", Andersdenkende mundtot zu machen, oder in der jeweiligen Argumentation, alle Gewalt sei gerechtfertigt, da es "um die Sache gehe". Dass einem beim Rekapitulieren des Gelesenen immer wieder die unseligen Nazi-Slogans in den Sinn kommen, könnte einerseits auf ähnlich gelagerten Verhältnissen beruhen -- oder aber auch auf gelungener Aly'scher Rhetorik. (Immer dieses unangenehme Gschmäckle...)
Übrigens beantworten einige besonders krasse revolutionäre Unflätigkeiten aus den Reihen der Studentenbewegten eventuell noch offene Fragen, wieso einige Protagonisten des selbsternannten Fortschritts heute in NPD und Konsorten heimisch sind -- am bekanntesten sind die Herren Mahler und Rabehl. Ob man derlei verhaute Charaktere allerdings als repräsentativ hinstellen darf, ohne den akademischen Anstand zu verlieren? Gerade wenn Aly gezielt provoziert, läse man gern stringentere Argumente.
Durchgehend stringentere Argumente nämlich hätten vielleicht jenen ideologischen Grabenkrieg verhindert, der seit dem Erscheinen von "Unser Kampf" durch die Feuilletons der Republik tobt -- und oft genug scheint es gar nicht so sehr um das Buch selber zu gehen, sondern um die These, soweit der Klappentext sie verrät. Aber da kann ich mich ja täuschen.
Aly differenziert nämlich durchaus, analysiert das "Was bisher geschah", geht auf den Nachholbedarf an Reformen ein, auf die verheerenden Nachwirkungen der physisch und/oder psychisch kriegsversehrten Elterngeneration, die sich nun auf deren Erziehungsmethoden ausgewirkt haben sollen. Allerdings pauschalisiert Aly gerade hier und bleibt hinsichtlich handfester Zahlen reichlich nebulös.
Aly geht auch der Frage nach dem nach, "was man damals hätte wissen können", und diese Kapitel sind womöglich die stärksten, auf jeden Fall die eindrucksvollsten des Buches: Wieso ignorierte der Studentenprotest die Niederschlagung des Prager Frühlings und die beginnende Kulturrevolution" in China (die gescheiterten polnischen Liberalisierungs-Bestrebungen desselben Jahres ignoriert Aly sogar, wie auch die zeitgenössische Protestverweigerung) und biss sich am Vietnamkrieg fest? Wieso ignorierten die revolutionären Massen die gerade wieder aufgenommenen Kriegsverbrecherprozesse? Diese letzte Frage scheint mir den Mythos, erst die 68er hätten die Aufarbeitung der NS-Verbrechen in Gang gesetzt, Lügen zu strafen -- und sollte dieser Mythos tatsächlich eine Lüge sein, dann eine besonders widerliche.
Aly stellt noch weitere unbequeme Fragen: Wieso gab die Studentenbewegung liberal eingestellten, meist jüngeren diskussionsbereiten Akademikern und Politikern keine Chance, sondern machten sie so lange als "Scheißliberale" nieder, bis sie das Handtuch warfen; wieso mussten sich Holocaust-Überlebende an üble Saalschlachten erinnert fühlen? In Alys Darstellung kommen übrigens nicht nur die bekannten Liberalen zu später Würdigung, sondern auch z.B. Kiesinger erscheint als bemerkenswert zurückhaltender Politiker, der aus seiner eigenen braunen Vergangenheit gelernt habe.
Gerade für diese beeindruckenden Kapitel scheint Aly besonders sorgfältig in den Quellen recherchiert zu haben, und hier hält er sich auch im Ton zurück; vielleicht deswegen überzeugt er gerade hier am meisten. Hier kann man ahnen, wie gut dieses Buch hätte werden können.
Denn wenn man einmal von der nicht immer glücklich eingesetzten Rhetorik absieht, so sind im ganzen Buch auch die wackligsten Argumente wert, genauer bedacht zu werden; Alys Überlegungen kann man nicht einfach wegwischen und zu liebgewordenen Klischees zurückkehren. Aly hat sich die Arbeit jedenfalls nicht leicht gemacht, hat Archive, sortierte wie unsortierte Nachlässe und andere Quellen gesichtet und ausgewertet, quer durch die politischen Lager, und das allein schon spricht unbedingt für "Unser Kampf".
