Unser Jahrhundert: Ein Gespräch und über 1 Million weitere Bücher verfügbar für Amazon Kindle . Erfahren Sie mehr

Neu kaufen

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Gebraucht kaufen
Gebraucht - Sehr gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 5,99

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 1,55 eintauschen?
Unser Jahrhundert: Ein Gespräch
 
 
Beginnen Sie mit dem Lesen von Unser Jahrhundert: Ein Gespräch auf Ihrem Kindle in weniger als einer Minute.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Unser Jahrhundert: Ein Gespräch [Gebundene Ausgabe]

Helmut Schmidt , Fritz Stern
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (39 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 21,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Lieferung bis Donnerstag, 16. Februar: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Kindle Edition EUR 11,99  
Gebundene Ausgabe EUR 21,95  
Broschiert EUR 14,99  
Audio CD, Audiobook EUR 24,99  
Hörbuch-Download, Gekürzte Ausgabe EUR 17,95 oder GRATIS im Probeabo von Audible.de
Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Unser Jahrhundert: Ein Gespräch gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 1,55 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.

Wird oft zusammen gekauft

Unser Jahrhundert: Ein Gespräch + Außer Dienst: Eine Bilanz + Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt
Preis für alle drei: EUR 53,89

Verfügbarkeit und Versanddetails anzeigen

Die ausgewählten Artikel zusammen kaufen
  • Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung. Details

  • Außer Dienst: Eine Bilanz EUR 22,95

    Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung. Details

  • Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt EUR 8,99

    Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details



Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: C.H. Beck; Auflage: 1 (15. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406601324
  • ISBN-13: 978-3406601323
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (39 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 20.258 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Helmut Schmidt
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Helmut Schmidt auf Amazon

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nicht schon wieder! Gibt es denn außer Helmut Schmidt (oder Richard von Weizsäcker) wirklich niemanden, der kompetent und umfassend über das 20. Jahrhundert Auskunft zu geben vermag? Bei aller Wertschätzung ist der Altkanzler doch nun wirklich im vergangenen Jubeljahr anlässlich seines Neunzigsten mehr als ausführlich zu Wort gekommen. Doch gemach! Schließlich hat da ja noch ein Anderer am Gesprächstisch gesessen. Und was für einer.

Nicht ganz so alt an Jahren zwar, aber was Weisheit und Lebenserfahrung angeht, seinem Gesprächspartner in jeder Hinsicht ebenbürtig. Zudem als Sprössling einer deutsch-jüdischen Emigrantenfamilie und als führender US-Historiker sozusagen qua Geburt und Profession Experte für alles, was das zurückliegende Jahrhundert an Leben, Leiden und Lehren bereithielt. Dementsprechend handelt es sich bei dem Gespräch, das hier dokumentiert wird, um alles andere als um den Austausch von Höflichkeiten und das Schwelgen zweier Greise in den Erinnerungen an gute wie schlechte, alte Zeiten. Zwar ist Fritz Stern seinem unverhohlen bewunderten Gegenüber seit über drei Jahrzehnten in Freundschaft verbunden. Doch die Beziehung der Beiden ist nicht zuletzt aufgrund der geographischen Distanz dann doch nicht so innig, als dass der Eine den Anderen ohnehin in- und auswendig kennt. Davon kann der Leser profitieren. Denn so entspinnt sich eine äußerst lebhafte Diskussion, weit davon entfernt, sich gegenseitig nur mit Stichworten zu bedienen. Hier sitzen sich zwei Persönlichkeiten auf Augenhöhe gegenüber. Gleichermaßen belesen und eloquent, scheuen sie auch nicht davor zurück, dem Anderen Paroli zu bieten oder sogar in die Parade zu fahren – was sich ja insbesondere in Anbetracht der berühmt berüchtigten Apodiktik Helmut Schmidts in einem echten Disput kaum vermeiden lässt. Geradezu rührend andererseits, wie Fritz Stern in solchen Fällen den Freund behutsam aber bestimmt auf den Boden zurückholt, wenn sich der einmal verstiegen hat: wenn er beispielsweise das Hohelied auf den Keynesianismus des NS-Chefökonomen Hjalmar Schacht anstimmt oder über die genetische Disposition der Deutschen zum Massenmord sinniert.

