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Unser Hitler. Die Österreicher und ihr Landsmann
 
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Unser Hitler. Die Österreicher und ihr Landsmann [Gebundene Ausgabe]

Martin Haidinger , Günther Steinbach
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 379 Seiten
  • Verlag: Ecowin Verlag; Auflage: 1., Aufl. (Mai 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 390240471X
  • ISBN-13: 978-3902404718
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 15,4 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 580.043 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Adolf Hitler ist tot, kein Zweifel. Und dennoch liegt sein Schatten über Österreich und der scheint mit der wachsenden Zahl der Jahre immer länger zu werden, die uns von Drittem Reich und Zweitem Weltkrieg trennen, als Hitlers Heimat Teil des Großdeutschen Reiches war. Denn es ist mehr als ein Gespenst aus der Vergangenheit, das hier immer wieder auftaucht.
Warum sind so viele Österreicher Nationalsozialisten geworden? Und warum wollten überhaupt so viele Österreicher den Anschluss? Waren sie tatsächlich in entscheidenden Positionen innerhalb des NS-Apparats überrepräsentiert, waren die österreichischen Nationalsozialisten wirklich radikaler als alle anderen? Oder ist an der These von Österreich als Opfer Hitlers etwas dran?
Günther Steinbach und Martin Haidinger beleuchten Hitlers problematisches Verhältnis zu Österreich und das noch viel zwiespältigere der Österreicher zu ihrem Landsmann.
Zeitzeugen, die sich zum Teil noch nie in der Öffentlichkeit geäußert haben, bringen verblüffende neue Fakten zutage und zeigen, wie groß die Grauzone zwischen Anhängerschaft und Ablehnung war. Dieses Buch entzaubert gängige Mythen und bringt Hitler und die Österreicher auf einen sachlichen Punkt.

Über den Autor

Martin Haidinger, Mag. phil., wurde 1969 in Wien geboren und absolvierte dort ein Studium der Geschichte. Seit 1990 arbeitet er als Journalist für österreichische und deutsche Rundfunkanstalten und schreibt für Zeitungen und Magazine. 1996 erhielt Haidinger den Österreichischen Staats-Förderpreis für Wissenschaftspublizistik. Der Buchautor, Romancier und Kabarettist ist außerdem Lehrbeauftragter der Karl-Franzens-Universität Graz und der Katholischen Medienakademie in Wien.Prof. Dr. Günther Steinbach wurde 1934 in Wien geboren und absolvierte dort ein Studium der Rechtswissenschaften. Nach seinem Aufstieg im Sozialministerium bis zum Sektionschef etablierte sich der passionierte Historiker als Autor von historischen Sachbüchern.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Noch ein Buch über Hitler? "Es kann gar nicht genug Hitler-Bücher geben" - so der Historiker Gerhard Jagschitz im Vorwort. Und weiter: "Hitler ist nicht allein eine Person, er ist ein Synonym für ein ganzheitliches Phänomen der Wechselwirkung von Personen, Strukturen und historischen Prozessen. In diesem Sinne ist er kein deutsches, sondern ein europäisches Phänomen..."
Genau dieses "ganzheitliche Phänomen" zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. 6 Kapitel sind es, die die Auoren - bis auf das letzte - jeweils in "Alleinarbeit" geschrieben haben.
Martin Haidinger beginnt mit "Hitlers Österreich-Komplex" (Hitler verließ Österreich als Versager); im 2. Kapitel - es ist das umfangreichste - behandelt Günther Steinbach den "Traum vom Reich" (den nicht die Nazis erfanden). Im Kapitel "Wie die Jungen Nazis wurden" sprechen viele Zeitzeugen (natürlich jenseits der 80 und oft zum ersten Male in der Öffentlichkeit); im Kapitel "Täter, Opfer - und der Rest" findet man sogar das Tagebuch eines Österreichers, der - wie so viele - in der Wehrmacht dienen musste.
Den Abschluss des Buches bildet das Kapitel "Ein Volk wie jedes andere?"
Sind die Österreicher - trotz Hitler - ein Volk wie jedes andere? Der Gerichtspsychologe Reinhard Haller schätzt für die Gegenwart, "dass um die 10% der europäischen Bevölkerung neurologisch so disponiert sind, dass ihre Aggressionen jedes Mitgefühl und Einfühlungsvermögen hemmen, wenn nicht gar ausschalten...": in Österreich wären das aktuell über 800 000 Menschen!
"Unser Hitler" (der Titel ist ein wenig irrreführend) ist ein sehr lesenswertes, teilweise sehr spanndes Buch, bei dem die Lesbarkeit im Vordergrund steht (deshalb wahrscheinlich auch der Verzicht auf einen umfangreichen Anmerkungsapparat). Damit hat das Buch die Chance, auch viele Nicht-Fachleute zu erreichen! Wer weiterlesen will, dem stehen außerdem 7 Seiten Literaturangaben zur Verfügung!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Mit "Unser Hitler" haben Mag. Martin Haidinger (Von der Guillotine zur Giftspritze) und Prof. Dr. Günther Steinbach (Kanzler, Krisen, Katastrophen) sich nicht nur an ein prägnantes Porträt Adolf Hitlers gewagt, sondern auch dessen Beziehung zu Österreich hinterfragt, während sie zugleich die Vorgeschichte der Märztage 1938 aufrollen und Zeitzeugen zum Vormarsch der Nationalsozialisten zu Wort kommen lassen. Somit ist das Buch, das eigentlich eine Biografie Hitlers unter besonderer Berücksichtigung Österreichs und seiner Geschichte erwarten ließe erheblich mehr.