Andererseits würde ich meine Argumentation bei einer wissenschaftlichen Abhandlung in Sachen 1968 vorsichtshalber nicht ausschließlich auf Alys Buch stützen, und das nicht nur, weil ich nunmal ein misstrauischer Knochen bin. Einiges in der Argumentation scheint mir allzu vage, mitunter auch beileibe nicht frei zu sein von "ira et studio".
Allgemein unklar ist auch, wie repräsentativ die Quellen sind, mit denen Aly manche Thesen stützt. Berücksichtigt man sein rhetorisches Talent, so halte ich's nicht für ganz ausgeschlossen, dass er bei Bedarf besonders krasse Beispiele ausgewählt und weniger "taugliche" ignoriert haben kann -- allerdings fehlen mir die Fachkenntnisse, um das beurteilen zu können, und mein allgemeiner vager Eindruck ist kein Argument. Sollten die Quellen tatsächlich repräsentativ sein, so hätten sich die meisten 68er nicht mit Ruhm bekleckert; man weiß beim Lesen oft nicht, ob man nun heulen soll ob solch haarsträubender Dummdreistigkeit, oder lachen.
Vor solche Entscheidungen -- lachen oder heulen -- stellt einen Alys Buch nicht, obwohl das Buch noch überzeugender sein könnte, und obwohl manches ein wenig fragwürdig scheint: Aly stellt die richtigen Fragen, seien sie für manche auch noch so unangenehm. Dass er diesmal wohlgenährte Heilige Kühe unterm Messer hat, und dass dieses Messer so scharf ist wie seine Formulierungen -- das dürfte hoffentlich keinen vom Lesen abschrecken.
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33 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Freischwimmer, 11. April 2008
Als Nachgeborener, Mitte der 70er Jahre geboren, fällt es mitunter schwer, die sogenannten 68er zu verstehen. Die Trennlinie, die zwischen Eltern und Kindern anscheinend grundsätzlich verläuft, sorgt in diesem Fall für eine Befangenheit, die es erschwert, die Mentalität der einst Rotrevolutionären einzuordnen.
Einige meiner Generation dürften z. B. wie auch ich Erfahrungen mit Hochschullehrern gemacht haben, die als vormalige Gesinnungs- und Altersgenossen von Rudi Dutschke seit einiger Zeit vor die Studierenden treten. Wer erlebt hat, wie hier alte Muster wieder lebendig werden können, wenn etwa bei einem organisatorischen Problem ein Professor mit revolutionärem Glanz in den Augen sagt, zu seiner Zeit hätte man ja bei sowas "mindestens" Räume besetzt, der wird gewiss zeitweilig befremdet gewesen sein, dass ein grauhaariger Hochintelligenzler plötzlich adoleszente Kampfesstimmung zeigt.
Gründe genug also, um sich einer Lektüre wie der hier Vorliegenden zu nähern.
Allzu oft wird dieses Buch von der Kritik als bloße Abrechnung verstanden. Natürlich ist dieses Buch, die auch die eigene Person nicht ausspart, wenn es um Schuldfragen geht, nicht sparsam mit eindeutig ablehnenden Wertungen. Aber Aly lässt auch die Motive der 68er verständlicher werden, indem er vergegenwärtig, in was für einer altnazistisch geprägten Gesellschaft diese Jugend aufwachsen musste- und letztlich in falscher Projezierung den gutmeinenden Staat als faschistoid betrachtete.
Die Schlüsse, die der Autor zieht, sind manchmal im Einzelnen fraglich, manchmal hat man den Eindruck, es reizt ihn stark zur überpfefferten Pointe (so hätte mein Professor aus dem Beispiel oben vielleicht damit rechnen müssen, bezichtigt zu werden, er sei so erinnerungsselig wie die Nazi-Opas, die fast schon sprichwörtlich von damals und ihren Kampfzügen erzählen); dennoch muss man die Gesetzmäßigkeiten, die er aufzeigt, doch mit einiger Verblüffung als gewinnbringend für die historische Betrachtung anerkennen.
Er schreibt zudem mit einer anekdotenverliebten Verve und mit großem Unterhaltungswert- an diesem Buch sollte keiner, der sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte, vorbeischauen. Es lebt nicht nur vom messerscharfen Verstand des Autoren, sondern auch von der biographischen Essenz. Den Mut, die hinzugewonnene Klugheit auch gegen die ureigene Vergangenheit anzuwenden, bringt nicht jeder auf.
An einer Stelle wird Wapnewski mit den Worten zitiert, 68 sei der Aufstand der Nichtschwimmer gegen das Wasser gewesen. Aly hat schwimmen gelernt. Er hat sich wahrlich freigeschwommen.
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