Insgesamt eine ebenso spannende wie lehrreiche Geschichtsstunde, in der nicht nur die Vergangenheit Revue passiert, sondern auch die Probleme der Gegenwart nicht zu kurz kommen. – Arnold Abstreiter

Pressestimmen

"Dieses Buch ist ein echter Lichtblick: Zwei Menschen, ebenso gebildet wie gescheit, Altkanzler Helmut Schmidt und Historiker Fritz Stern, eine Art Waldorf und Statler des Geistes, sprechen, streiten und spekulieren über Sternstunden der Weltgeschichte." --Denis Scheck, Besprechung der Spiegel-Bestsellerliste, Der Tagesspiegel, 25. April 2010

"Sternstunden des politischen Dialogs. Ein anregendes Buch, das eine grosse Themenbreite abdeckt und von einem stupenden Wissen lebt. (...) Man folgt den beiden gebannt, hat von Satz zu Satz das Gefühl, wieder etwas gelernt, einen Zusammenhang, oder bisher ignorierten Aspekt erkannt zu haben." --Claudia Kühner, Tages-Anzeiger, 3. April 2010

"(...) die spannendste Neuerscheinung des Frühjahrs." --Regina Krieger, Handelsblatt, 19. März 2010

"Ein Musterbeispiel erlebter und erinnerter, reflektierter und erzählter Geschichte, dem man einen festen Platz an deutschen Schulen und Universitäten wünscht." --Gregor Schöllgen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Literaturbeilage zur Leipziger Buchmesse 2010, 17. März 2010

"(...) spannender und kurzweiliger als jedes Geschichtsbuch. Wir sagen Danke für dieses wunderbare, altersweise Vermächtnis in Buchform." --Stern, 25. Februar 2010

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


In diesem Buch (Mehr dazu)
Nach einer anderen Ausgabe dieses Buches suchen.
Ausgewählte Seiten ansehen
Buchdeckel | Copyright | Inhaltsverzeichnis | Auszug | Stichwortverzeichnis
Hier reinlesen und suchen:

Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 
(5)

 

 

Kundenrezensionen

39 Rezensionen
5 Sterne:
 (28)
4 Sterne:
 (7)
3 Sterne:
 (4)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
4.6 von 5 Sternen (39 Kundenrezensionen)
 
 
 
 
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
Die hilfreichsten Kundenrezensionen

165 von 170 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen ein tiefgreifendes, nahe gehendes, berührendes Gesprächsereignis, 21. Februar 2010
Von 
Detlef Rüsch "detlefruesch" (Freising, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REZENSENT)    (#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Unser Jahrhundert: Ein Gespräch (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist vom Konzept und Inhalt her ein sehr kluges Werk, das in brillanter Weise versteht, einen besonderen Dialog zwischen zwei Persönlichkeiten darzustellen.

Jenseits von belanglosem "Talk", ausschweifenden "Diskussionsforen" und vermeintlichen Club-Gesprächen schafft es "Unser Jahrhundert" tatsächlich, ein tiefgreifendes, nahe gehendes, berührendes Gesprächserreignis zu sein.

Der Altkanzler und ZEIT-Herausgeber Helmut Schmidt taucht mit dem Historiker und Autor Fritz Stern in die unterschiedlichen Themenfelder des Jahrhunderts ein, ohne zu sehr an der Oberfläche zu bleiben oder einen ausufernden Tiefgang zu machen. Vielmehr berühren sie ausreichend die diversen politischen, historischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Themenbereiche, welche in den vergangenen Jahrzehnten von hoher Bedeutung gewesen sind. Dabei ist es besonders auffällig, dass Helmut Schmidt und Fritz Stern trotz ihres hohen Alters noch sehr präsent sind, das tagespolitische, gesellschaftliche Leben aufgreifen und viele zukunftsbezogene Aspekte ins Gespräch einbringen.

Das Gespräch fand innerhalb von drei Tagen im hause Schmidt in Hamburg statt und ist in sechs Abschnitte eingeteilt, denen jeweils die Themenbereiche stichwortartig zusammenfassend vorangestellt sind.