Eine der zentralen Aufgaben die sich die beiden Autoren gesetzt haben ist es wie Univ.-Prof. Dr. Gerhard Jagschitz im Vorwort anmerkt, das regelmäßig verzerrte Bild Hitlers zurechtzurücken, um die historischen Fakten nicht aus den Augen zu verlieren. Es kann nicht genug Hitler-Bücher geben, sagt Jagschitz und betont zudem dass sich Haidinger und Steinbach eines ganzheitlichen Ansatzes bedient haben und das Synonym Hitler in möglichst vielen Facetten seiner Bedeutung für die österreichische Zeitgeschichte zu erfassen.

Der Versuch ist gelungen, denn neben der Hitler-Biografie, die auch durch eigene Facts Mythen, Legenden, Halbwahrheiten und Lügen auszuräumen vollbringt (er war beispielsweise kein Jude, hieß nicht Schicklgruber, da sein Vater lange vor Adolfs Geburt den Familiennamen umändern ließ), erfährt man durch die Zeitzeugen-Berichte und den eher theoretischen Exkurs zur Vorgeschichte des Anschluss ein zumindest sehr umfangreiches wenn schon nicht vollständiges Bild von den Metamorphosen Österreichs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei stützen die Autoren ihre Hitler-These auf dessen Frustrations-Intoleranz, die sich bereits in seiner Reaktion auf die Ablehnung durch die Wiener Kunstakademie geäußert hat, als er gegenüber seinem Mitbewohner Kubizek Tiraden gegen das Establishment der Professoren, Bürokraten und natürlich das System an sich vom Stappel ließ. Dieser Hitler war zwar nachweislich treuer Käufer von Jörg Lanz von Liebenfels völkisch-pseudowissenschaftlichen Ostara-Heftchen, jedoch alles andere als ein flammender Antisemit, nahm er doch jüdische Mitbewohner im Männerwohnheim vor Übergriffen in Schutz.

Es ist das Banale des Bösen, dass dem nur durchschnittlichen und deshalb frustrierten Künstler eine unglaubliche politische Karriere beschieden war, obwohl er mit Niederlagen Zeit seines Lebens nicht zurecht kommen konnte. Seinen Hass auf die Habsburger deuten die Autoren als Konsequenz der Misshandlungen durch den Vater, den Hitler mit dem System der Donaumonarchie gleichsetzte und dessen gutbürgerliche Fassade die häusliche Gewalt zu decken vermochte. Ob Hindenburgs" 1933 gegenüber dem jungen Otto von Habsburg getätigte Aussage vom "böhmischen Gefreiten allerdings aus Hindenburgs einsetzender Demenz und einer Verwechslung Braunaus am Inn mit dem nordöstlichen Böhmen gelegenen Broumov resultiert oder doch eher Hindenburgs Kenntnis von Hitlers familiären Wurzeln im mährisch-niederösterreichischen Grenzgebiet ist eine der Fragen die sich für Kenner der Materie ergibt. Hat doch der Pionier der oberösterreichischen Zeitgeschichteforschung Prof. Dr. Harry Slapnicka mit "Hitler und Oberösterreich" eines jener (Standard)Werke vorgelegt, die von den Autoren nicht in ihre Recherchen miteinbezogen wurden. Denn eines muss man sich dann doch vor Augen führen, obschon auf solider wissenschaftlicher Basis fußend ist "Unser Hitler" doch populärwissenschaftlich orientiert.

