Alexander Buschenreiter hat 1981 das Reservat der Hopi-Indiander in Nevada besucht und zahlreiche Interviews geführt. Er beschreibt zunächst seine Eindrücke im Reservat und die nach wie vor bestehenden Probleme der Unterdrückung und der Zerstörung der indianischen Kultur, u.a. durch die Zwangseinschulung indianischer Kinder in das missionarisch geprägte High School-System der US-Regierung. Schrittweise nähert sich dabei immer mehr der indianischen Denkweise an, und er vermittelt u.a. über mehrere Reden von Häuptlingen eine Idee, die die Indianer den 'spirituellen' im Unterschied zu unserem 'materiellen' oder konsumorientierten Weg nennen. Es ist prinzipiell das Lebenskonzept aller Naturvölker, als einfache Kleinbauern oder Selbstversorger, ohne Geld und Gier nach materiellen Gütern, ohne Zwang zur Arbeit, auf enge Harmonie mit der Natur ausgerichtet. Und ohne den steten kapitalistischen Ertragsdruck deutlich entspannter für die Menschen.
Das Buch, das ich zunächst relativ alltäglich fand, hat mich dabei zunehmend fasziniert. Mit Ihrem Konzept waren die Indianer Jahrtausende lang erfolgreich. Man mag die Armut der Indianer belächeln, doch verglichen mit der Armut und der zerstörten Natur, in der der größte Teil der Menschheit heute schon in der Dritten Welt lebt, ging es ihnen besser. Und selbst in der Überfluss-Gesellschaft macht sich eine innere Leere breit, die viele zu Drogen greifen lässt oder zum Psychiater schickt. Im 'Wettbewerb der Systeme' wird man in 100 oder 200 Jahren vielleicht einmal traurig auf den heutigen Irrweg der Menschheit zurückblicken.
Einige Prinzipien übrigens wie die Nutzung des Geldes, das maximal zum Tausch, nicht aber zum Horten oder gar Verleih (gegen Zins) eingesetzt wird, sind volkswirtschaftlich gesehen hochinteressant und vielleicht so genial wie simpel. Das gilt auch für den Produktionsfaktor Land, bei dem es bei den Indianern keine Kauf-, sondern nur temporäre Nutzungsrechte gibt. Innerhalb unserer neuzeitlichen ökonomischen Theorien kommt dieses Erfolgskonzept interessanterweise der Freiwirtschaft sehr nahe, die m.E. viel zu wenig Beachtung findet. Die Vorteile dieses Systems ohne Arm-Reich-Konzentration, Arbeitslosigkeit und Crashs hat Prof.Bernd Senf sehr gut erklärt in "Der Nebel um das Geld" und "Die blinden Flecken der Ökonomie".