Wer nun vielleicht vermutet, dass hier zwei Persönlichkeiten ihre Stellungnahmen kritiklos vorbringen, wird sich über das respektvolle Miteinanderstreiten und -ringen wundern. Tatsächlich schaffen es Helmut Schmidt und Fritz Stern unterschiedliche Wahrnehmungen, Meinungen und Urteile mit Achtung vorzubringen. Man spürt förmlich auch das achtungsvolle Nachfragen und gewinnt den Eindruck, dass hier erfahrene Menschen, die teilweise in recht unterschiedlichen Kulturkreisen ihr Leben verbracht haben, voneinander lernen wollen, Erfahrungen austauschen möchten und gegenseitig ihre Wahrnehmungen mitteilen.

Dabei kommt auch immer wieder eine gehörige Portion Humor ins Spiel, so z.B. wenn Helmut Schmidt um ein langsameres Sprechtempo bittet und Fritz Stern erwidert:"Bei mir ist es so, dass ich schnell spreche, denn wenn ich langsam spreche, habe ich schon wieder vergessen, was ich am Anfang sagen wollte."(S. 52)

Neben den vielen Stellungnahmen, Einschätzungen und Informationen bleiben trotzdem noch Unsicherheiten und Fragen, welche sich die beiden Herren eingestehen; so z.B. Helmut Schmidt, wenn er erklärt "Für mich ist nach wie vor nicht zu erklären, was dieses Volk, dem ich angehöre, unter Hitler an Verbrechen zustande gebracht hat" (S. 73).

Man ist bei der Lektüre immer wieder erstaunt, wie präzise und disziplinübergreifend das Wissen von Helmut Schmidt und Fritz Stern reicht.

Dabei ist es von großem Belang, dass die beiden Gesprächspartner immer wieder weite Bögen spannen und sich nicht zu tagespolitischen Schnellurteilen verleiten lassen. So schätzt beispielsweise Schmidt die mögliche Aufnahme der Türkei in die EU so ein, dass dies "der Anfang vom Ende der Europäischen Union werden" (S. 269) könne und gibt hierfür plausible Gründe an.

Bei der Lektüre selbst bleibt man gefesselt und ist über die kurzweilige und doch gründliche Diskussion der beiden Mitstreitenden sehr erfreut. Ein zehnspaltiges Namensregister gibt noch einmal Aufschluss darüber, wo im Buch welche Personen zur Sprache gekommen sind.

"Unser Jahrhundert" ist ein grandioses Vermächtnis für alle Bürgerinnen und Bürger, sich in die politischen Auseinandersetzungen und Gestaltungsräume einzubringen, sich gründlich zu bilden, weitreichend zu informieren und über alle kurzfristigen Lösungsvorschlägen hinaus immer die längerandauernden Auswirkungen im Blick zu halten.

Eine weise Schatzkiste, die man jedem gesellschaftlich und politisch interessierten Menschen in Deutschland zu öffnen wünscht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


60 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Gelungenes Experiment, 23. Februar 2010
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Unser Jahrhundert: Ein Gespräch (Gebundene Ausgabe)
Zwei starke Persönlichkeiten in hohem Alter über Themen sprechen zu lassen, die ihnen am Herzen liegen, kommt vielfach nicht gut heraus. Denn groß ist die Versuchung, eigene Erfahrungen als allgemein gültige Lebensweisheiten zu betrachten und Bruchstücke von Erinnerungen in stimmige Bilder zu zwängen. Altkanzler Helmut Schmidt und der bekannte Historiker Fritz Stern haben es glücklicherweise trotzdem gewagt. Wohl auch deshalb, weil sie sich seit ihrem ersten Treffen im April 1976 immer wieder austauschten und im Laufe der Jahre zu Freunden wurden. Den Anlass zu diesem Buch gab dann ein Gespräch, das die beiden in kleiner Runde nach der Vorstellung von Fritz Sterns Erinnerungsbuch "Fünf Deutschland und ein Leben" in Hamburg. Die dabei anwesende Nina Grunenberg fand es so bedauerlich, die interessanten Dialoge nicht aufgezeichnet zu haben, dass sie das Gespräch im folgenden Sommer fortsetzen wollte. Diesmal mit Tonband. Die Abschrift ermunterte schließlich zu einem dreitägigen Treffen, aus dem dieses Buch hervorging. Beibehalten wurde die Einteilung in drei Vormittage und drei Nachmittage, so dass der bereinigte, manchmal zu größeren Themenblöcken zusammengefasste und durch Stichworte ergänzte Text dem tatsächlichen Verlauf des Gesprächs nahekommt.