Dafür ist der Stil der Autoren auch umso zugänglicher und berichtet auch von den Ursprüngen des Anschlussgedankens im Erwachen des Nationalismus, der Deutschen Revolution von 1848 und schließlich den Vorstellungen nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie 1918. Getragen vom in Österreich in einem neben Sozialdemokraten und Christlichsozialen Dritten Lager auch politisch manifestierten Deutschnationalismus, der seine Parteigänger auch in den beiden Großparteien fand, war die Hoffnung auf den Anschluss an das Deutsche Reich mit der Erwartung eines wirtschaftlichen Aufschwungs verbunden. Nach dem Verbot der Vereinigung mit Deutschland durch die Siegermächte des Ersten Weltkriegs war der verhängnisvolle Gedanke zwar noch präsent, konnte jedoch erst in der Weltwirtschaftskrise wieder verstärkt Wiederhall finden. Die ambivalenten Positionierungen der Ständestaats-Spitze, die sich unter dem Vorwand Österreich gegen den Nationalsozialismus zu verteidigen der Demokratie und jeglicher legaler Opposition entledigte, führten jedoch nach den Scharmützeln des Bürgerkriegs dazu, dass sich Österreichs Untergang nicht mehr aufhalten ließ.

Die Hoffnungen vieler "Illegaler" durch den März 1938 zu Herren im eigenen Land zu werden, wurde bitter enttäuscht als anstatt des Sonderbundesstaats der Total-Anschluss erfolgte und Reichsdeutsche in führende Positionen berufen wurden. Eine Machtdemonstration Hitlers, der damit laut den Autoren bewies, dass er sehr wohl auch ohne die alte Elite auskommen könnte. Die Hoffnung auch im Dritten Reich mit Länderpartikularismus punkten zu können, war zerstört, als aus Österreich zunächst die Ostmark und schließlich die Alpen- und Donaugaue wurden.

Und wieder ergibt sich die Frage nach der Überlebensfähigkeit der Ersten Republik, die von den Autoren sehr divergierend beurteilt wird. Einerseits habe Österreich im Ständestaat immer noch an der Weltwirtschaftskrise gelitten, doch am Ende soll es doch über einen eindrucksvollen "Staatschatz" verfügt haben, den Hitler plündern ließ, um die Kassen des Reichs wieder zu füllen, nachdem ein Großteil der Finanzen für die Aufrüstung in Anspruch genommen wurde. Gleichzeitig ist von den hohen Reparationszahlungen die Rede, welche einen solchen Reichtum als unwahrscheinlich erscheinen ließen und das klein gewordene Österreich zu Grunde richten hätten sollen.

Ein großer Bildteil und die exklusiven Zeitzeugenberichte (ein Hitlerjunge berichtet erstmals über seine Beteiligung an den Terroranschläge im Ständestaat und den Sturm auf das bischöfliche Palais, ein linker NSDAP-Genosse der Schulfreund Jura Soyfers war erzählt von seinem Lebensweg in Erster Republik und Drittem Reich, eine BDM-Angehörige berichtet von ihrem Weg aus dem katholischen Elternhaus in die Arme der NS-Bewegung und neben den Berichten über den Kriegsalltag eines österreichischen Gefreiten an Ost- und Westfront findet auch SS-Agent Wilhelm Höttl Gelegenheit zur Enthüllung, dass ihm Eichmann die Zahl der 6 Millionen ermordeten Juden verraten haben soll und Kaltenbrunner die Fühler in Richtung eines Separatfriedens mit den Alliierten ausstreckte) runden das Werk schließlich ab.

Das Interessanteste findet sich allerdings in den theoretischen Exkursen zwischendurch, wie die Frage nach der Schuld der Österreicher, deren überlegener Radikalismus zahlenmäßig nicht nachzuweisen ist. Der Mythos ergibt sich jedoch vor allem aus den anderen Erwartungen die Österreicher mit dem Dritten Reich verbanden, wie dem wirtschaftlichen Aufschwung oder den Sieg über das verhasste Ständestaat-Regime.