Ein Geschichtsbuch im üblichen Sinn sollte "Unser Jahrhundert" nicht werden, was auch deshalb gelang, weil unterschiedliche Meinungen stehen blieben und verschiedene Positionen miteinander verglichen werden können. Und was mir an der Schlussfassung besonders gut gefällt, sind unausgefüllte Lücken. Denn auch wenn Helmut Schmidt und Fritz Stern versuchen, Aufkommen und Wirken der Nationalsozialisten zu erklären, halten sie die begangenen Gräueltaten für unfassbar.

Von einem verlegerischen Glücksfall kann man bei diesem Buch auch deshalb sprechen, weil die beiden Gesprächspartner einen riesigen Zeitraum überblicken und trotz hohen Altes geistig so fit geblieben sind, dass sie es weit besser als viele jüngere Menschen schaffen, Vergangenes mit Zukünftigem zu verbinden. Zudem vertreten die beiden Persönlichkeiten Werte, deren Vernachlässigung zu historischen Katastrophen beitrug. Und dass es sich dabei nicht nur um Lippenbekenntnisse handelt, merkt der Leser auch daran, wie respektvoll die beiden Herren miteinander umgehen, worüber sie lachen können und welche gegenwärtigen Ereignisse sie verärgern oder sogar wütend machen.

Um dem Gespräch mit vollem Genuss folgen zu können, sind gute Geschichtskenntnisse zwar nicht verlangt, aber sicher von Vorteil. Das zeigt allein ein Blick in das fünfseitige Namensregister am Schluss des Buches. Zwingend ist ein enzyklopädisches Wissen allerdings nicht, weil sich weder Helmut Schmidt, noch Fritz Stern so gebärden, als seien sie wandelnde Lexika. Daher fragen sie nach, wenn ein Name erwähnt wird, der ihnen entfallen ist oder wenn sie ein Ereignis nicht einordnen können. Und weiße Flecken auf der eigenen Erinnerungskarte werden oft durch Einschiebsel persönlicher Anekdoten farbig.

Mein Fazit: In der Regel kein großer Freund solcher Gesprächsmitschnitte war ich umso überraschter, wie sich aus unzähligen Einzelteilen Bilder zusammensetzen, die Geschichtliches, Menschliches und Gesellschaftspolitisches erlebbar machen. Und so hatte ich nach fast 300 Seiten das Gefühl ein Geschichtsbuch von viel größerem Umfang gelesen zu haben. Zudem verstärkte die Lektüre meine Meinung, der überbordende Hang zur politischen Korrektheit schade oft mehr als er nütze. Kurz: Ein Buch, dem ich viele Leser wünsche.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Zwei Zeitzeugen erinnern sich und denken nach, 26. Februar 2010
Von 
Erzbergwerkszwerg - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Unser Jahrhundert: Ein Gespräch (Gebundene Ausgabe)
Anlässlich des 90. Geburtstags von Helmut Schmidt vor knapp zwei Jahren, ist ja eine wahre Flut an Publikationen über den Ausnahmepolitiker und ehemaligen Bundeskanzler veröffentlicht worden. Das Interesse an ihm scheint auch ungebrochen - zu Recht!

Die Idee, die hinter dem vorliegenden Buch steckt ist ebenso einfach wie genial. Helmut Schmidt (Jahrgang 1918) und der Historiker Fritz Stern (Jahrgang 1926) setzen sich drei Tage lang zusammen, um über das 20. Jahrhundert (und mehr) zu sprechen. Die Atmosphäre ist entspannt. Man sitzt bei Schmidt zu Hause (wohl überwiegend im Garten). Es ist Sommer (22.-24.Juni 2009) und die Gesprächspartner haben sich vorab einige Themen notiert, die sie unbedingt abarbeiten möchten. Ein Tonban zeichnet die Gespräche auf.

Herausgekommen ist ein sehr persönliches und höchst interessantes Buch. Es ist ein bisschen, als würde man zwei netten Großvätern zuhören, die - das muss gesagt werden - überaus gebildet sind und sich zu vielen Dingen Gedanken machen. Ich fand es auf alle Fälle spannend, dem mäandernden Gesprächsverlauf zu folgen. Die gewählte Form lässt die beiden außergewöhnlichen Männer sehr menschlich wirken - und das ist natürlich sehr sympathisch.

Zum Inhalt: Die Gespräche kreisen um vielerlei Themen. Es geht um Deutschland und Europa, um die USA und um Israel. Es geht um persönliche Erinnerungen an den Krieg und an die Zeit des Nationalsozialismus, die beide natürlich gänzlich verschieden miterlebt haben. Während Fritz Sterns Familie im Herbst 1938 wegen ihrer jüdischen Abstammung gezwungenermaßen in die USA emigrierte, erlebte Schmidt die Zeit in Hamburg mit - anders als man sich das vielleicht vorstellt. Das fand ich auch so unglaublich. Schmidt erzählt davon, dass er vom Terror gegen jüdische Mitmenschen nicht so viel mitbekommen hat, wie man das vielleicht erwarten würde. Selbst die sog. "Reichskristallnacht" hat er kaum wahrgenommen. Er räumt allerdings ein, dass es auch entscheidend ist, welcher Schicht man angehörte. Während die "Oberen" nämlich sehr wohl mitbekommen haben, was sich zutrug, blieb den Angehörigen der Unter- und der Mittelschicht vieles zunächst verborgen. Das kann man sich kaum vorstellen - scheint aber tatsächlich so gewesen zu sein.

Es geht aber natürlich nicht nur um die deutsche Geschichte, sondern auch um Europa, die U.S.A. uvm. Besonders beeindruckend ist hier natürlich, dass Schmidt und Stern persönlichen Kontakt zu den "Großen" des 20. Jahrhunderts gehabt haben. Da geht es mal so ganz nebenbei um eine Treffen mit diesem und jenem US-Präsidenten, mit Papst Johannes Paul II usw. Klar - Schmidt und Stern sind ja nicht Hinz und Kunz!

Die Form des Gesprächs bedingt u.a. auch, dass bisweilen Binsenweisheiten einfließen (z.B. die technisch begabten Chinesen an den US-Unis) - aber gerade das macht das Buch ja so sympathisch.

Es ist faszinierend festzustellen, über welche Bildung die Gesprächspartner verfügen. Das ist einerseits natürlich ihrem Alter geschuldet, andererseits aber auch den Werten, für die sie sich einsetzen. Überhaupt sind Werte ein wichtiges Thema. Es geht um Geld - die Finanzkrise wird diskutiert, es geht um Geschichtsbewusstsein (oder eben einen Mangel daran) bei vielen Politikern und um vieles mehr.

Die Gesprächspartner gehen in vielen Dingen konform, haben zu manchen Sachen aber auch unterschiedliche Ansichten. Das macht das Ganze natürlich noch spannender.

Schmidt und Stern sind in ihren Meinungen und Wünschen sehr viel reifer aber auch sehr viel moderner als so mancher jüngere Zeitgenosse. Hier könnten sich Politiker wirklich eine Scheibe abschneiden!

Ansonsten auch eine bisweilen amüsante Lektüre, z.B. wenn Schmidt und Stern sich über den Intellekt von Herrn Kohl auslassen, sich über andere Zeitgenossen ereifern oder eben abends vorschlagen, einfach mal in die Bar zu gehen. Sehr schön auch der poetische Schluss. Hier wird Frost zitiert: "The woods are lovely, dark and deep, But I have promises to keep, And miles to go before I sleep."

Gerade für junge Menschen: Sehr zu empfehlen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
 
 
Die neuesten Kundenrezensionen











Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen



Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 

Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de