Fazit:
Deutlich mehr als eine Hitler-Biografie, ein äußerst umfangreiches Werk über Österreich und den Nationalsozialismus, verständlich und spannend geschrieben.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Es gibt Bücher, an denen ist nichts auszusetzen außer ihrem Titel. So auch bei dem vorliegenden Buch, dessen Titel "Unser Hitler" irritiert und befremdet. In Wahrheit handelt es sich bei dem vorliegenden Buch um die Darstellung des eigenartigen und verkorksten Verhältnisses Deutschösterreichs zu Deutschland, wofür das Phänomen Hitler nur das prägnanteste und schrecklichste Beispiel ist.
Deswegen sei jedem Leser angeraten, in dem vorliegenden Buch zuerst das zweite und beste Kapitel "Der Traum vom Reich" zu lesen, das einen ganz ausgezeichneten Abriss der Problemgeschichte liefert. Denn die Donaumonarchie geriet im 19.Jhdt., in der Epoche des Nationalismus, in eine immer ausweglosere Schieflage. Ursprünglich ein tolerantes Vielvölkerreich, in dem Deutsche, Ungarn und Slawen unter der Herrschaft der Habsburgerdynastie jahrhundertelang nebeneinander existierten, entwickelte sich dieses Reich in der Perspektive vieler Deutschösterreicher zu einem "Völkerstall", aus dem sie so schnell wie möglich heraus wollen. Das ist der Hintergrund der alldeutschen und christsozialen Programme am Ende des 19. Jhdts., die bald auch den Antisemitismus als Wahlschlager" in ihrer Programme aufnehmen. Die Biographie Hilters, die im ersten Kapitel geschildert wird, liefert hier hinreichend Anschauungsmaterial, denn er flieht aus Wien, als er zur k. u. k. Armee einberufen wird und meldet sich in Deutschland beim Ausbruch des ersten Weltkrieges freiwillig zur Front.
Nach dem Untergang der Donaumonarchie wird den fast zehn Millionen Deutschösterreichern und den Sudentendeutschen der lang ersehnte Anschluss an das republikanische Deutschland von den Siegermächten in Versailles verwehrt. Stattdessen geraten drei Millionen Deutsche unter die Herrschaft der Tschechoslowaken, Millionen Deutsche verbleiben in Polen "und der Rest ist Österreich" (Clemenceau), dem jede Annäherung an Deutschland untersagt wird. Den Autor wundert es nicht, dass unter diesen Umständen die Demagogen aus allen Lagern reichlich Zulauf fanden. Mit dem Aufstieg der NSDAP und der Machtergreifung der Nazis erfüllte sich dann plötzlich dieser lang gehegte nationale Traum auf eine verhängnisvolle Weise.
Damit kommen die Autoren zu ihrer zentralen Frage. Waren die Österreicher nach ihrem Anschluss die bessren Nazis", oder waren die Opfer" wie viele Österreicher nach dem Ende des 2. Weltkriege behaupteten? Auf jeden Fall merkten die Österreicher schnell, dass sie im neuen Großdeutschen Reich gleichsam spurlos verschwanden - selbst der Name "Österreich" wurde zugunsten der Kennzeichnung Ostmark" getilgt, ganz zu schweigen von der christsozialen und katholischen Sonderheit, die im neuen Reich keinerlei Platz fand. Auf der andere Seite zeigt eine Durchmusterung der SS-Karteien, des KZ Personals, des Offizierskorps, dass im Großdeutschen Reich zwischen den Piefkes" und den Deutschösterreichern kein Unterschied mehr bestand. Erst mit dem Wechsel des Kriegsglücks im Zweiten Weltkrieg erwachen bei den Deutschösterreichern die Aversionen, auch wenn man nicht von einem ausgebildeten österreichischen Widerstand sprechen kann. Die Massenverbrechen der Nazis in Osteuropa führen dann zur Ernüchterung -im Unterschied zu den Reichsdeutschen , die sich von der Verantwortung nicht suspendieren konnten, weisen die Österreicher nun plötzlich ihre Verklammerung in dieses Verhängnis weit von sich. Von "unserem Hitler" soll plötzlich nicht mehr die Rede sein.
Aber stimmt das? Wenn ich die Autoren richtig verstanden habe, dann nur bedingt. Denn Hitlers Aufstieg und Wahnsystem ist nur zu verstehen als Folge einer verhängnisvollen Geschichtsverkrüppelung, die all die negativen Zeitumstände gebar, aus denen heraus der Nationalsozialismus seinen Siegeslauf beginnen konnte. Insofern ist das Phänomen Hitler eine Chiffre für die verhängnisvolle Verklammerung der gesamtdeutschen Geschichte, zugleich aber auch ein Scheideweg, denn erst nach Hitler nahmen die Österreicher 1945 endgültig Abschied von der deutschen Nation.
Ich kann die Lektüre des vorliegenden Buches uneingeschränkt empfehlen. Es handelt sich um eine Sammlung historischer Untersuchungen zu einem zentralen Aspekt der deutschen Geschichte, der gerade im historischen Abstand mit Gewinn zu lesen ist. Bleibt nur zu hoffen, dass der Titel nicht die interessierten Leser abschreckt und die Falschen anzieht.
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